Open-Source-Uhrenbau mit PTC Creo

Jeder von uns hat ein Handy mit Uhr. Im Auto befindet sich eine Uhr. Ebenso am Fernseher und am Computer. Sogar in den neuartigen Kugelschreiber, den Sie von Ihrer Bank bekommen haben, ist eine Uhr eingebaut. Uhren sind allgegenwärtig und so genau wie noch nie.

Man würde meinen, dass sich diese Tatsache negativ auf traditionelle Uhrenhersteller auswirkt. Aber nein: Tatsächlich erlebt die Industrie für Armbanduhren einen wahren Boom. Die neue Generation will mehr als nur billige Technik. Sie will Eleganz und Einfallsreichtum, gepaart mit einem hochwertigen mechanischen Uhrwerk.

Laut Associated Press „konnte die Schweizer Uhrenindustrie 2012 mit Exporten von insgesamt 21,4 Milliarden Franken, das entspricht einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr, ein Rekordjahr verzeichnen“.

In den Vereinigten Staaten, genauer gesagt in Detroit, hat soeben Shinola die Produktion von hochwertigen Armbanduhren aufgenommen.

Ähnlich wie bei Fahrrädern und bei handwerklich gebrautem Bier sind immer Menschen bereit, hohe Preise für sorgfältig hergestellte Lifestyle-Produkte zu bezahlen. Und nicht nur das. Immer mehr junge Menschen steigen in das Design, die Herstellung und Reparatur der Zeitmesser ein. Menschen wie Urs Gottscheu, Schweizer Uhrmacher und Chef von Constructing Time.

Gottscheu verbindet die handwerklichen Fähigkeiten eines Meisters seines Fachs mit Ideen des 21. Jahrhunderts. Inspiriert von der Open-Source-Softwarebewegung leitet Gottscheu eine Gruppe, die plant, „eine neue Open-Source-Uhrenbewegung ins Leben zu rufen“.

Laut Gottscheu ist die Uhrmacherei zwar traditionell eine Welt voller kleiner, wohl gehüteter Geheimnisse, doch „diese Geheimnisse hängen heutzutage mehr mit Marketing als mit tatsächlichen technischen Fortschritten zusammen“.

Er vermutet, dass dies die Industrie ausbremst. Auf OpenMovement.org lädt er daher alle Uhrmacher, Uhrenbauingenieure, kleine und große Uhrenhersteller, Zulieferer, Teilehersteller, Uhrmacherschulen, Studenten und Interessierten ein, gemeinsam die nächste Uhrengeneration zu bauen.

Gottscheu erhofft sich von der offenen Zusammenarbeit all dieser Beteiligten einen gewaltigen Technologiesprung.

Sobald das Projekt läuft, soll jeder auf die Pläne und Teilekits zugreifen können und die Uhren gemäß den Bestimmungen der neuen Uhrenbewegung verwenden, verbessern und reparieren können. Die offene Gruppe nennt das Projekt „Watchmaking 2.0“.

Natürlich erfordern moderne Ideen eine moderne Software. Hier kommt INNEO ins Spiel. INNEO ist ein PTC Partner und liefert die Modellierungssoftware für das Projekt von OpenMovement.org.

Mit PTC Creo und seinen Direktmodellierungsfunktionen können die verschiedenen Konstrukteure und Ingenieure zusammen arbeiten und Teile erstellen und ändern, selbst wenn diese von anderen erzeugt wurden.

„Wir sind überzeugt, dass es sich um eine gute, ausbaufähige Lösung handelt“, so Gottscheu. „Diese Technologie ist wirklich zukunftsorientiert.“

Hier sehen Sie ein kurzes Video in dem Gottscheu über das Projekt spricht.

 

Anm. d. Red.: Zu meinem 40. Geburtstag habe ich mir die Eleganz, Qualität und Ingenieurskunst einer hochwertigen mechanischen Armbanduhr eines anderen Schweizer Uhrenherstellers gegönnt: eine Rolex. Meine Rolex GMT II ist nicht nur mein teuerster Besitz, sondern wurde auch mit PTC Software entworfen.

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