Tipps für die Auswahl des richtigen CAD-Pakets

Der Kauf eines CAD-Softwarepakets oder -bündels hat gewisse Vorteile gegenüber dem Erwerb eines zentralen CAD-Produkts und der nachträglichen Anschaffung einzelner Module und Erweiterungen. Aber wie finden Sie das richtige Bündel für Ihr Unternehmen?
Diese Frage ist wichtiger, als Sie zunächst denken mögen. Gehen Sie bei der Auswahl eines Softwarepakets mit Bedacht vor. Ihr Unternehmen kann dadurch schlanker, innovativer und wettbewerbsfähiger werden. Ein planloses Vorgehen führt zu unnötigen Kosten, einer verlängerten Rollout-Phase und entgangenen Chancen.

Beachten Sie bei der Wahl des richtigen Bündels für Ihr Unternehmen die folgenden fünf Tipps.

Tipp 1. Implementieren Sie Prozesse, keine Software
Die meisten Unternehmen machen beim Kauf von Konstruktions- und Entwicklungssoftware einen großen Fehler: Sie ignorieren deren übergeordnete Rolle bei der Produktentwicklung. Das CAD-System existiert nicht in einem Vakuum. Es gehört zu einem Entwicklungsprozess, der Angebote, Analysen, Datenmanagement, Fertigungssysteme usw. umfassen kann.

Konzentrieren Sie sich auf das Gesamtbild, nicht nur auf die CAD-Software. So können Sie die besten Kernprodukte und Funktionen für Ihren Entwicklungsprozess ermitteln.

Beispielsweise haben Unternehmen jeder Größe mit dem Management von Modellen, Zeichnungen und allen zugehörigen Versionen zu kämpfen. Deshalb sollte jede CAD-Strategie auch PDM-Funktionen vorsehen. Wie sollen neu erstellte CAD-Dateien gespeichert, abgefragt und aktualisiert werden? Wann müssen Sie dieses System erweitern? Welche Risiken bestehen, wenn Sie vorerst auf eine Datenmanagementlösung verzichten? Ist das evaluierte CAD-Bündel mit Ihrer übergeordneten PDM-Strategie kompatibel?

Übernehmen Sie sich nicht. Nach meiner Erfahrung mit anderen Unternehmen empfehle ich, für 24 Monate vorauszuplanen. Analysieren Sie, wie Sie Ihren Entwicklungsprozess in diesem Zeitraum optimieren können. Kaufen Sie dann das Bündel, das am besten zu dieser Vision passt, nicht nur zu Ihren unmittelbaren CAD-Anforderungen. Diese Vorgehensweise ermöglicht in der Regel die besten Einsparungen und erheblich bessere Ergebnisse in der Produktentwicklung.

Tipp 2. Stellen Sie die richtigen Fragen
Die meisten Menschen haben beim Softwarekauf von vornherein bestimmte Auswahlkriterien im Kopf. Aber wie stellen Sie Ihre Auswahlkriterien zusammen? Und woher wissen Sie, ob Sie die richtigen Fragen stellen? Hier einige Tipps aus den Erfahrungen einiger besonders erfolgreicher Installationen:

Für kleinere Entwicklungsteams. Besorgen Sie sich bei Vertriebspartnern und Anbietern Einkaufsleitfäden, Kundenreferenzen und Best Practices-Richtlinien. In diesen Unterlagen sind oft Punkte aufgeführt, die Sie noch nicht berücksichtigt haben. Support? Skalierbarkeit? Sicherheit? Dateikonvertierung? Abwärtskompatibilität? Wichtige Fragen sind schnell vergessen, vor allem, wenn Sie ein dringendes Problem lösen müssen. Konzentrieren Sie sich daher auf die Verbesserung des Entwicklungsprozesses in den ersten 24 Monaten. So können Sie ein Paket erwerben, das Ihre mittelfristigen Pläne optimal unterstützt.

