Crowdsourcing: Die Kraft von „Open Innovation“ bei der Produktkonstruktion

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Die Produktkonstruktion wird immer mehr zu einer Arbeit in der Gruppe, an der nicht nur diejenigen beteiligt sind, die den physischen Entwurf und die für die Fertigung erforderlichen Werkzeuge anfertigen sollen, sondern auch Konsumenten, Amateure und Möchtegern-Erfinder. Dieser neue Trend, der als „Demokratisierung der Konstruktion“ bezeichnet wird, gewinnt an Fahrt. Dies ist teilweise dem Internet und den neuen Social Media-Tools und sozialen Netzwerken zu verdanken, die Firmen enger mit ihren Kunden und Märkten verknüpfen.

Crowdsourcing bezeichnet das Auslagern von Aufgaben an eine große Gruppe (englisch „Crowd“) von Menschen, typischerweise über das Internet. Dieser Trend hat das Potenzial, in den Innovations-Pipelines der Unternehmen auf vollkommen neue Art und Weise für Nachschub zu sorgen. Damit ist es möglich, noch vor dem Versand der ersten Produkte sicher zu wissen, ob sie am Markt erfolgreich sein werden. Das Warten, ob der Markt auf die gebauten Produkte positiv reagiert, hat also ein Ende.

Crowdsourcing ist jedoch noch mehr als das. Beim Crowdsourcing steht dem Unternehmen die „Weisheit der Vielen“ und die gesamte Kreativität der Massen zur Verfügung, um seine eigene Innovationskraft zu verbessern. Es zwingt die Unternehmen, ihren eigenen internen Innovationsprozess auf den Prüfstand zu stellen, um zu erkennen, dass das Wissen der Allgemeinheit genutzt werden sollte und der Welt zum Dank Innovationen zurückgegeben werden sollten.

Crowdsourcing-Plattformen von Startups

In den letzten Jahren ist eine Reihe von jungen Unternehmen wie Pilze aus dem Boden geschossen, die Plattformen zur Verfügung stellen, mit denen Unternehmen ihre internen Schwierigkeiten auf mehrere Schultern verteilen und die Welt bei ihrer Lösung zu Hilfe nehmen können. Für kleinere Unternehmen, die finanziell nicht in der Lage sind, ihre Kunden oder eine breitere Zielgruppe selbstständig zu nutzen, empfiehlt sich die Arbeit mit einem Crowdsourcing-Experten oder der Einsatz einer Crowdsourcing-Plattform.

Diese softwarebasierten Plattformen ermöglichen Einzelpersonen und Organisationen die Zusammenarbeit mit der „Crowd“ nach einem dreistufigen Prozess. Benutzer reichen eine Aufgabenstellung ein. Das Unternehmen arbeitet mit einem Netzwerk von „Solvers“ zusammen, die, wenn ihre Lösung akzeptiert wird, für ihre Arbeit bezahlt werden. Eine Liste aller Open Innovation- und Crowdsourcing-Plattformen finden Sie auf der Website des Board of Innovation.

Der Megakonzern General Electric hat mit einer dieser Crowdsourcing-Plattformen, nämlich mit Quirky, die Inspiration Platform ins Leben gerufen, ein Forum, in dem Menschen die von GE hergestellten Technologien innovativ mitgestalten können. Auf der Website steht eine Liste von Patenten zur Verfügung, die Erfinder für Konsumgüter nutzen können. Unter dem Titel „Wink: Instantly Connected“ initiierten Quirky und GE eine gemeinsame Entwicklungsinitiative für eine Palette von App-fähigen Produkten.

Obwohl beide Unternehmen für alle neuen Ideen offen sind, liegt der Schwerpunkt doch auf Hausautomatisierungstechnik wie Smartphone-gesteuerten Geräten und dem „Internet der Dinge“.  Erfinder reichen Ideen ein und greifen auf die riesigen Bestände von Patenten aus den Bereichen Sicherheits- und Medizintechnik zu, die sich im Besitz von GE befinden.

Die ersten mittels Crowdsourcing entwickelten Produkte auf dem Markt

Sehen wir uns anhand einiger hervorragender Praxisbeispiele einmal an, wie Unternehmen die Macht über die Konstruktion mit unglaublichem Erfolg den Massen übertragen haben.

Der Fiat Mio. 2009 wurde erste Auto der Welt mittels Crowdsourcing entwickelt, als Fiat Brazil einen öffentlichen Aufruf startete, das nächste Auto zu entwerfen. Das Ergebnis: Über Twitter und Facebook gingen mehr als 11.000 Ideen aus 120 Ländern ein. 2010 wurde der Mio als Konzept vorgestellt und wurde seitdem bei zahlreichen Automobilmessen ausgezeichnet. Sehen Sie sich das Video über das Projekt Fiat Mio – ein Auto für die Zukunft (portugiesisch mit englischen Untertiteln) an.

Kopfhörer V-Moda Crossfade M-100. Diese topmodernen Kopfhörer wurden von 200 Künstlern gestaltet und von 10.000 Musikliebhabern bewertet. Das Unternehmen arbeitete bei der Konstruktion dieser Kopfhörer mit über 200 Personen (Produzenten, Künstlern, DJs, Musikern und Musikliebhabern) zusammen.

Windows 8-Spieletablet Razer Edge. Das Razer Edge wurde von Spielern entwickelt. Der Hersteller bat sie, auf Twitter oder Facebook ihre Anforderungen an das neue Tablet zu definieren. Über 10.000 Menschen beteiligten sich an der Diskussion über Chipsatz, Gewicht/Dicke, Ausstattung und Preis.

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