Interoperabilität, Konsolidierung, Integration: Was wäre, wenn das alles keine Rolle mehr spielen würde?

Monica Schnitger

Wir haben bereits darüber gesprochen, wie Sie Ihre CAD-Installation optimal nutzen und ob es vielleicht an der Zeit ist, Ihre aktuelle Lösung zu überdenken. Ein wichtiger Aspekt bei der Straffung Ihres Workflows ist, sich den Umgang mit CAD-Modellen anzusehen, die außerhalb Ihres unmittelbaren Teams generiert werden. Wir alle arbeiten in unseren Unternehmen mit anderen Zusammen, erhalten Anfragen von Kunden und Partnern, tauschen Entwurfsiterationen mit Zulieferern aus usw. Wenn wir alles richtig machen, erhalten wir so einen Rundum-Überblick über jedes Projekt. Damit das möglich ist, fordern Lieferketten seit langem ein einheitliches CAD-Tool für die Bereitstellung von Entwürfen. Einige große OEMs verlangen sogar, dass alle ihre Zulieferer für die Konstruktionsarbeit dasselbe CAD-Paket verwenden, da bei der Konvertierung zwischen Dateiformaten sehr viele Details verloren gehen können. Aber was, wenn Sie für mehrere Unternehmen als Zulieferer tätig sind? Behalten Sie dann Lizenzen und Spezialisten für jedes CAD-Paket, oder rotieren Sie Ihre Mitarbeiter von einem Paket zum nächsten, um den Wünschen Ihrer Kunden nachzukommen? Was für eine Verschwendung an Software, Hardware und Personalressourcen!

Wie wäre es, wenn all diese Probleme keine Rolle mehr spielen würden und wir alle in ein und demselben Tool arbeiten könnten?

PTC Creo Flexible Modeling Extension (FMX) wurde vor wenigen Jahren veröffentlicht. Mit PTC Creo FMX lassen sich Modelle aus CATIA, Fusion, NX, Solid Edge, SolidWorks oder JT öffnen, in PTC Creo Baugruppen einfügen und genauso bearbeiten, als wären sie ursprünglich in PTC Creo erstellt worden. Wird in NX eine Änderung am NX-Modell vorgenommen, so werden die Änderungen automatisch in PTC Creo übertragen. Wird das Teil allerdings in PTC Creo geändert, wird die Verknüpfung getrennt. Das Teil gehört dann Ihnen und Änderungen im Originalformat werden nicht mehr auf Ihr Teil übertragen. Anders ausgedrückt: Solange Sie das importierte Teil nicht verändert haben, sehen Sie alle Änderungen am Originalteil. Sobald Sie das importierte Teil bearbeiten, lösen Sie die Verknüpfung zum Original.

Die flexible Modellierung ermöglicht einen reibungslosen Austausch mit allen im erweiterten Team. Sie können Zuliefererteile im nativen CAD-Format in Ihre Baugruppe einbinden und bearbeiten. Dazu müssen Sie nichts wiederholen oder wiederherstellen. Sie arbeiten direkt mit dem Originalteil. Dadurch vermeiden Sie, dass sich beim erneuten Modellieren Fehler einschleichen (die Sie dann finden und beheben müssen). Alle können in dem CAD-Produkt arbeiten, mit dem sie am effizientesten und produktivsten sind. Die unvermeidlichen Konstruktionsänderungen in letzter Minute lassen sich schneller und einfacher durchführen. Das verursacht weniger Stress.

