Berichte zur CAD-Interoperabilität: So wichtig ist das Volumen der ausgetauschten Daten

Die Veröffentlichung dieses Blogbeitrags durch PTC erfolgt in Lizenz. Die Konzepte, Ideen und Meinungen dieses Beitrags wurden von dem Branchenanalysten Chad Jackson von Lifecycle Insights unabhängig ausgearbeitet. 2013-2014 © LC Insights LLC

Hinter den Daten steckt stets eine Geschichte.

Manchmal ist sie offensichtlich. Und manchmal will sie keinesfalls ans Licht gebracht werden. Aber wenn Sie lange genug hinsehen, werden Sie sie entdecken. In jedem Fall steckt hinter Forschungsdaten fast immer eine spannende Geschichte. Genau so ist es auch bei der Studie „3D Collaboration and Interoperability“. Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt und Kreuztabellen, Filteransichten und Kohorten einer genauen Analyse unterzogen. Es war nicht leicht, aber schließlich habe ich eine Geschichte gefunden, die ich gern erzählen möchte.

In diesem Beitrag werde ich den Zusammenhang zwischen dem Volumen der ausgetauschten Daten und den Problemen, Maßnahmen und Technologien verschiedener Organisationen aufzeigen.

Volumen, Volumen, Volumen

Als ich im Mai den Report The 2013 State of 3D Collaboration and Interoperability veröffentlichte (hier können Sie ein Gratisexemplar von PTC anfordern), war ich sehr stolz auf meine Arbeit. Die Studie quantifizierte einige der reellen Kosten der Interoperabilität. Sie zeigte, wie schnell Unternehmen modellbasierte Enterprise-Initiativen einführen, insbesondere in der Luft-/Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie. Sie zeigte auch, dass 2D-Zeichnungen immer noch weit verbreitet sind.

Ich fühlte mich sehr gut dabei. Zufrieden war ich allerdings nicht.

Also sah ich mir die Daten genauer an. Insbesondere suchte ich nach Schnitten, Segmenten oder Filtern, die eine Differenzierung der Ergebnisse aufzeigten. Viele waren irrelevant. Doch ein Aspekt erwies sich als sehr interessant: das Volumen der ausgetauschten Konstruktionsdaten.

Volumen

Dieses Ergebnis ist natürlich sinnvoll. Organisationen, die mit einer großen Zahl von Dateien überschwemmt werden, werden mehr Probleme verzeichnen als Unternehmen, die kaum Dateien erhalten.

Welche Unterschiede gab es genau zwischen diesen Gruppen? Sehen wir es uns einmal an.

Probleme. Einige Ärgernisse. Aber vor allem Probleme.

Die Statistiken sprechen für sich.

Probleme-Volumen

In Organisationen, die über 500 CAD-Dateien pro Monat austauschen, treten diese Probleme etwa doppelt so häufig auf wie in Organisationen, die weniger als 50 CAD-Dateien pro Monat austauschen. Und das ist auch logisch. Eine einzige eingehende CAD-Datei, bei der die Geometrie zerstört ist, kann eine enorme Störung verursachen. Wenn ein Entwicklungsprojekt zurückfällt, werden in der Regel nach einiger Zeit zusätzliche Ressourcen dafür abgestellt. Das führt zwangsläufig zu Problemen bei den zeitplangemäßen Projekten. Die Projektplanung verzögert sich trotzdem. Einige Fehler werden mit Sicherheit übersehen, entweder direkt aufgrund von Konvertierungsproblemen oder weil die Ingenieure mit anderen Problemen beschäftigt waren. Dasselbe geschieht, wenn CAD-Dateien, die aufgrund von Konvertierungsfehlern fehlerhaft sind, bis in die Prüfung und den Prototypenbau gelangen.

Dann fliegt alles auf.

Maßnahmen

Führungskräfte in der technischen Entwicklung sehen natürlich nicht tatenlos zu, wenn aufgrund von CAD-Interoperabilität um sie herum das Chaos ausbricht. Diese Probleme stellen eine ernsthafte Gefährdung für die Fortsetzung von Entwicklungsprojekten dar. Und Führungskräfte leiten Maßnahmen ein, um diese Risiken abzuwehren.

