Die obligatorischen Prognosen für das Jahr 2015

Um diese Zeit stellen Journalisten, Autoren, Blogger und auch viele andere ihre obligatorischen Listen der Trends und Prognosen zusammen, die ihrer Meinung nach im bevorstehenden Jahr von Bedeutung sein werden. Ob beim Blick in die Kristallkugel, in die Tarotkarten oder in den täglichen Posteingang – Listen stehen zu dieser Jahreszeit hoch im Kurs.

1. Das Internet der Dinge: Dieses Thema ist derzeit in aller Munde. Mit etwas Abstand betrachtet, ist es nur schwer zu greifen. Wenn man sich auf die gängigen Beispiele beruft, geht es darum, dass Endverbraucherprodukte drahtlos mit dem Internet verbunden werden und Daten übermitteln sowie Services oder Informationen bereitstellen.
Die Idee einer Eierablage im Kühlschrank mit Internetzugang ist zwar interessant, die tatsächlichen Vorteile werden sich allerdings in der Industrie manifestieren. Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Produkt, das sich im Einsatz selbstständig überwacht und die gewonnenen Daten an den Konstruktions- und Entwicklungsprozess zurück übermittelt.

Natürlich sind neue Tools erforderlich, um diese Datenflut anzuzeigen, zu prüfen, auszuwerten und zu formellen Anforderungen, Maßnahmen und Möglichkeiten zur Optimierung von Qualität, Effizienz oder Innovation zusammenzufassen – aber das Potenzial ist da.

2. 3D-Druck: Jawohl. Viele von denen, die schon lange in der Konstruktions- und Entwicklungs-Community aktiv sind, können es wahrscheinlich nicht mehr hören, doch scheinbar gibt es aktuell tatsächlich endlich einige Innovationen, die über reine Kostensenkungen und das Verpacken jahrzehntealter Technik in ein neues Design hinausgehen.

[Anm. d. Red.: Statasys und PTC arbeiten gemeinsam daran, den 3D-Druck zu optimieren. Unser gemeinsamer Kunde Logitech konnte mithilfe von PTC Creo und dem Fortus FDM-System von Statasys die Festigkeit seiner Headsets um 273 % verbessern. Hier können Sie die vollständige Fallstudie lesen.]
Erst letzte Woche wurde eine Maschine vorgestellt, mit der Schaltkreise mit einem sekundären leitenden Material direkt im Bauprozess eingebettet werden können. Mittlerweile gibt es sogar Drucker, die Karbonfasern verarbeiten können, sodass bunte Modelle möglich sind. Am Gerätemarkt selbst mag es relativ ruhig sein, doch bei der Materialforschung und -entwicklung sowie bei der Materialvermarktung gibt es echte Innovationen.

3. 3D-Scannertechnik: Neben 3D-Druckern gab es auch bei einer anderen wichtigen Technologie einen Wandel – Reverse Engineering, Laser-Scannen, Reality Capture oder wie man sie auch nennen mag. Bislang waren Preise von 20.000 USD und mehr für Laser-Scanner vollkommen normal. Entsprechend wurde ihre Verwendung oft an externe Dienstleister ausgelagert. Heute jedoch bieten sich die vielfältigsten Optionen.
Ob Leute, die Microsoft Kinect hacken, Photogrammetrielösungen auf dem Smartphone oder, wie bei Project Tango von Google, die Integration von 3D-Sensoren direkt in ein Smartphone: Die Möglichkeit, die Form eines Objekts zu erfassen, war schon immer gefragt, aber oft nicht zugänglich oder zu teuer, um im Alltag genutzt zu werden. Diese neuen, kostengünstigen und immer leistungsfähigeren Lösungen machen die Technik zukünftig auch für normale Konstrukteure und Ingenieure nutzbar.

4. Optimierung: Dieses Thema brodelt schon eine ganze Weile unter der Oberfläche vor sich hin, und ich glaube, dass dieses Jahr Einiges passieren wird. Optimierung im Kontext von Simulation und Analyse, ob mittels FEA oder CFD, hat sich im Mainstream nie richtig durchsetzen können.

Warum ist das so? Weil die vorhandenen Lösungen sehr komplex und teuer sind. Außerdem erfordern sie leistungsstarke Rechner. Mit dem Einzug der Cloud in viele Bereiche besteht nun die Möglichkeit, die Komplexität zu senken und die Ergebnisse effizienter bereitzustellen. Das bedeutet, dass die Optimierung das Potenzial hat, Einzug in den Alltag zu halten, statt nur dann zum Einsatz zu kommen, wenn es unvermeidbar ist.

5. Displaytechnik: Auch hier tut sich Einiges unter der Oberfläche. In der Investment-Community macht das Thema Virtual Reality zwar alle verrückt (man denke nur an Oculus), doch Tatsache ist, dass Konstruktion und Entwicklung von der Konsumerisierung von VR am meisten profitieren werden.
Statt alle Jubeljahre einmal könnte Ihr Entwicklungs- und Managementteam jederzeit ein Produkt von innen begutachten und sich in einer immersiven digitalen Umgebung bewegen, ohne dass Sie ein kleines Vermögen für Berater und Hardware investieren müssen.

Auch im traditionellen Bereich gibt es einige neue Trends. HP hat soeben ein gekrümmtes Display herausgebracht. Die Auflösungen werden besser und die Kosten sinken. Für Leute, die auf hochwertige Displays mit hoher Auflösung angewiesen sind, ist das zweifelsohne eine positive Entwicklung.

 

Al_DeanAl Dean ist Chefredakteur der Zeitschrift DEVELOP3D (http://www.develop3d.com).

Dieser Blogbeitrag wurde von PTC gesponsert. Die Konzepte, Ideen und Meinungen in diesem Beitrag wurden von Al Dean unabhängig entwickelt.

 

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