Big Data und Product Data

Produkte, die über das Internet of Things verbunden sind, sind keine Datenquellen, es sind „Daten-Geysire“. Die Datenmengen, die hier produziert werden, können riesig sein. Ob nun Kleinserienprodukte viele Daten senden oder Massenprodukte wenige – immer sind es wahre Datenberge, die verarbeitet werden müssen. Ein Formel-Eins-Auto – wahrscheinlich eines der ersten vernetzten Produkte – sendet bei Testfahrten die Daten von über 300 Sensoren an die Box, im Rennen werden immerhin etwa 160 Sensoren überwacht. Das ergibt pro Runde 10 Mbyte Daten – mal 2 Autos pro Team, mal 70 Runden. Das ist der Grund, warum im Zusammenhang mit dem IoT immer auch das Thema Big Data auftaucht.

140506_ThingWorxDemo_1„Big Data“ ist jedoch nichts ohne „Product Data“, denn was nützt mir der jederzeit aktuelle Zustand einer Maschine, wenn ich den Aufbau und die Konfiguration dieser Maschine nicht kenne? Deshalb ist PTCs Strategie, die sich im Kauf von ThingWorx manifestiert hat, auch so interessant.

ThingWorx hat die Werkzeuge, mit denen sich die Datenflut kanalisieren und nutzen lässt, um mit den Erkenntnissen aus diesen Daten – verknüpft mit weiteren Daten aus den PLM- und SLM-Datenbanken – ganz neue Angebote generieren zu können. Tom Sears, Technical VP of Solution Strategy, PTC Service Lifecycle Management Business Segment, erläutert auf dieser Seite die Funktionsweise eines Dienstleistungsangebots auf Basis der ThingWorx-Plattform und der PTC Windchill-Produktlinie.

In dem Beispiel hat ein Hersteller von Minenbaufahrzeugen die Wartungsverantwortung für seine Produkte vom Kunden übernommen, der Kunde kauft sozusagen kein Fahrzeug, sondern Betriebsstunden und der Anbieter muss dafür sorgen, dass die Maschine möglichst immer läuft, wenn sie benötigt wird. Da die Maschinen in der ganzen Welt verteilt sind, muss eine Möglichkeit geschaffen werden, die Maschinen zentral zu beaufsichtigen.

140506_ThingWorxDemo_2Hier kommt die ThingWorks-Lösung ins Spiel: Die Maschinen senden ihre aktuellen Zustandsdaten an den Hersteller, wo sie von der ThingWorks-Lösung gesammelt und aufbereitet werden. Das bedeutet auch, dass sie mit Daten aus PTC Creo, PTC Windchill, PTC Integrity und PTC Servigistics kombiniert werden, um dann im Dashboard des Überwachers aufzutauchen.

Dieser sieht die Maschinen auf einer Weltkarte, die Maschinensymbole zeigen mit Farben den „Gesundheitszustand“ an. So kann der Überwacher mit wenigen Klicks reagieren, wenn ein Defekt auftritt – oder sich auch nur ankündigt. Die Darstellungen im Dashboard reichen bis zur Echtzeit-Darstellung der Maschinenparameter. Und hier wird es spannend – die defekte Hydraulikpumpe wird nämlich nicht nur in Tabellenform angezeigt, sondern auch ihre Position im PTC Creo-Modell. Aus PTC Servigistics kommen die Serviceinformationen, beispielsweise ein Video, das den Aus- und Einbau der Pumpe zeigt, aus PTC Windchill die Stückliste der Ersatzteile. So kann ein Wartungstechniker per Knopfdruck beauftragt, informiert – über den Standort der Maschine ebenso wie über den Umfang der Wartung – und mit den richtigen Ersatzteilen versorgt werden.

Doch was ich am interessantesten finde, wird nicht explizit erwähnt: Da musste kein armer Mensch hinsitzen und sich ausdenken, welche Kombination von Parametern in 36 Stunden zu einem Ausfall der Maschine führen wird – Big Data heißt, die riesige Datenmenge wird nach Mustern durchsucht und das System stellt von selbst fest, dass – beispielsweise – Hydraulikpumpen bei diesem Maschinentyp typischerweise nach etwa 10.000 Stunden kaputtgehen und sich dies durch einen Anstieg der Öltemperatur in der Hydraulik ankündigt. So kann das System selbst Alarm geben und Querverbindungen herstellen – immer wieder mit Rückgriff auf die Engineeringdaten aus PTC Creo und PTC Windchill.

Das ist das Tolle am Internet der Dinge – je mehr Daten ich zur Verfügung habe, desto besser kann ich Muster, Regeln und typische Abläufe erkennen, die es erlauben, sozusagen einen Blick in die Zukunft zu werfen – auch wenn es „nur“ die Zukunft einer Hydraulikpumpe ist.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Konstruktion neu erfunden und getagged , . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>