Produktentwicklung mit Team-Input

Geschäftsleute schütteln sich die Hand

Viele Faktoren erhöhen den Druck auf Produkthersteller. Zunächst einmal verspricht der steigende Wohlstand in Schwellenländern neue Absatzmöglichkeiten für Produkte – allerdings verbunden mit der Gefahr durch neue, flexible und innovative Konkurrenten aus aller Welt. Diese Newcomer sind vollkommen frei von Altlasten, mit denen etablierte Unternehmen zu kämpfen haben. So können sie neue Entwicklungen viel schneller auf den Markt bringen.

Große Unternehmen müssen Innovationsherausforderungen aufgrund von Inseldenken und isolierten Funktionen bewältigen, die die Produktentwicklungsprozesse verlangsamen, die Kosten in die Höhe treiben und Unternehmen davon abhalten, ihre Konkurrenten und Ihre Kunden im Auge zu behalten.

Wie können Unternehmen ihre Prozesse und ihre Denkweise technisch so unterstützen, dass sie den Herausforderungen der geänderten Umgebung gewachsen sind? Manche Unternehmen setzen auf flexible Modellierungstools, um in der heutigen Konstruktionsumgebung mit mehreren CAD-Systemen die Zusammenarbeit mit externen Partnern zu verbessern.

Zusammenarbeit führt zu besseren Produkteinblicken

Mehrere Produkthersteller in den verschiedensten Branchen gehen neue Wege, um diese Herausforderungen zu beherrschen. Sie konzentrieren sich mehr auf eine gezielte Zusammenarbeit unter funktionsübergreifenden Gruppen, insbesondere zwischen Marketing und Vertrieb, operativem Geschäft, technischer Entwicklung, Forschung und Entwicklung sowie Einkauf. McKinsey & Company stellt diese Unternehmen in einem Artikel mit dem Titel „Designing Products for Value“ vor.

Durch diese teambasierten Vorgehensweisen konnten die vorgestellten Unternehmen umfassende Erkenntnisse über Kunden, Konkurrenten und Lieferanten erlangen und so unnötige Kosten vermeiden und echten Kundennutzen bieten. Das Ergebnis waren bessere Produkte, zufriedenere Kunden, hohe Margen und eine verbesserte Innovationskraft.

Ventilatorhersteller behält Konkurrenten und Kunden im Auge

Ein Billighersteller von Hausgeräten in einem Schwellenland war mit den Verkaufszahlen seiner Haushaltsventilatoren unzufrieden, die inländische Marktanteile an ein innovatives Startup-Unternehmen aus demselben Land verloren. Der Vorstand führte die Verluste auf ein stagnierendes Produkt-Portfolio zurück, da in den vergangenen Jahren das Hauptaugenmerk auf dem operativen Geschäft gelegen hatte und nicht auf der Ventilatorenentwicklung.

Fokusgruppen, die sich gezielt mit der Identifizierung unerfüllter Bedürfnisse von Familien mit mittlerem Einkommen beschäftigten, förderten interessante Ergebnisse zu Tage. Diese Zielgruppe war unzufrieden damit, wie viel Schmutz sich nach längerer Nutzung auf herkömmlichen Deckenventilatoren ansammelt, und war bereit, für Modelle, die sich einfacher reinigen ließen, einen höheren Preis zu bezahlen. Außerdem identifizierten die Arbeitsgruppen profitable Nischen für Ventilatoren mit eingebauten Akkus (die im Falle von Stromausfällen einspringen) sowie für tragbare Modelle für Familien, die einen Mehrzweckventilator wünschen (beispielsweise zum Entfernen von Küchendämpfen und zur persönlichen Nutzung überall im Haus).

Das Unternehmen stellte darüber hinaus eine Gruppe von Konstrukteuren, Einkäufern, Marketingexperten, Produktingenieuren und anderen Spezialisten zusammen, die die Ventilatoren anderer Hersteller und die eigenen Produkte genau unter die Lupe nehmen sollte. Anhand der unterschiedlichen Modelleigenschaften erhoffte man sich, die eigenen Entwürfe verbessern und nebenbei feststellen zu können, ob die Konkurrenzprodukte unerwartete technische Vorteile oder Kostenvorteile hätten.

Beide Ziele wurden realisiert. Bei der Zerlegung stellte sich heraus, dass das Unternehmen seine Produkte deutlich „überbaute“ und die gleiche oder sogar bessere Leistung kostengünstiger zu erreichen war. Durch eine Änderung an der Abdeckung eines Ventilatortyps wurde beispielsweise eine Klammernbaugruppe im Inneren überflüssig, was sich pro Gerät mit einer Ersparnis von 7 % niederschlug. Diese Änderung war, wie die meisten Einsparmöglichkeiten, für Kunden nicht sichtbar.

Der Gesamtwert der einzelnen Konstruktionsänderungen war enorm. Das Unternehmen konnte die gesamten Fertigungskosten für seine Ventilatoren um über 10 % senken. Die Kunden nahmen die neuen Modelle positiv auf. Dies trug ebenfalls zu einem 50 %-igen Anstieg des operativen Gewinns im ersten Jahr nach der Einführung bei und beförderte den Hersteller in seinem Heimatmarkt vom dritten auf den zweiten Platz.

Der Artikel stellt zwei weitere Unternehmen vor, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Zusammenarbeit mit internen Stakeholdern und das Sammeln von Informationen von Kunden und Konkurrenten ebenfalls erfolgreich verbessern konnten. Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

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