Neun Argumentationshilfen für internes Rapid Prototyping

3886715872_588eac5d67

Für Ingenieure und Designer liegen die Vorteile von internem Rapid Prototyping auf der Hand. Sie müssten keine Konstruktionsdateien mehr an externe Maschinenwerkstätten schicken und tage- oder sogar wochenlang warten, bis sie die fertigen Teile zurückbekommen. Innerhalb weniger Stunden könnten sie echte Teile in den Händen halten, sie testen und Feedback von Kunden und anderen an der Entwicklung Beteiligten einholen.

Für Ingenieure bedeutet internes Rapid Prototyping weniger Sorgen und weniger Engpässe aufgrund der externen Vergabe von Teilen (Planung, Kosten, Qualitätskontrolle usw.). Es bedeutet aber auch kürzere Entwicklungszyklen, da die Teile schneller gebaut und geprüft sowie schneller voll in die Produktion übernommen werden können.

Das Problem ist, dass die Führungskräfte, die derartige Ausgaben genehmigen müssen, häufig andere Prioritäten verfolgen. Wie aber lässt sich das Management davon überzeugen, in internes Rapid Prototyping zu investieren? Der erste Schritt besteht darin, wie das Management zu denken und die Vorteile, die einen solchen Kauf rechtfertigen würden, in Zahlen zu fassen.

Hier finden Sie ein paar Argumentationshilfen:

1. Sprechen Sie wie ein Buchhalter. Arbeiten Sie eine Begründung aus, die das Management und die Finanzabteilung verstehen. Das Ziel muss sein, die Kaufentscheidung zu untermauern und die Vorteile in reellen, greifbaren Zahlen zu erklären. Fügen Sie eine stichhaltige Zusammenfassung für die Geschäftsleitung bei, in der Sie auch die kurzfristigen Gewinne oder die Profitabilität aufführen.

2. Diagnostizieren Sie das Problem. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Management die derzeitige Situation kennt und versteht, wie sie durch internes Rapid Prototyping gelöst werden könnte. Sobald Sie das „Problem“ umrissen haben, können Sie die für die „Lösung“ benötigten Ausgaben beantragen. Nutzen Sie reelle Finanzdaten, beschreiben Sie den derzeitigen Prozess, und erklären Sie das damit verbundene Problem oder die damit verbundene Chance.

3. Schlagen Sie die Lösung vor. Nennen Sie Ihren Lösungsvorschlag – in diesem Fall die Anschaffung eines RP-Systems – und die daraus resultierenden messbaren Vorteile. Weisen Sie auch auf schwer quantifizierbare Vorteile wie eine höhere Geschwindigkeit hin. Vergessen Sie nicht, die Endergebnisse anzuführen, also nicht nur die unmittelbaren Vorteile.

4. Begründen Sie die Kosten. Das Herzstück der Begründung ist die finanzielle Rechtfertigung für den Kauf. Führen Sie hier die Kapitalausgaben und alle damit verbundenen Ausgaben ebenso auf wie die finanziellen Vorteile. Bitten Sie Ihre Kollegen in der Finanzabteilung um Hilfe bei der Auswahl der richtigen Leistungsmessgrößen wie ROI oder Amortisationszeit.

5. Beschreiben Sie die Rolle des neuen Systems. Machen Sie klar und deutlich, warum das neue System notwendig ist. Ersetzt das neue RP-System ein vorhandenes System, erhöht es die Produktivität bei der Prototypenerstellung, oder beschleunigt es das Rapid Prototyping? Jedes Szenario ist anders. Entsprechend muss auch die Begründung auf die Rolle des neuen Systems abgestimmt werden.

6. Weisen Sie ehrlich auf Anfangskosten und laufende Ausgaben hin. Für die additive Fertigung ist die anfängliche Investition relativ überschaubar – die reinen Maschinenkosten. Zu den laufenden Kosten gehören u. a. Wartungsverträge, Kosten für routinemäßige Wartungsarbeiten, Materialien und Verbrauchsgüter (Reinigungslösungen, Aufsätze, Plattformen usw.), Arbeits- und Raumkosten. Führen Sie nur die Kosten auf, die nach dem Erwerb des Systems zusätzlich anfallen.

7. Arbeiten Sie mit einem Anbieter zusammen. Arbeiten Sie mit einem Anbieter zusammen, dessen System für Sie in die engere Wahl kommt. Stellen Sie dem Anbieter Informationen über die Teile zur Verfügung, die mit der neuen Anlage hergestellt werden sollen, damit dieser die Materialkosten und die Betriebsausgaben abschätzen kann.

8. Berechnen Sie die Profitabilität. Anhand der Finanzdaten, die Sie zusammenstellen, lassen sich beliebige Messgrößen zur Rechtfertigung der Anschaffung berechnen. Geben Sie die Finanzdaten in die Gleichungen für ROI, Amortisationszeit, Kapitalwert oder internen Zinssatz ein.

9. Fassen Sie die Ergebnisse zusammen. Erklären Sie die Vorteile dieser Anschaffung so, dass die Budgetverantwortlichen sie verstehen. Mit dieser Vorgehensweise verknüpfen Sie den Nutzen einer Investition in RP mit finanziellen Vorteilen. Dadurch liefern Sie dem Management objektive, nachvollziehbare Daten.

Ausführlichere Informationen über die Rechtfertigung der Kosten für internes Rapid Prototyping erhalten Sie in dieser Aufzeichnung des Webinars How to justify the cost of a Rapid Prototyping System von Stratasys.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Konstruktion neu erfunden, Uncategorized und getagged , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>