Bang: Wenn das Leben vom Design abhängt

Indien ist eines der Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit weltweit. Wie kann Produkt-Design hier Abhilfe schaffen?

Diese Aufgabe stellte eine Gruppe der Stanford University, Embrace Global, der Designfirma Bang aus dem indischen Bangalore. Die Unternehmer von Stanford hatten eine Idee für einen neuartigen Brutkasten, der auch in ländlichen Gegenden des Landes genutzt werden könnte, in denen Technik, medizinische Fachkräfte oder auch Elektrizität nicht oder nicht ausreichend verfügbar sind.

„Der Schwerpunkt sollte darauf liegen, zu verhindern, dass Kinder an Unterkühlung sterben“, so Prashant Subhedar, Inhaber von Bang. „Wenn man die Säuglinge vier Stunden lang am Leben erhalten könnte, wäre es möglich, sie aus den Dörfern in ein richtiges Krankenhaus zu bringen.“

Die Anforderungen an das Design waren typisch:

  • Es sollte bezahlbar sein. Die Käufer des Geräts wären höchstwahrscheinlich Hilfsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen. Bei jeder Konstruktionsentscheidung, von den Werkstoffen bis zur Herstellung, mussten die Kosten berücksichtigt werden. Je günstiger das Endprodukt, umso weiter würde es in Umlauf gebracht werden.
  • Es sollte einfach in der Handhabung sein. „Der Inkubator würde nicht unbedingt instand gehalten werden“, so Subhedar weiter. „Er musste daher möglichst einfach in der Bedienung sein, da er von Menschen mit geringem technischem Sachverstand bedient werden würde.“
  • Es sollte attraktiv sein. Wie praktisch und wirksam das Endprodukt auch sein würde, wenn es von Ärzten nicht als medizinisches Spezialgerät anerkannt werden würde, würden sie es nicht verwenden. Und sie würden auch Behörden nicht zum Kauf und zur Verteilung der Geräte raten.

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[/one_third]Warum gerade Bang?
Embrace Global hätte doch jedes Designunternehmen beauftragen können. Wir fragten Prashant Subhedar, warum die Entscheidung letztlich auf seine Firma fiel.

„Unternehmen wie Dell und PepsiCo beauftragen uns mit der Produktentwicklung, wenn sie neue Märkte erschließen möchten“, so Subhedar. „Das unterscheidet uns vom Gros der Firmen in Indien, die in erster Linie im Verpackungsdesign und in der ästhetischen Anpassung vorhandener Produkte für den inländischen Markt tätig sind. Wir hingegen entwickeln neue Produkte, erschließen neue Märkte.“

Das Portfolio von Bang umfasst Produkte wie Notfallkommunikationsgeräte, einen bezahlbaren Sportwagen, Speichersysteme für Sonnenenergie und benutzerfreundliche Computer – alles speziell für den südasiatischen Markt entwickelt.

Im Fall des Brutkastens gab es in ganz Indien und weltweit kein vergleichbares Gerät. Die Produktentwickler mussten also eigene Visionen entwickeln und geschickt Probleme lösen.

Bang

Bang war dafür genau der richtige Partner.

Und warum PTC Creo?
Bang übernimmt ausschließlich die Produktdesign-Phase. Mit PTC Creo konnte das Unternehmen die Konzeptentwicklung enorm beschleunigen.

„Durch die Freistilkonstruktion konnten wir den Zeitaufwand für das Industriedesign um 80 % reduzieren“, berichtet Subhedar.

Diese Zahl brachte uns zum Stutzen. Wirklich achtzig Prozent?

„Ja“, bestätigte er. „Wofür wir früher fünf Tage benötigten, schaffen wir jetzt mit PTC Creo 2.0 und Freistilkonstruktion an einem einzigen Tag.“

Die Freistilkonstruktion in PTC Creo ermöglicht das schnelle und einfache Erstellen von Freiformentwürfen.

Bang setzt außerdem die Interactive Surfacing Design Extension (ISDX), die Advanced Assembly Extension (AAX), Sheet Metal Design und die Simulationstools ein. Laut dem Unternehmen können die Konstrukteure mehr Optionen ausloten, und dennoch ist die Produktentwicklung mit der Software insgesamt um 50 % schneller.

Der Embrace-Brutkasten
Das Ergebnis der Zusammenarbeit von Bang und Embrace ist der Embrace-Brutkasten. Er erinnert an einen Schlafsack und umhüllt das Neugeborene wie ein Kokon mit derselben Temperatur wie in den Armen der Mutter – 37 °C.

Bang 2

Er wird 30 Minuten an eine Steckdose angesteckt und hält dann über sechs Stunden die Temperatur.

Der Verkaufspreis liegt bei etwa 200 US-Dollar. Traditionelle Brutkästen kosten hingegen mehrere tausend US-Dollar.

Und die Ärzte lieben diese Lösung. Sie sagen, das Design könnte von Apple stammen.

Wir haben bereits in diesem Blog darüber berichtet, dass der Embrace-Brutkasten mit dem IDSA-Designpreis ausgezeichnet wurde. Doch nach Meinung von Subhedar ist das nicht das Entscheidende.

„Es ist schön, Anerkennung zu bekommen“, meint er. „Und natürlich sind wir froh, dass mit unserem Produkt Babys gerettet werden können.“

In diesem kurzen Video wird die Arbeit von Bang näher vorgestellt:

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