Funkende Flaschen und filmende Roboter: High-Tech bei der Fußball-WM

Funkende Flaschen und filmende Roboter: High-Tech bei der Fußball-WM

Ein Weltereignis wie die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ist immer auch eine Bühne für High Tech. In Brasilien finden sich unter anderem Flaschen, die per WLAN an den Trainerstab melden, wie viel der Spieler getrunken hat, oder auch Roboter, die für Sicherheit sorgen. Die Flaschenträger, die bei Verletzungs- und Trinkpausen im Bild sind, wurden mit Hilfe von 3D-Druck gefertigt. So ist Technologie überall präsent, wenn auch nicht auf den ersten Blick sichtbar.

Bei dem Klima, in dem die Spiele stattfinden, ist klar, dass die ausreichende Versorgung mit Wasser und Mineralien sehr wichtig ist, um mit genügend Kraftreserven über die 90 oder – diesmal besonders oft – 120 Minuten zu kommen. Gatorade hat speziell für die brasilianische Nationalmannschaft eine „Smart Bottle“ entwickelt, die einen Microchip mit WLAN-Funk im Deckel besitzt. Der Chip misst die Trinkmenge jedes Spielers und meldet diese an eine App auf einem Mobile Device des Trainers.

Zudem wurden die individuelle Wasserverlustrate jedes Spielers und die von ihm benötigten Mineralien in Labortests ermittelt und eine Trinkempfehlung und eine spezielle Elektrolytmischung ermittelt. Die Flaschen besitzen eine Vertiefung im Boden, in die eine Kapsel mit dieser individuellen Mischung eingeklipst wird. Nach dem Einfüllen von Wasser und Schütteln ist nun für jeden Spieler eine ideale Versorgung mit Wasser und Mineralien sichergestellt.

Das Internet der Dinge in Form intelligenter Flaschen – wer hätte schon an solche Einsatzmöglichkeiten gedacht. Doch das ist ein Kennzeichen neuer Technologien – die Technologie entsteht, und erst mit der Zeit zeigen sich die wirklich interessanten, oft auch verblüffenden Anwendungen.

Eine näher liegende High-Tech-Anwendung ist der Packbot des US-Herstellers und PTC-Anwenders iRobot, von dem 30 Exemplare während der WM im Einsatz sind. Hier ist Sicherheit das Thema – Fankrawalle, gewaltsame Demonstrationen und eventuelle Terroranschläge sollen vermieden oder zumindest möglichst schnell beendet oder beruhigt werden. Die Roboter bestanden ihre Generalprobe während des Confederation Cup und des Papstbesuchs im letzten Jahr. Der Packbot kann potentiell gefährliche Gegenstände untersuchen, identifizieren und wegbringen, Kommunikation in unübersichtlichen Situationen ermöglichen und vor allem mit seiner Videokamera eine Lagebeurteilung aus der Ferne ermöglichen.

Er kann bis zu 60 Grad steile Rampen, aber auch Treppen, überwinden, bis zu knapp zehn Stundenkilometer schnell fahren und ist mit einem 1,87 Meter langen Arm bestückt, der zum Greifen genutzt oder mit einer Videokamera bestückt werden kann, so dass er aus der Perspektive eines Menschen filmen kann. Der Packbot besitzt einige semiautonome Funktionen und eine sehr einfache Joysticksteuerung, die es ermöglicht, auch in kritischen Situationen den Roboter sicher zu steuern.

Sobald eine Spielunterbrechung auftritt, kommen die Flaschenträger von Powerade ins Bild, mit denen die Spieler mit Getränken versorgt werden. Coca-Cola arbeitete mit einem 3D-Druck-Dienstleister zusammen, um in nur 30 Tagen spezielle Träger zu entwerfen und 150 Stück davon zu fertigen. Die Träger fassen sechs Flaschen und können in der Mitte geteilt werden.

Ein erster Druck in halber Originalgröße diente dazu, das Design freizugeben, nach kleineren Änderungen wurde die Endversion in voller Größe im SLA-Verfahren gefertigt. Diese sechs Halter wurden dann genutzt, um Silikonformen für die Serienfertigung herzustellen. In diesen Formen wurden in einer Woche die 300 Halbschalen gegossen, die dann zu 150 Trägern zusammengesetzt und mit den Sponsoraufklebern versehen wurden. Dabei waren die SLA-Teile so genau, dass außer dem Entfernen der Grate und Angüsse an den Endteilen keine Nacharbeit notwendig war.

Die Fertigung dieser Kleinserie zeigt exemplarisch die Vorteile des 3D-Drucks – schnell zu Teilen zu kommen. Und das nicht nur, indem man die Endteile druckt, sondern auch indem man die gedruckten Teile zum Formenbau und damit sozusagen indirekt nutzt. Dies ermöglicht eine wesentlich größere Freiheit in der Material- und Technologiewahl – beim Direktdruck hätte man das FDM-Verfahren nutzen müssen, das gegenüber SLA wesentlich schlechtere Oberflächen ergeben hätte. So konnte das optimale Verfahren – SLA – und das optimale Material für das Produkt – Urethan – gewählt werden.

Nun hoffen wir das Beste für unsere Jungs im letzten Spiel, an der Technologie rund um den Fußball kann der Erfolg jedenfalls nicht scheitern.

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