PTC und Axeda: Das Internet der Maschinen

Was sich für Science-Fiction-Fans wie ein Zitat aus den Terminator-Filmen anhört, wird immer mehr zur Realität: Das Internet der Dinge ist im Business-Bereich zunächst einmal ein Internet der Maschinen. Mit Axeda holt sich PTC einen Spezialisten für die cloudbasierte Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation ins Haus.

140801_PTC_AxedaMit MES (Manufacturing Execution Systems) wurde ein erster Rückkanal der Maschinen in die virtuelle Welt der ERP-Datenbank geschaffen. Dies bezieht sich jedoch lediglich auf die Fertigung und die Status- beziehungsweise Zustandsdaten der Fertigungsmaschinen. Was Axeda anbietet, ist viel weiter gefasst und vor allem ein Cloud-Angebot. Es geht also nicht mehr um Maschinen, die in der eigenen Fertigungshalle stehen, sondern um die Maschinen beim Kunden, um mobile Maschinen oder auch Sensoren, die über die Cloud und beliebige Kommunikationswege – WLAN, Mobilfunk, Satellit, Internet – angebunden werden.

Axeda bietet einen Service, über den sich Daten von Maschinen, Anlagen, Sensoren und Devices „remote“ auslesen und in Enterprise-Softwarelösungen übertragen lassen. Auf den Maschinen läuft ein Axeda-Agent, der die Daten der Maschine sammelt, in ein Datenformat überträgt, das sehr effizient mit der oft begrenzten Bandbreite der Verbindung umgeht, und verschlüsselt. Ein Cloudservice nimmt die Daten entgegen, speichert und verarbeitet sie weiter.

Bei der Verwaltung der Geräte – Axeda nennt als Beispiele Ventilatoren, Geldautomaten, Verkaufsautomaten, Storage Arrays oder auch digitale Verkehrszeichen – unterstützt Axeda unter anderem das Auslesen der aktuellen Produktkonfiguration, den Status, die Historie der Ereignisse und die Alarmierung. Auch das Aktualisieren der geräteinternen Software über das Internet ist ein Teil der angebotenen Lösung.

Interessant wird es dann bei der Analyse der von den Geräten gelieferten Daten. Man macht sich ja oft nicht klar, dass es bei IoT-Anwendungen um gewaltige Datenmengen geht. Und wie bei Big Data geht es darum, aus diesem Datenozean die wirklich wichtigen Daten, Trends und Erkenntnisse herauszufiltern. Dies ist schon bei MES der Sinn dieser Software – ein ERP-System wird mit der Datenflut schlicht nicht fertig – und muss das auch gar nicht. Das ERP-System will nur wissen, DASS eine Maschine aus der Toleranz herausläuft und eine Wartung benötigt. Die Maschine liefert laufend Daten beispielsweise zu Kräften, Drücken oder Vibrationen. Dass eine Änderung in diesen technischen Werten einen bevorstehenden Defekt anzeigt, muss die dazwischenliegende Softwareschicht erkennen, sie meldet dann nur die Information weiter, dass demnächst ein Defekt auftritt. Genau diese Konsolidierung der Daten ist Teil der Axeda-Lösung.

Vor sechs Monaten hat PTC ThingWorx gekauft, das Architekturen und Entwicklungswerkzeuge für IoT-Anwendungen anbietet. Mit Axeda fügt das Unternehmen diesem IoT-Bereich nach meinem Verständnis nun das darunterliegende technische Gerüst hinzu. Die Daten strömen über Axeda-Kommunikationskanäle in ThingWorx-basierte Anwendungen und die SLM/PLM-Produkte von PTC – so fügt sich das IoT-Angebot nahtlos in das PTC-Portfolio ein.

 

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