PDM als persönliches Produktivitätstool

Sind Sie bereit für eine spannende Diskussion rund um das Thema Produktdatenmanagement (PDM)? Vielleicht ist das Thema nicht das interessanteste, aber es ist durchaus sinnvoll, sich darüber zu belesen. Kurz gesagt: Es ist ein todsicherer Weg, pünktlich ins Bett zu kommen. Viel angenehmer als Schäfchen zu zählen. Und täuschen Sie sich nicht: Falls Sie jemals Ihren Chef von etwas überzeugen möchten, quälen Sie einfach mit PDM-Artikeln, bis er nachgibt.

Entschuldigen Sie, ich mache Scherze. Na ja, etwas.

Hier wird es interessant: Manche Organisationen sind sich noch unschlüssig, ob sie ein PDM-System implementieren sollen. Natürlich macht ihnen diese Vorstellung Angst. In meinen Augen müssen sich aber Einzelpersonen noch größere Sorgen machen. In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, warum.

Sichere globale Zusammenarbeit ermöglichen
Wenn Sie schon einmal über PDM gelesen haben, kennen Sie die Geschichte.

PDM ermöglicht globale Zusammenarbeit. Die Ingenieure im Technikzentrum Ihres Unternehmens auf der anderen Seite der Welt benötigen Zugang zu Ihren Entwürfen. PDM stellt die Mittel bereit, um diese Modelle gemeinsam zu nutzen. Zulieferern kann ebenfalls kontrollierter Zugriff gewährt werden. Und ganz nebenbei wird das geistige Eigentum des Unternehmens geschützt.

All das ist schön und gut. Allerdings sind seitens der Benutzer einige zusätzliche Schritte erforderlich. Sie müssen sich anmelden sowie Dateien aus- und einchecken. Das alles geschieht nicht automatisch. Was haben sie davon?

Die Last der Komplexität der CAD-Umgebung abgeben
Wenn Sie mit CAD arbeiten, wissen Sie, dass ein im CAD-System modelliertes Produkt aus Hunderten oder sogar Tausenden von Dateien besteht. Es gibt einzelne Komponenten, jede mit ihren eigenen Dateien. Für jede Komponente gibt es eigene Zeichnungsdateien. Und dann gibt es Baugruppen und Unterbaugruppen, die ebenfalls jeweils in eigenen Dateien gespeichert sind.

Bei den meisten CAD-Applikationen erfolgt das Datenmanagement in Desktop-Ordnern statt in einem PDM-System. Entsprechend gilt für die meisten Applikationen ein Schreibschutz, der das Überschreiben verhindert. Bei jedem Speichern wird also eine neue Datei erzeugt, deren Dateiname jeweils um eins erhöht wird. All das führt zu einer enormen Komplexität.

Naturgemäß bietet PDM eine recht einfache Lösung für diese Situation. PDM-Systeme können feststellen, ob eine CAD-Datei bereits eingecheckt worden ist, und sie der richtigen Vorversion zuordnen. Jede einzelne Änderung wird verfolgt. Alles wird fein säuberlich organisiert.

Die CAD-Konstruktionskonfigurationen verwalten Kommen wir noch einmal zum Management von CAD-Dateien mithilfe von Desktop-Ordnern, und stellen wir uns ein weiteres Szenario vor.

Nahezu jedes Entwicklungsunternehmen muss Konstruktionskonfigurationen verfolgen. Manchmal geht es darum, effektiver zu werden. Manchmal sind datumsbasierte Baselines erforderlich, wenn nämlich ein Manager sehen möchte, wie sich ein Entwurf zwischen zwei Konstruktionsprüfungen verändert hat.

Mit Desktop-Ordnern ist diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Ein Benutzer müsste den Zeitstempel auf jeder Datei im Ordner überprüfen, um festzustellen, welche Version jeder CAD-Datei vor dem gewünschten Datum korrekt war. Bedenken Sie, dass es von jeder CAD-Datei Dutzende von Iterationen geben kann. Das Ganze hört sich für Sie nach einer monumentalen Zeitverschwendung an?

Im PDM-System geschieht das alles natürlich voll automatisch.

Konfigurationen für Simulation und Fertigung verwalten
Es gibt noch zwei letzte Punkte zu bedenken. Der Albtraum, zusammenhängende Dateien manuell zu beherrschen, setzt sich in Simulation und Fertigung fort.

Für die Simulation werden Abstraktionen und Vereinfachungen von Konstruktionsmodellen benötigt. Manchmal müssen Rundungen entfernt werden. In anderen Fällen wird die Geometrie fixiert. Dies stellt eine Verzweigung im Entwicklungsfortschritt dar. Und wenn dann die Simulationsergebnisse vorliegen, müssen diese der richtigen Iteration zugeordnet werden.

Bei Fertigungsmodellen verhält es sich ganz ähnlich. Für Hinterschnitte oder bei Brandspuren beim Kunststoff-Spritzguss sind Änderungen erforderlich. Auch sie entsprechen einer bestimmten Iteration des Entwurfs.

Die manuelle Überwachung all dieser Iterationen ist ein weiterer Albtraum ohne jeglichen Mehrwert. Bei PDM erfolgt all das automatisch.

Mein Fazit und Fragen
Ich weiß, PDM verspricht Unternehmen einen echten Mehrwert, den es auch liefert. Für mich ist allerdings noch wertvoller, dass einzelne Ingenieure und Konstrukteure mehr Zeit für die eigentliche Produktentwicklung gewinnen, statt sich mit Kalkulationstabellen voller Dateinamen auseinandersetzen zu müssen. Nennen Sie mich ruhig verrückt.
Also gut, liebe Leser. Das waren meine Gedanken zu diesem Thema. Stimmen Sie mir zu? Oder eher nicht? Lassen Sie mich wissen, was Sie denken.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bis bald. Vielen Dank an alle Leser!

Anm. d. Red.: Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zu den PTC Simulationsprodukten. Eine vollständige Liste aller bevorstehenden PTC Webcasts zum Thema Simulation finden Sie auf dieser Seite. Wenn Sie sich noch intensiver mit der Materie auseinandersetzen möchten, lesen Sie dieses Interview mit Mark Fischer, dem Director of Strategy für PTC Simulationsprodukte und CAD-Partner.
Die Veröffentlichung dieses Blogbeitrags durch PTC erfolgt in Lizenz. Die Konzepte, Ideen und Meinungen dieses Beitrags wurden von dem Branchenanalysten Chad Jackson von Lifecycle Insights unabhängig ausgearbeitet.

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Ein Kommentar

  1. Erstellt am Mai 5, 2014 um 10:08 am | Permanent-Link

    To make PDM valuable for individuals can be very interesting option. Usual perception is that data management (not only PDM) makes life of engineers more complicated. I posted about it here —

    How to evaluate PDM before it ruin your personal productivity.
    http://beyondplm.com/2014/05/02/how-to-evaluate-pdm-before-it-will-ruin-your-personal-productivity/

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