Mit Fremddaten arbeiten: Die Unite-Funktion in PTC Creo 3

Während der PTC Live Global 2014, der weltweiten Anwenderkonferenz von PTC in Boston, stellte Mike Campbell Executive Vice President CAD-Segment, die neue Version PTC Creo 3 vor. Herausragend dabei fand ich die Unite-Technologie, die es sehr viel einfacher als bisher macht, mit Fremddaten zu arbeiten.

Brian Shepherd und Mike Campbell stellten PTC Creo 3 vor.

Brian Shepherd und Mike Campbell stellten PTC Creo 3 vor.

In vielen Fällen muss man, wenn man eine Komponente eines Zulieferers in eigene Baugruppen einbauen möchte, mit einer Datei im Format eines Fremdsystems arbeiten und diese importieren. Dies hat mehrere Nachteile: Zum einen ist das Ergebnis oft nicht allzu gut, zum anderen erzeugt man sozusagen doppelte Daten: Die importierte Kopie steht ohne eine Verknüpfung zu den Originaldaten neben dem Original im Fremdsystem.

Unite ermöglicht es, Daten aus SolidWorks, NX und Catia in PTC Creo direkt zu öffnen. Dabei wird tatsächlich die Originaldatei geladen, so dass bei einer Änderung des Modells im Fremdsystem diese Änderungen automatisch in der PTC Creo-Baugruppe erscheinen. Trotzdem, dass das Modell nicht konvertiert ist, kann PTC Creo auf Kanten und andere Entitäten des Fremdmodells referenzieren.

Meist müssen diese ja – beispielsweise, wenn es sich um die Komponente eines Zulieferers handelt – nicht bearbeitet werden, sondern dienen nur als Referenz für die umgebenden Teile. Erst wenn der Anwender versucht, das Fremdmodell zu ändern, erscheint ein Fenster, das ihn darauf aufmerksam macht, dass dazu das Modell importiert werden muss. Dann erst entsteht die Kopie, die in diesem Moment ja auch ihre Berechtigung hat – der neue Stand entspricht ja nicht mehr dem Stand im Ursprungssystem.

Und hier kommt eine zweite Creo-Spezialität ins Spiel, die allerdings schon seit der letzten Version zur Verfügung steht: Flexible Modeling. Mit der PTC Flexible Modeling Extension lässt sich die „dumme“ Geometrie des importierten Teils sehr komfortabel editieren. Campbell zeigte das Beispiel eines Kühlluftventilators, deren Flügel vom System auf Knopfdruck als Muster erkannt wurden und dann gemeinsam verlängert wurden.

Das ist die Lösung für einen Großteil der Fälle, in denen Fremddaten eine Rolle spielen. Die Datenintegrität – in dem Sinn, dass immer nur eine Version einer Datei existieren darf – wird gewährleistet, und trotzdem stehen die Geometrieelemente des Fremdteils zum Referenzieren zur Verfügung. Erst, wenn die Datei tatsächlich geändert wird – und das dürfte relativ selten vorkommen – wird das Teil endgültig übernommen. PTC Creo bringt übrigens in Version 3 Import- und Exportfilter für die genannten Systeme plus Solid Edge und Inventor standardmäßig mit.

Ich finde, damit hat PTC eines der wichtigsten Probleme der Entwicklungsarbeit in verteilten Entwicklungsumgebungen elegant gelöst.

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