Den Umbau nutzerfreundlich gestaltet

Zum Vorgehen beim Softwareupdate findet man die unterschiedlichsten Vorgehensweisen, von der Daumenregel „immer nur gerade Versionsnummern“ zu installieren, bis hin zu einer Aussage, die mir immer häufiger gerade im PTC Creo-Umfeld begegnet: „Warum sollte ich mit einer alten Version arbeiten, wenn eine neue Version verfügbar ist, die Vorteile bietet?“, das sagte mir ein CAD-Verantwortlicher vor kurzem. Und er konnte das auch belegen: „PTC Creo spart uns wirklich Zeit und hat weitere Vorteile in verschiedenen Prozessen. Die Menüstruktur ist viel einfacher und effizienter geworden, ich schätze, dass wir gegenüber der ersten PTC-Lösung, die wir eingesetzt haben, in der Modellierung doppelt so schnell geworden sind.“

Nächste Woche wird in Boston die neue Version 3 von Creo vorgestellt. Nachdem das Unternehmen Ende 2010 die Umbenennung seiner Modellierprodukte in PTC Creo sowie die Neuentwicklung, Zusammenführung und Zerlegung in Apps angekündigt hatte, war von Manchem befürchtet worden, dass eine längere Zeit der Unsicherheit und unzuverlässiger Versionen folgen würde – Fehlanzeige! Spätestens mit PTC Creo 2.0 präsentierte PTC ein System, das nicht nur stabil zu nutzen, sondern auch effizienter als der Vorgänger war. Die Anwender waren nach einer Testphase begeistert von der neuen Version und der oberste CAD-Verantwortliche bei PTC, Mike Campbell, konnte schnell erstaunlich hohe Konversionsraten melden.

Nun ist PTC Creo 2 schon seit zwei Jahren auf dem Markt und mancher fragte sich schon letztes Jahr, wann denn die nächste Version kommen soll. Wie mir Campbell in einem Gespräch auf der letzten PTC Live Global versicherte, war es schon von Beginn an geplant gewesen, nach Version 2 nicht sofort eine neue Version zu bringen, um den umsteigenden Unternehmen eine gewisse Zeit zu geben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

 

Mike Campbell: Schlauer Plan für den Umstieg auf Creo.

Mike Campbell: Schlauer Plan für den Umstieg auf Creo.

Für mich ist das ein einleuchtendes Szenario: Man lässt der bei vielen Anwendern ungeliebten Version 1 möglichst schnell eine möglichst stabile Version 2 folgen, um dann den Unternehmen Zeit zu geben, auf die neue Software umzusteigen. Auf der einen Seite legt man bei den Hauptapplikationen – den Nachfolgern von PTC Pro/Engineer und PTC CoCreate – das Hauptaugenmerk auf Stabilität, Datenkompatibilität und baut zunächst eher behutsam um.

Auf der anderen Seite führt man nach und nach Zusatzapplikationen ein, die im Lauf der Zeit Teile der Funktionalität dieser Hauptapplikationen übernehmen kann, um so die Modularität zu erreichen, die mit der App-Philosophie verbunden ist. Beispiele dafür sind PTC Creo Direct, das zur vollwertigen App für die direkte Modellierung wachsen dürfte, oder auch PTC Creo Layout, von dem ich erwarte, dass es der Kern einer zukünftigen, vollwertigen Zeichnungserstellungs-App ist, die beiden Modellierphilosophien – direkt und parametrisch – zur Zeichnungsableitung dient. Es ist ja auch widersinnig, wie im Augenblick zwei getrennte 2D-Module für PTC Creo Parametric und PTC Creo Elements/Direct zu pflegen. Denkt man diese Vorgehensweise weiter, sollte nächste Woche auf der PTC Live Global eine Version 3 vorgestellt werden, die einige Neuheiten bietet. Ich werde von der Vorstellung direkt berichten.

In meinem CAD CAM-Blog habe ich mir vor einiger Zeit Gedanken über den Lebenszyklus von CAD-Systemen gemacht und gezeigt, dass solche Systeme etwa alle 15 Jahre neu programmiert werden müssen – weil sich die IT so schnell weiterentwickelt, dass die damals gewählte Basisarchitektur die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllen kann.

Es wird also immer wieder unvermeidlich sein, das System komplett auf neue Beine zu stellen – es kommt dann eben darauf an, wie nutzerfreundlich man diese Umwälzung gestaltet. Eine sinnvolle, zeitlich genau abgestimmte Versionsstrategie und ein paralleles Pflegen der bisherigen Systeme, parallel dazu Aufbau der diese Monolithen ablösenden Apps – so wie bei PTC stelle ich mir eine saubere, auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmte Ablösestrategie vor. Ich finde, dass PTC hier einen sehr guten Job gemacht hat.

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