Rein ins Modell: Wann startet Virtual Reality durch?

Virtual Reality (VR) ist eine Technologie, die schon seit Jahren verfügbar ist und doch nicht so richtig „ins Fliegen“ kommt – ganz ähnlich wie beim 3D-Druck bis zum großen Hype vor etwa einem Jahr. Dabei wird die notwendige Soft- und Hardware immer erschwinglicher und die Vorteile des VR-Einsatzes im Entwicklungsprozess sind in vielen Praxisfällen belegt.

Virtual Reality hilft dabei, komplexe Konstruktionen besser zu verstehen (Bild: Virtalis)

Virtual Reality hilft dabei, komplexe Konstruktionen besser zu verstehen (Bild: Virtalis).

Komplexe Maschinen und Anlagen durchwandern, in Konstruktionen eintauchen und Bereiche eines Produkts visualisieren, die in der Realität nicht sichtbar sind – all das ermöglicht VR. Gemeinsam ein 3D-Modell besichtigen, lange bevor die Maschine gebaut ist, Bedienung und Sichtverhältnisse aus dem Fahrzeug schon im CAD-Modell überprüfen oder auch das Visualisieren der Öl- und Wasserkanäle im Innern eines Motorblocks – und das alles in realistischer, dreidimensionaler Darstellung.

Um die Daten schnell und flüssig zu animieren, kommen spezielle Renderprogramme zum Einsatz, welche die beiden für die stereoskopische Ansicht notwendigen Ansichten in Echtzeit erstellen. Eine geringe Reaktionszeit der Darstellung auf die Bewegung des Betrachters ist sehr wichtig – stimmen Bewegung und Darstellung nicht überein, wird dem Betrachter schnell schwindlig oder gar übel.

Um die CAD-Daten möglichst einfach ins Renderprogramm zu bringen, bieten sich Lösungen an, die mit dem CAD-System eng verknüpft sind. Im Falle von PTC Creo ist dies die Virtual Reality Extension for PTC Creo View von Virtalis, die während der PTC Live Global 2014 in Boston präsentiert wurde. Die Lösung ermöglicht es, Modelle direkt aus PTC Creo View in das Virtual Reality-System zu laden und dort beispielsweise auf einer Powerwall anzuzeigen.

Powerwalls – also eine Kombination von Leinwand, 3D-Beamer, Renderrechner und der für das Tracking der Brille und des Bediengeräts notwendigen Ausrüstung – sind optimal für Besprechungen, bei denen ein Bediener die Bedienung übernimmt und mehrere Betrachter mit 3D-Brillen die selbe Darstellung sehen. Dabei sieht man das Modell zwar in 3D, steht aber immer „vor dem Modell“ in dem Sinn, dass man die Umgebung der Leinwand sieht.

Relativ neu ist dagegen erschwingliche Hardware für das echte Eintauchen, beispielsweise die Oculus Rift des kürzlich von Facebook gekauften Unternehmens Oculus VR. Solche Headsets, bei denen kleine Monitore direkt vor den Augen des Betrachters montiert sind, schwenken bei jeder Kopfbewegung mit. Das System verfolgt diese Kopfbewegungen und bewegt die Ansichten auf den Monitoren entsprechend, so dass man tatsächlich den Eindruck haben kann, direkt innerhalb der Maschine zu stehen.

VR-Headsets bieten ganz neue Möglichkeiten, so ist beispielsweise kein eigener Raum oder aufwändiger Aufbau für die Powerwall notwendig, zudem ist die Brille im Verhältnis zur Powerwall sehr preiswert – derzeit kann man die Entwicklerversion der Oculus Rift für 350 Dollar vorbestellen. Der Nachteil ist die geringere Eignung für Meetings – außer man findet eine Lösung mit mehreren Brillen und Avataren; dann ist sogar ein Meeting denkbar, bei dem die Teilnehmer global verteilt sein können.

VR wir heute leider in vielen Fällen erst eingesetzt, wenn Probleme auftreten, wenn in der Fertigung festgestellt wird, dass ein Bauteil nicht montierbar ist und schnell eine Lösung gefunden werden muss. Dabei könnte man diese Untersuchungen in den Konstruktionsprozess integrieren – dank der Integration der Renderlösung beispielsweise in PTC Creo View ist der notwendige Aufwand inzwischen kein Problem mehr.

Auf jeden Fall ist Virtual Reality ein wertvoller Baustein auf dem Weg zum digital durchgetesteten Prototypen. Durch preisgünstige Hardware wie die Oculus Rift könnte dem Thema in naher Zukunft ein ähnlicher Durchbruch wie dem 3D-Druck bevorstehen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Uncategorized und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>