Das Internet der Dinge verändert alles

Internet der DingeIch kann meine Klimaanlage von General Electric einschalten, den Energieverbrauch überwachen und die Einstellungen ändern – alles von meinem Smartphone aus. Der Dampfgarer von Belkin kann die Kochzeit berechnen und über seinen Netzzugang Erinnerungen an den Koch senden. Ein Eierbehälter von Quirky im Kühlschrank kann selbstständig ermitteln, ob Sie Eier einkaufen müssen. Das vernetzte Heim reizt die Fantasie der Menschen, weil jeder sich etwas darunter vorstellen kann. Aber machen Sie sich bereit, denn vernetzte Geräte werden bald überall zu finden sein.

Sensoren, Mobilfunk, Cloud, Analytik und andere Technologien nehmen bei Geräte- und Autoherstellern sowie Maschinen- und Anlagenbauern eine immer wichtigere Rolle ein, da diese damit das Nutzenangebot ihrer Produkte erweitern können. Bislang reine Nutzobjekte werden dann mit ihren Benutzern interagieren und ihren eigenen Wartungsbedarf selbstständig überwachen und den Benutzern ggf. mitteilen. Konsumenten kaufen keine Klimaanlage mehr, sondern ein Zimmer oder Gebäude, das ganzjährig eine stabile Temperatur von 22 °C aufweist – die Verkäufer werden ihre Maschinen und einen Servicevertrag mit einer garantierten Temperatur koppeln.

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verbindet auf verschiedenen Ebenen Sensor-, Übertragungs- und Analysetechnologien und verändert dadurch schon heute die Konstruktion, Herstellung und den Betrieb von Produkten. Statt mithilfe von Umfragen oder Fokusgruppen zu erforschen, wie Kunden ein Produkt nutzen, können Designer anhand von echten Betriebsdaten von einer breiten Nutzerbasis praxisbezogene Einblicke gewinnen. Dabei kann es sich um ganz einfache Dinge handeln wie: Drückt die Mehrheit der Benutzer zu fest auf eine Taste? Dann muss die Taste stabiler konstruiert werden. Beschleunigen die meisten Fahrer noch bis zum Schluss, wenn sie anhalten müssen? Dann muss das passive Rückhaltesystem anders konzipiert werden.

Als Konstrukteur werden Sie bald in der Lage sein, Einblicke in viele Aspekte der Verwendung, aber auch des Missbrauchs und der Wartung Ihrer Produkte zu gewinnen – allerdings nur, wenn Sie die technischen Möglichkeiten nutzen, um die entsprechenden Daten zu sammeln. Das IoT ist bereits in den ersten Branchen Realität, die ihre Produkte mit Sensoren ausstatten: Autos, Flugzeuge, Drucker – eben alles, was dem Bediener mitteilt, wenn etwas ausgetauscht, aufgefüllt oder auf andere Weise gewartet werden muss. Heute leuchtet vielleicht eine Kontrollleuchte auf, wenn Sie etwas tun müssen, beispielsweise die Tintenpatrone Ihres Druckers austauschen. Ein IoT-fähiger Drucker könnte Sie per SMS oder E-Mail benachrichtigen, dass in Kürze die Tintenpatrone gewechselt werden muss. Ihr Fahrzeug, das konstant Daten erfasst, kommuniziert eigentlich nur ein bis zweimal pro Jahr, nämlich wenn es beim Service in der Werkstatt an die Station angeschlossen wird, um die Daten vom Bordcomputer auszulesen. Wäre es nicht besser, wenn Sie schon vor Ihrem Werkstatttermin wüssten, welche Aufgaben zu erledigen sind? Der Händler könnte bereits die Teile vorbestellen, die Arbeit einteilen und Ihnen ein Angebot erstellen, noch bevor Sie vorfahren. Ein IoT-fähiges Fahrzeug ist ständig mit dem Händler verknüpft, um all diese Dinge zu ermöglichen.

Welches Ihrer Produkte und welche Erfahrungen Ihrer Kunden bei der Verwendung Ihrer Produkte könnten durch eine derartige Interaktion verbessert werden?

Der Entwurf des Sensors ist der einfachste Teil. Welche Aktion soll er auslösen? Das Aufleuchten einer Druckerleuchte ist einfach. Zur Übertragung desselben Signals über ein WLAN oder Netzwerk zur weiteren Analyse (und möglicherweise auch Durchführung von entsprechenden Aktionen) erfordert eine anspruchsvollere Plattform. Sie müssen Datenerfassungs- und -analysefunktionen erstellen und Fachleute einstellen, die in der Lage sind, aus der Unmenge von Rohdaten die wichtigen Ergebnisse herauszulesen.

Für Sie als Konstrukteure schließt sich mit dem Internet der Dinge endgültig der Kreis. Sie erfahren nun ganz genau, wie die Kunden mit Ihren Produkten interagieren. Dadurch können Sie das Produkterlebnis verbessern und die Qualität der Attribute, die für die Käufer am wichtigsten sind, erheblich verbessern. Dazu ist keine Überkonstruktion erforderlich, denn Sie können anhand von echten Daten prädiktive Simulationen erzeugen. Sie können dazu beitragen, durch gezielte Serviceangebote neue Geschäftschancen für Ihr Unternehmen aufzubauen und den Nutzen für Ihre Kunden zu optimieren.

Falls Sie das Internet der Dinge noch nicht für sich entdeckt haben, sind Sie nicht allein. Die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang, und die notwendige Infrastruktur steckt noch in den Kinderschuhen. Doch Sie sollten zumindest anfangen, Ihre Produkte im Hinblick auf mögliche zusätzliche Sensoren und Sender zu betrachten. Was sollte überwacht werden, um das Produkt in einem optimalen Zustand zu erhalten? Was müssen Sie wissen, um die nächste Version noch besser machen zu können? Sie könnten mit Ihrem Service- und Supportteam zusammenarbeiten, um herauszufinden, welche Daten Sie erfassen könnten, um die Lebensdauer zu verlängern und den Wartungsbedarf zu verringern. Die Antworten auf diese Fragen können zu ganz neuen Messgrößen führen. Machen Sie sich bereit, denn das Internet der Dinge kommt. Wer zu lange wartet, verpasst möglicherweise den Anschluss für immer.

Anm. d. Red.: Wenn Sie mehr erfahren möchten, sehen Sie sich dieses kurze PTC Video an, in dem erklärt wird, wie das Internet der Dinge die Fertigung transformiert:

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