Wenn Produkte sich zurückmelden

Vor zwei Wochen habe ich über den fehlenden oder vernachlässigten Rückkanal gesprochen, über den die Konstrukteure viel zu selten Rückmeldungen über das Verhalten, die Stabilität und die Wartungsfreundlichkeit ihrer Produkte erhalten. Jetzt habe ich mich mit der Akquisition von ThingWorx durch PTC näher beschäftigt, und deren Technologie passt nahtlos in meine Theorie zum servicefreundlichen Konstruieren.

Breit aufgestellt - das ThingWorks-Portfolio.

Breit aufgestellt – das ThingWorx-Portfolio.

Oft wissen die Konstrukteure ja nicht oder nur eingeschränkt, wie sich ihre Produkte in der Praxis schlagen. Die Verantwortlichkeit für Produkte geht oft mit dem Serienstart von der Konstruktions- an die Vertriebs- und die Fertigungsabteilungen über, sozusagen vom PLM- zum ERP-System. Doch die Grenzen zwischen den Abteilungen ebenso wie zwischen den Systemen verschwimmen immer mehr. Dadurch werden die Grenzen durchlässiger und die Daten, die ja im Vertrieb und Service durchaus vorhanden sind, können bis in die Konstruktion zurückfließen. PTC hat sich mit seinem PLM-Angebot und vor allem mit der Funktionalität von PTC Servigistics bereits richtig positioniert, um diesen Datenfluss zu unterstützen.

Und mit dem Internet of Things (IoT), für das ThingWorx die Basissoftware entwickelt, kommt nun eine zusätzliche Dimension hinzu: Das IoT, also die Vernetzung jedes Produkts mit dem Internet, ermöglicht es den Produkten, sich selbst beim Hersteller zurückzumelden und ihre Performancedaten dort abzuliefern. Den Entwickler bietet sich ein riesiger Datenschatz, der wertvolle Informationen über das „Real-World“-Dasein des Produkts enthält. Nun müssen solch riesige Datenmengen erst einmal gespeichert und ausgewertet werden – wir sind hier schnell in dem Bereich, in dem man von Big Data spricht.

ThingWorx entwickelt eine Softwareplattform, die es ermöglicht, IoT-Anwendungen schnell und effizient zu entwickeln. IoT-Anwendungen bestehen aus einer Client- und einer Serverkomponente, also einer Software, die auf dem Produkt läuft, und der „Basisstation“ beim Hersteller beziehungsweise dem Unternehmen, das die Daten auswertet. PTC gewinnt durch den Kauf von ThingWorx nun Zugriff auf diese Technologie.

Interessanterweise integriert PTC nach Aussagen von Jim Heppelmann ThingWorx nicht direkt ins bestehende Portfolio, sondern lässt ThingWorx weiterhin selbständig am Markt agieren. Durch den Kauf gewinnt PTC jedoch Zugriff auf die Technologie und das Wissen der IoT-Spezialisten bei ThingWorx. So ist PTC in der Lage, auf Basis einer erprobten Technologie IoT-Funktionalität in seine Produktpalette integrieren zu können.

Und mein Traum, dass das Befinden und die Performance eines Produkts direkt, ausführlich und gut aufbereitet bei dessen Entwickler landet, um diesem die Gelegenheit zu geben, seine Produkte noch besser, effizienter und stabiler zu machen, ist wieder einen Schritt näher an die Realisierung gelangt.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Konstruktion neu erfunden und getagged . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>