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Für mich laufen diese Erkenntnisse auf Eines hinaus: Führungskräfte von Organisationen, die große Mengen an Konstruktionsdaten austauschen, haben erkannt, dass sie mit einigen schwerwiegenden Problemen konfrontiert sind. Sehen Sie nur, wie viel häufiger sie Maßnahmen zur Risikominderung ergriffen haben.

Das Prinzip ist auf einer niedrigeren Ebene durchaus sinnvoll. Wenn eine Maßnahme als offizielle Unternehmensinitiative bezeichnet wird, werden nicht nur besondere Maßnahmen zur Lösung des Problems eingeleitet, sondern jeder weiß auch, dass die Unternehmensleitung das Problem ernsthaft angehen wird. Wird eine bestimmte Abfolge von Maßnahmen in Form von Prozessen und Verfahren definiert und dokumentiert, bedeutet dies, dass die Führungskräfte versuchen, menschliches Ermessen auszuschließen. Die zwei Maßnahmen auf der rechten Seite, die Vorgabe durch den Kunden, dass Konstruktionsdaten mit einer bestimmten Software erstellt werden müssen, und die Weitergabe dieser Anforderung an Zulieferer, ist ein Versuch, Konvertierungsfehler zu vermeiden, indem Konstruktionsdaten in nativen statt neutralen Formaten ausgetauscht werden.

Und noch ein Gedanke: Glauben Sie, dass Organisationen, die weniger als 50 Dateien im Monat austauschen, gar keine Probleme spüren? Ich denke schon.

Rettung durch Technologie?

Heute benötigt nahezu jede Organisation technologische Unterstützung. Und bei dieser Problematik ist das nicht anders. Aber sehen Sie selbst.

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Organisationen, die eine große Zahl von CAD-Dateien austauschen, setzen mit größerer Wahrscheinlichkeit spezielle Konvertierungssoftware und -dienstleistungen ein. Sie nutzen auch geringfügig eher Funktionen für direktes Modellieren. All diese Fähigkeiten können helfen. Und gerade das direkte Modellieren verspricht neue Möglichkeiten, konvertierte CAD-Dateien zu reparieren und zu bearbeiten. Beachten Sie aber, dass sich am Horizont bereits Änderungen abzeichnen. Einige CAD-Anwendungen bieten nun bereits die Möglichkeit, CAD-Modelle im nativen Format zu öffnen. Damit sollte auch dieses Problem bald der Vergangenheit angehören.

Zusammenfassung

  • In diesem Beitrag wurden Erkenntnisse aus der Studie „3D Collaboration and Interoperability“ ausgewertet. Es wurde aufgezeigt, dass je nach Volumen der Konstruktionsdaten, die mit externen Partnern ausgetauscht werden, deutlich andere Probleme, Maßnahmen und Technologien im Zusammenhang mit der Interoperabilität von CAD-Systemen auftreten bzw. im Einsatz sind.
  • Allgemein kann man sagen, dass Organisationen, die mehr als 500 Dateien pro Monat austauschen, doppelt so oft Projektmeilensteine verpassen, mit einer höheren Zahl von Änderungsaufträgen konfrontiert werden und zusätzliche Prototypen- und Testdurchläufe durchführen müssen als Organisationen, die weniger als 50 Dateien im Monat austauschen.
  • Organisationen mit hohem Austauschvolumen ergreifen eher Maßnahmen zur Problemabwehr, indem sie die Interoperabilität als formelle Initiative definieren, formelle Prozesse und Verfahren dokumentieren und CAD-Standardisierung akzeptieren und weitergeben.
  • Diese Organisationen nutzen auch eher Konvertierungssoftware und -dienstleistungen sowie Methoden der direkten Modellierung.

Also gut, liebe Leser. Ich bin gespannt auf Ihre Meinungen! Kennen auch Sie Geschichten über „hoch motivierte“ Führungskräfte, die Interoperabilitätsinitiativen einführen? Oder können Sie von besonders schmerzhaften Erlebnissen bei der CAD-Konvertierung berichten? Welche negativen Konsequenzen gab es? Betrachten Sie diese Erkenntnisse in einem anderen Licht? Hinterlassen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf andere Blickwinkel.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bis bald. Mit freundlichen Grüßen

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