Konzeptdesign und Konzeptentwicklung

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In den letzten Monaten habe ich mich mit einigen Leuten über den Konzeptentwicklungsprozess unterhalten. Dabei ging es vor allem darum, dass wir zwar alle den Begriff „Konzept“ kennen, aber damit oft unterschiedliche Dinge gemeint sind. Insbesondere zwischen Designern und Ingenieuren klafft ein enormer Unterschied.

In der Welt des Produkt- und Industriedesigns beschreibt der Begriff „Konzeptualisierung“ einen eng umrissenen Aufgabenbereich. Damit ist der Prozess gemeint, mit dem der Designer Ideen (und natürlich auch Konzepte) für das Produkt erzeugt, an dem er gerade arbeitet.

Viele eingefleischte Ingenieure nehmen die kreativen Kollegen mit Pferdeschwanz und Designerbrille nicht ganz ernst. Doch im Wesentlichen ist diese Tätigkeit in der Regel eine wunderbar analoge Aufgabe. Das Skizzieren von Kurven, Linien, Bögen und beschreibenden Linien in einer perspektivischen Bleistiftzeichnung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Designer. Anschließend folgt das Geräusch (und der Geruch) von Markern, die über schweres Papier streichen.

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Ja, es gibt inzwischen eine Vielzahl von Tools, um diesen Prozess zu digitalisieren – auf dem PC, einem Wacom-Tablet oder Cintiq oder einem beliebigen Tablet Ihrer Wahl. Zudem gibt es für diese Prozesse die verschiedensten fahrstift- oder stiftbasierten Skizziergeräte für jeden Anspruch, ob als einfacher Stift mit einem kapazitiven Elastomer an der Spitze) oder komplex die sind, die Sie für diese Prozesse nutzen.

Auch eine Vielzahl von Softwareoptionen ist verfügbar (sogar von PTC, in Form von PTC Creo Sketch für iPad und Desktop-PC.)

Natürlich stellt sich die Frage, wie die Daten in einen digitalen Workflow eingebunden werden. Falls Sie ein digitales Skizzierwerkzeug verwenden, ist das bereits die halbe Miete. Wenn Sie noch mit Leder-Notizbuch und Rotring-Füller arbeiten (meine persönliche Lieblingskombination), müssen Sie Ihre Skizzen einscannen. Bei den meisten CAD-Systemen besteht die Möglichkeit, Grafikdateien zu importieren und als Grundlage für die Geometrie zu nutzen. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie sie genau befolgen oder lediglich als Referenz nutzen. Der Workflow ist vorhanden und etabliert.

Im nächsten Schritt wechseln Sie die Perspektive und erfahren, was mit „Konzeptentwicklung“ im Bereich der technischen Entwicklung gemeint. Dieser Prozess ist ähnlich analog, wenigstens zu Beginn. Ob bei der Planung von Montagebändern, Automatisierungsanlagen oder Ähnlichem – es kommt bald der Punkt, an dem Sie eine andere Lösung benötigen.

Hier kommen Top-Down-Baugruppenmodellierungstools und ja, auch die direkte Modellierung ins Spiel. Hier ist ein Konstruktionssystem, mit dem Sie Geometrie von Komponenten- oder Subsystemlieferanten importieren und Ihre Konzepte ausarbeiten können, unverzichtbar. Ich sprach kürzlich mit einem Unternehmen, das sich auf unglaublich komplexe Montageautomatisierung spezialisiert hat (etwas, bei dem sich Rube Goldberg den Kopf kratzen würde, nur mit Landminen und Granaten).

Eine der Herausforderungen, mit denen sich dieses Unternehmen konfrontiert sieht, ist die Tatsache, dass die Ideen und Anforderungen seiner Kunden einen erheblichen Planungsaufwand erfordern und dass grundlegende 3D-Modelle notwendig sind, um zu ermitteln, ob die Maschine überhaupt machbar ist und ein Angebot dafür erstellt werden sollte, geschweige denn die Arbeit daran aufgenommen werden sollte. Das Unternehmen nutzte importierte Modelle (von Robotik- und Automatisierungs-/Fördergerätelieferanten) in Verbindung mit schneller Direktbearbeitung und Baugruppen-Bewegungssimulation, um sich einem realisierbaren Ergebnis anzunähern. Sobald das Angebot fertig war, wurden diese Informationen in der Regel verworfen und das Projekt von Anfang an vollkommen neu aufgesetzt. Das scheint zwar den Aufwand zu verdoppeln, doch es geht im Prinzip darum, schnell etwas zu erzeugen, um das Endergebnis zu erreichen (ein realistisches Angebot für ein Produkt, dessen Umsetzung das Unternehmen bei Auftragserteilung nicht ruinieren wird).

Genau wie die Skizzen in der Welt des Industriedesigns traditionell nur ein Schritt im Prozess sind, sind auch diese Konzeptentwicklungsmodelle für spätere Arbeitsschritte nicht mehr von Bedeutung. Doch hier zeichnet sich ein Wandel ab. Es kommen intelligentere Tools auf den Markt, mit denen ein durchgängiger Prozess mit weniger Verschwendung in der Produktentwicklung (unabhängig vom Produkt) entsteht.

Al_DeanAl Dean ist Chefredakteur der Zeitschrift DEVELOP3D (http://www.develop3d.com).

Dieser Blogbeitrag wurde von PTC gesponsert. Die Konzepte, Ideen und Meinungen in diesem Beitrag wurden von Al Dean unabhängig entwickelt.

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