Für größere Teams und Projekte. Ein Auswahlkomitee kann sicherstellen, dass die grundlegenden Anforderungen erfüllt werden. Darüber hinaus kann es später bei der Übernahme hilfreich sein. Das Komitee sollte sich folgendermaßen zusammensetzen:

  • Ein oder zwei hochrangige Entscheider aus den betroffenen Bereichen der technischen Entwicklung und der kaufmännischen Abteilung.
  • Experten für den Entwicklungsprozess aus allen betroffenen Bereichen wie Konstruktion und Fertigung.
  • Finanzanalysten, die mithilfe der genannten Experten die Rentabilität jedes Pakets ermitteln können.
  • Einen Experten für betriebliche Verbesserungen, den Sie häufig beim Softwareanbieter anfordern können. Dieser Berater sollte nachweislich über Erfahrung mit Kunden Ihrer Größe, aus Ihrer Industrie und mit Ihren Anforderungen verfügen. In komplexen Situationen ist der Experte für betriebliche Verbesserungen bei der Planung der Kosten und des zeitlichen Rahmens der Softwareimplementierung besonders hilfreich.
  • Experten für Legacy-Systeme kennen die gewünschten Entwicklungsprozesse, verstehen die aktuellen Prozesse und wissen, welche Konstruktionsdaten für das neue System und den neuen Prozess konvertiert werden müssen.

Tipp 3. Priorisieren Sie die Anforderungen klar
Das Priorisieren von Anforderungen erfolgt häufig aus dem Bauch heraus. Für größere Teams und Projekte gibt es allerdings einige Fallstricke zu beachten.

Für kleinere Entwicklungsteams. Priorisieren Sie Ihre Auswahlkriterien und ordnen Sie sie den Funktionen der einzelnen Pakete des Anbieters zu.

Für größere Projekte. Das Sammeln von Anforderungen ist oft äußerst zeitintensiv und umfasst Hunderte oder gar Tausende von Anforderungen. Achten Sie daher auf Folgendes:

  • Kennzeichnen Sie obligatorische Prozesse und Funktionen eindeutig.
  • Berücksichtigen Sie Entwicklungsdaten aus Legacy-Systemen, die in der neuen CAD-Software verwendet werden sollen.

Tipp 4. Eliminieren Sie teure Ausnahmen
Während Sie die einzelnen Anforderungen priorisieren, sollten Sie dem Bedürfnis widerstehen, 80 % Ihrer Zeit für das eine Prozent Ihres Unternehmens aufzuwenden, das übermäßig komplex ist oder vor allem auf Ausnahmen beruht.

Ein Softwarebündel oder -paket spart Ihnen Zeit, indem es Ausnahmeprozesse und „individuelle“ Entwicklungsanforderungen standardisiert und eliminiert. Nutzen Sie die Zeit und das Geld für die Planung, um teure Ausreißer zu eliminieren und Prozesse zu straffen, wo immer dies möglich ist.

Tipp 5. Machen Sie sich mit dem Zeitraum für die Implementierung vertraut
Viele Anbieter werben damit, dass sich ihr Paket besonders schnell implementieren lasse – und das mit gutem Grund. In den meisten Unternehmen ist Zeit Geld. Je schneller ein Paket von der Installation zum Rollout gelangt, umso kostengünstiger ist die Implementierung.

Machen Sie sich auch damit vertraut, was Sie vom Rollout zu erwarten haben. Viele Unternehmen haben sich bislang auf die Schätzungen der Anbieter verlassen, nur um sich dann mit steigenden Kosten und ständigen Terminverschiebungen für die Live-Schaltung konfrontiert zu sehen und sich zu wundern, was schiefgegangen ist. Hier einige Ideen für bessere Ergebnisse:

  • Ein Experte für betriebliche Verbesserungen (siehe Tipp 2) kann Ihnen bei der Planung der Kosten und des Zeitrahmens behilflich sein.
  • Erkunden Sie neue Technologien wie besonders schnell installierbare und bereitstellbare PDM-Software. Diese Lösungen sind ideal für kleine Unternehmen. Achten Sie aber darauf, dass sie sich skalieren lassen, falls Ihr Unternehmen in Zukunft expandiert.

Zwar ist es in dieser Phase unmöglich, eine perfekte Zeitschätzung abzugeben, doch wenn von vornherein klar ist, dass die Implementierung eines Pakets sechs Monate länger dauert als die eines anderen, kann dies bei der Entscheidung für einen Anbieter oder einen anderen durchaus relevant sein.

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