Mit PTC Creo FMX erhalten zudem Direktmodellierungsfunktionen zur Bearbeitung des importierten Teils. Wir haben in dieser Reihe noch nicht über die Anwendungsmöglichkeiten für die direkte und parametrische Modellierung gesprochen. Der Hauptvorteil der Direktbearbeitung ist, dass Sie nicht wissen müssen, wie oder warum die Randbedingungen, Bezüge und Features des Teils erstellt wurden. Sie können einfach die endgültige Geometrie bearbeiten. PTC Creo FMX ergänzt Creo Parametric um Direktbearbeitungsfunktionen, sodass Sie Dateien einfach aus dem anderen CAD-System importieren und die Teile direkt ändern können, indem Sie Flächen und Formen markieren und bearbeiten, beliebig verschieben, anfügen, runden usw., ohne sich mit der Konstruktionsabsicht des ursprünglichen Konstrukteurs auseinandersetzen zu müssen. Das Tool kann Geometrie auch anhand von Mustern erkennen und gruppieren und so beispielsweise Features aus symmetrischen Bohrungen erzeugen. Das beschleunigt die Bearbeitung und vermeidet manuelle Tätigkeiten. In PTC Creo FMX bleibt die Konstruktionsintelligenz des parametrischen Modells vollständig erhalten, sodass keine Konstruktionsabsicht verloren geht. Das parametrische Modell wird stets mit allen Änderungen synchronisiert, unabhängig davon, ob diese parametrisch oder mittels Direktbearbeitung vorgenommen werden.

Stellen Sie sich nur vor, wir schnell Sie mit diesen Möglichkeiten bei Ihren Projekten reagieren können und wie dies Ihre Arbeit transformieren kann. Solange die anderen am Projekt Beteiligten eines der unterstützten Formate verwenden, können Sie deren Entwürfe direkt bearbeiten. Sie senden Ihnen ein Teil, das Sie in PTC Creo FMX ändern und an Ihr Team weitergeben, damit jeder genau weiß, wie sich der Entwurf entwickelt. Wenn Ihr Partner oder Kunde etwas ändert und die überarbeitete Version schickt, kommt der effiziente Collaboration-Workflow voll zum Tragen.

Die Arbeit mit Partnern ist allerdings nur ein Teil der Geschichte. Was wäre, wenn Sie Legacy-Modelle, die in einem anderen CAD-System erstellt wurden, als Grundlage für neue Entwürfe verwenden könnten? Wenn Sie nicht von vorne mit dem Modellieren beginnen müssen, wie viel Zeit und Geld würden Sie dadurch sparen? Nur äußerst wenige Entwürfe werden vollkommen neu erstellt. Höchstwahrscheinlich gab es für das Original bereits ein CAD-Modell. Wenn es in einem der unterstützten Formate vorliegt, können Sie es mit PTC Creo FMX einfach genauso bearbeiten, als wäre es ein PTC Creo Teil.

PTC Creo Flexible Modeling Extension ist eine äußerst leistungsfähige Technologie. Sie können damit Legacy-Entwürfe wiederverwenden, die Interaktion mit Partnern und Kunden verbessern und mit Modellen arbeiten, für die keine Konstruktionsabsicht verfügbar ist. Wenn Sie sich Ihre aktuellen Prozesse ansehen, sehen Sie, wie Sie durch die Kombination von Technik und Workflow die Reaktionsfähigkeit Ihres Unternehmens verbessern können.

Anm. d. Red.: Weitere Informationen finden Sie im Ressourcencenter zu PTC Creo FMX. Erfahren Sie außerdem, wie Stettler Kunststofftechnik von der flexiblen Modellierung profitiert. Und besuchen Sie unseren Blog, um mehr darüber zu erfahren, wie das PTC Tool für flexible Modellierung bei späten Konstruktionsänderungen helfen kann.
Über die Autorin: Monica Schnitger ist Gründerin, President und Hauptanalystin der Schnitger Corporation. Seit 1999 entwickelt sie Industrieprognosen, Marktmodelle und -statistiken für den Softwaremarkt in den Bereichen CAD/CAM, CAE, PLM, GIS, Infrastruktur sowie Architektur, Technik, Bauwesen und Anlagenentwurf. Frau Schnitger hat zahlreiche Artikel zu diesen Themen verfasst und Vorträge für Technologieeinkäufer, Investoren und Entwickler gehalten. Zudem betreut sie Kunden jeder Größe in aller Welt.

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