PDM-Funktionen: Der richtige Umfang für kleine Organisationen

Chad Jackson, Lifecycle Insights

Technologie kann viel bewegen. Aber ist sie für jedes Unternehmen gleich effektiv? Die Vorteile und Stärken hören sich vielleicht verführerisch an, doch manchmal kann neue Technologie tatsächlich mehr Bürokratie und Störungen verursachen, als sie löst.

Im heutigen Beitrag möchte ich darauf eingehen, welche Aspekte von PLM- und PDM-Systemen für kleinere Unternehmen sinnvoll sind. Ich bin sicher, dieses Thema wird, wie meistens, einige Diskussionen auslösen.

Grundlegende Definitionen
Bevor wir anfangen, die einzelnen Merkmale zu bewerten, sollten wir einige grundlegende Begriffe definieren. PDM, ein grundlegender Bestandteil von PLM, bietet drei vollkommen unterschiedliche Arten von Datenmanagementfunktionen:

  • CAD-Datenmanagement: Die Versionen und Iterationen von Baugruppen, Modellen, Zeichnungen und anderen in CAD-Anwendungen erzeugten Elementen werden in einem zentralen, serverbasierten System verwaltet.
  • Konstruktionsdatenverwaltung: Dokumente und sonstige Lieferbestandteile im Zusammenhang mit Produkten und Teilen, die in der technischen Entwicklung erstellt wurden, werden in einem zentralen, serverbasierten System verwaltet. Hierzu gehören Spezifikationen, Kalkulationen, Prototypenpläne, Testpläne und -ergebnisse usw.
  • Enterprise Data Management (EDM): Dokumente und Lieferbestandteile, die außerhalb der technischen Entwicklung erstellt wurden, aber sich auf Produkte und Teile beziehen, werden in einem zentralen, serverbasierten System verwaltet. Dies können NC-Folgen, Servicepläne, Marketing- und Vertriebsmaterial usw. sein.

PLM-Systeme liefern einen erheblich erweiterten Funktionsumfang wie Prozessautomatisierung und Berichterstattung. Heute allerdings wollen wir uns auf Funktionen für das Datenmanagement beschränken.

CAD-Datenmanagement? Eine Selbstverständlichkeit.
Eigentlich liegt es auf der Hand, dass jedes Unternehmen, das eine CAD-Anwendung verwendet, eine Lösung für das CAD-Datenmanagement benötigt. Eine mittelgroße Produkt-Baugruppe kann aus hundert oder mehr Teiledateien und derselben Menge von Zeichnungen bestehen. Jede Datei kann mehrere Versionen und Iterationen durchlaufen. Aus Sicht des Einzelnen ist CAD-Datenmanagement so ziemlich die einzige Möglichkeit, all diese Änderungen im Griff zu behalten.

Wenn ein Team gleichzeitig an einem Entwurf arbeitet, ist CAD-Datenmanagement die einzige Möglichkeit, das Chaos zu beherrschen. Häufig hängt ein Entwurf von einem anderen ab, der möglicherweise in die Zuständigkeit eines anderen Konstrukteurs oder Ingenieurs fällt. Ohne eine Möglichkeit, Änderungen zu verfolgen und zu steuern, kann man schnell den Überblick darüber verlieren, was jeder Einzelne tut.

Einfach ausgedrückt: Das ist wirklich eine Selbstverständlichkeit.

Konstruktionsdatenverwaltung? Eine natürliche Ergänzung
Die nächste Überlegung ist, ob Konstruktionsdatenverwaltung für kleinere Unternehmen sinnvoll ist. Entwicklungsdokumente sind in der Regel eng mit CAD-Modellen und -Lieferbestandteilen verwandt. Beispielsweise beziehen sich Kalkulationstabellen mit Berechnungen auf wichtige Bemaßungen in einem 3D-Modell. Testergebnisse referenzieren eine spezifische Entwurfskonfiguration.

In diesen Fällen, in denen die Dokumente sich eng auf spezifische CAD-Modelle beziehen, ist Konstruktionsdatenverwaltung auch für kleinere Unternehmen sinnvoll. Sie bleiben organisiert und stellen sicher, dass die richtigen Elemente miteinander verknüpft werden. In der technischen Entwicklung entspricht dies den grundlegenden Regeln der Buchführung. Im Vergleich zum manuellen Management solcher Artefakte auf einem Desktop ist dies die optimale Lösung für kleinere Unternehmen.

Enterprise Data Management? Eine erzwungene Lösung
Der Fall beim Enterprise Data Management (EDM) liegt auf der Hand. Viele Organisationen außerhalb der technischen Entwicklung generieren eigene Dokumente und Lieferbestandteile, die Konstruktionsinformationen wie eine Teilenummer, ein CAD-Modell oder eine Produktkonfiguration referenzieren. Natürlich wäre es sinnvoll, all diese Elemente dem entsprechenden CAD-Modell im PDM-System zuzuordnen.

Eine derartige Vision ist allerdings weniger einfach zu realisieren als das CAD-Datenmanagement. Wenn ein Benutzer eine CAD-Baugruppe eincheckt, kann das PDM-System die Dateien analysieren und automatisch ihre Beziehungen untereinander extrahieren. Für den Benutzer ist der Aufwand äußerst gering. Bei der Konstruktionsdatenverwaltung und beim Enterprise Data Management müssen diese Beziehungen manuell definiert werden.

Für Ingenieure ist es ganz natürlich, diese Elemente miteinander in Beziehung zu setzen. Es hilft ihnen, sich zu organisieren. Dieselben Vorteile können auch außerhalb der technischen Entwicklung greifen. Allerdings müssen die dafür anfallenden Kosten berücksichtigt werden. Personen, die außerhalb der technischen Entwicklung arbeiten, haben nicht jeden Tag mit solchen produktlastigen Informationen zu tun. Der Aufwand geht für sie daher weit über ihre normalen Aufgaben hinaus. In meinen Augen sind die Ergebnisse den Aufwand nicht wert.

Wiederholung und Fragen
CAD-Datenmanagement ist für Unternehmen jeder Größe eine Selbstverständlichkeit.

Die Konstruktionsdatenverwaltung ist eine natürliche Ergänzung für kleine Unternehmen, um Ordnung in das Chaos der technischen Entwicklung zu bringen.

Enterprise Data Management ist zwar für manche Unternehmen günstig, lohnt sich bei kleinere Unternehmen allerdings nicht. Die Ergebnisse sind den Aufwand nicht wert.

Das waren also meine Gedanken zu diesem Thema. Was denken Sie darüber? Ist Enterprise-PDM besser für kleine Organisationen geeignet, als ich denke? Geht schon die Konstruktionsdatenverwaltung für kleine Unternehmen zu weit? Lassen Sie uns wissen, was Sie denken.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bis bald. Vielen Dank an alle Leser!

Anm. d. Red.: Weitere Informationen zum PDM-Konzept von PTC finden Sie in unserem PDM-Ressourcencenter. Weitere Informationen finden Sie auf der Produktseite zu PTC Windchill. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie PTC Kunden von PDM-Technologie profitieren, lesen Sie die Fallstudie über Narae Nanotech.   
Die Veröffentlichung dieses Blogbeitrags durch PTC erfolgt in Lizenz. Die Konzepte, Ideen und Meinungen dieses Beitrags wurden von dem Branchenanalysten Chad Jackson von Lifecycle Insights unabhängig ausgearbeitet.

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