Schnittstellenärger vermeiden

PTC Creo Flexible Modeling

Auf dem ProSTEP iViP-Symposium ging es letzte Woche um eines der größten Probleme im CAD-Bereich: Die Übertragung von Modellen mit möglichst vielen und möglichst richtigen Daten. Mit dem STEP-Format und dem Codex of PLM Openness betreibt der ProSTEP-Verein zwei der wichtigsten Initiativen in diesem Bereich. PTC ist einerseits bei der Entwicklung solcher Standards dabei, andererseits sorgt das Unternehmen mit seiner AnyData Adoption-Technologie und der PTC Creo Flexible Modeling Extension dafür, dass die Nutzung von Fremddaten ihren Schrecken verliert.

Der STEP (STandard for the Exchange of Product Model Data)-Standard hat den Anspruch, neben den reinen Geometriedaten die Intelligenz des Modells mit zu übertragen. Dazu zählen Metadaten, aber auch Informationen zu Strukturen, Zusammenhängen und Referenzen innerhalb des Modells.

PTC Creo Flexible ModelingDer Code of PLM Openness (CPO) ist eine Initiative des ProSTEP iViP Vereins, um unter IT-Kunden, IT-Anbietern und IT-Serviceprovidern ein einheitliches Verständnis zum Thema Offenheit im Umfeld PLM zu etablieren. Der CPO geht weit über die Forderung zur Bereitstellung von IT-Standards und entsprechender IT-Schnittstellen hinaus. Er umfasst messbare Kriterien (‚muss’, ‚soll’, ‚kann’) zu den Kategorien Interoperabilität, Infrastrukturen, Erweiterbarkeit, Schnittstellen, Standards, Architekturen und Partnerbeziehungen. Ziel ist es, Anbietern, Kunden und Serviceprovidern den Grad der Offenheit eines Anbieters transparent zu machen. PTC ist Mitglied des Core-Teams des CPO.

Doch Standards und Offenheit sind nur eine Seite der Medaille, man muss auch die Möglichkeit haben, sinnvoll mit extern angelieferten Daten zu arbeiten. Dies ist vor allem wichtig, wenn es darum geht, in einem Verbund von Firmen zu entwickeln. Es reicht ja nicht, einfach nur die Daten des Konstruktionspartners zu importieren und daran weiter zu arbeiten, denn wenn sich die zugelieferten Daten ändern – und das werden sie, weil ja gemeinsam entwickelt wird – müssen sie neu importiert werden und die Beziehungen zwischen externen und eigenen Geometrien sind verloren.

Mit dem „Adoptieren“ von Daten hat PTC einen interessanten Zwischenschritt entwickelt – man importiert die Daten nicht komplett, sondern nutzt sie, wie sie angeliefert werden. Import bedeutet ja, dass PTC Creo die Daten des Fremdsystems einliest, interpretiert und diese Interpretation in eigene Geometrie umwandelt. Da CAD-Systeme den Modellaufbau anderer Systeme typischerweise nicht komplett verstehen können – weil eben die Features anders funktionieren – bleibt beim Import meist eine relativ „dumme“ Geometrie übrig.

Die Geometrie sieht zwar aus wie im anderen System, aber das Zielsystem weiß beispielsweise nicht, dass ein Loch kreisförmig ist – es ist nur die Kante importiert worden, nicht die Featureinformation, dass diese Kante einen Kreis beschreibt. Deshalb kann oft auf eine solche Kante nicht referenziert werden – wenn es doch geht, ist dies ein Qualitätsmerkmal der Schnittstelle, die eben doch das Feature erkannt beziehungsweise verstanden hat.

AnyData Adoption hat einen anderen Ansatz: PTC Creo interpretiert die Geometrie zwar, importiert sie jedoch nicht. Deshalb ist es jederzeit möglich, das fremde CAD-Modell auszutauschen, ohne die eigenen Daten zu gefährden. Dies klappt so lange, wie man das Fremdmodell nur nutzt, um darauf zu referenzieren – was ja der übliche Weg ist, wenn eine Komponente eines Zulieferers in eigene Baugruppen integriert werden soll – man bearbeitet die reale Komponente üblicherweise ja auch nicht nach.

Erst, wenn man tatsächlich am fremden Modell arbeiten will, importiert man es in PTC Creo. Und dann hilft die PTC Creo Flexible Modeling Extension (FMX), die es ermöglicht, Elemente einer „dummen“ Geometrie zu verändern, zu verschieben oder zu löschen. So lässt sich ein importiertes Modell komfortabel und effizient bearbeiten. Dies hat viel mit Featureerkennung zu tun – PTC Creo FMX versteht den Zusammenhang der Geometrie – beispielsweise den erwähnten Kreis – so dass der Anwender beispielsweise den Durchmesser ändern kann. So wird die „dumme“ Geometrie wenigstens etwas intelligent.

AnyData Adoption und die PTC Creo Flexible Modeling Extension adressieren eine der wichtigsten Fragen des CAD-Alltags: Wie arbeite ich mit fremden Daten? Und sie geben zwei sehr gute Antworten, indem sie dem Anwender die Freiheit geben, mit Fremddaten so umzugehen, wie es der konkrete Anwendungsfall erfordert.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Creo Technologie, Vorteile von Creo und getagged , , . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>