Sind Entwickler sozial?

Geschäftsleute schütteln sich die Hand

Das Bild des genialen Erfinders, der in seinem Studierstübchen die nächste technische Revolution ausbrütet, stimmt schon lange nicht mehr beziehungsweise stimmte auch früher nur in den wenigsten Fällen – auch große Einzelgenies tauschten sich wohl zu allen Zeiten mit Kollegen aus oder stritten mit diesen über die richtige Lösung.

Heute sprechen wir von „Social Media“ und auch in moderne Entwicklungsumgebungen halten ähnliche Funktionen Einzug. Doch der Begriff der Social Media deckt eine Vielzahl von Diensten ab von Twitter über Facebook, Instragram und Tumblr bis hin zu LinkedIn oder Xing. Jeder Dienst hat eine andere Ausrichtung, so ist Twitter eher ein Echtzeitmedium, in dem man sich direkt unterhält, während die Facebook-Timeline eine eher statische Darstellung der Erlebnisse und Ereignisse einer Person bietet.

Auch bei den, nennen wir sie einmal „Social Development“-Funktionen von CAD- oder PLM-Software muss man – wie in den „echten“ Social Media – verschiedene Arten der Zusammenarbeit  unterscheiden: Zum einen dokumentiert man einen Status („Mein Mittagessen heute“), zum anderen ist man direkt im Gespräch beziehungsweise im Chat – das eine ist asynchron – man kann auch morgen nachsehen, was passiert ist – das andere synchron – man muss am Gespräch direkt teilnehmen. Ersteres eignet sich, um den Ablauf eines Entwicklungsprozesses zu dokumentieren und Meinungen dazu einzuholen, letzteres ist ein Ersatz für persönliche Meetings. Eigentlich kann man ja schon die heutzutage nicht unübliche collaborative Produktentwicklung als „social“ bezeichnen, denn auch hier arbeiten mehrere Personen an einer gemeinsamen Lösung, oft nicht im selben Raum oder gar weltweit verteilt.

Der US-Analyst Jim Brown nennt im unten verlinkten Video einen wichtigen Aspekt: Typischerweise werden im PLM-System nur diejenigen Produktausprägungen gespeichert, die es zur Serienreife oder wenigstens in die Detailkonstruktion geschafft haben. Oft entstehen gerade in der frühen Entwicklungsphase Alternativlösungen, die wieder verworfen werden – aber eben nicht, weil sie technisch nicht funktionieren, sondern beispielsweise weil sie in der Serie zu teuer, zu unsicher in der Funktion oder einfach vom Zulieferer nicht herstellbar sind. Ändert sich dieser Aspekt, wäre die Lösung für eine neue Version des Produkts vielleicht wieder im Rennen – wenn sie dokumentiert und wieder auffindbar wäre.

Social-Funktionen, die ähnlich wie eine Facebook-Timeline oder ein LinkedIn-Profil den gesamten Lebenslauf inklusive der „Irrungen und Wirrungen“ dokumentieren, sind in der Lage, solche Alternativlösungen auffindbar zu machen und doch noch zu nutzen. Damit sind Social Media eine Art von Wissensmanagement.

Die Implementierung von „social“ in PTC Windchill, die unter PTC Windchill SocialLink firmiert, basiert auf Microsoft Sharepoint und ermöglicht die Verbindung der in Sharepoint vorhandenen Social-Funktionen mit dem Produktkontext aus Windchill. Es ist damit möglich, einem Produkt oder Bauteil social-Funktionen wie Activity Feeds – Facebook –, Mikroblogging – Twitter -, und Community-Gruppen – LinkedIn-Gruppen – zuzuordnen. Die Funktionen sind in einer Windchill-Dashboard-Erweiterungen direkt zugänglich, man muss also nicht umständlich nach Sharepoint wechseln, um Kommentare anzusehen oder abzugeben, sondern man nutzt die SocialLink-Funktionen direkt aus der gewohnten Umgebung heraus.

Man muss sich von den weitverbreiteten Vorurteilen gegenüber Twitter, Facebook und Co. freimachen, um die Vorteile von PTC Windchill SocialLink zu verstehen. Viele Informationen, die hier Eingang finden, wurden bisher schon auf informellem Weg weitergegeben: „Ich habe an Deiner Verrohrung etwas geändert, weil ich Platz für den Kabelbaum brauchte. Schau bitte, ob wir das so machen können.“ Das Beispiel ist typisch für die tausend kleinen Entscheidungen, die in der Konstruktionsphase fallen und oft nicht dauerhaft und wiederauffindbar dokumentiert werden. Im Falle einer Nachfrage ist es dann sehr schwer, herauszufinden, warum und wie eine Lösung zustande kam und welche Anforderungen sie beeinflussten. Werden diese kleinen Informationshappen in SocialLink weitergegeben, stehen sie für zukünftige Entwicklungen zur Verfügung – Fehler werden nur einmal gemacht, Wissen wird gespeichert.

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