Für nachhaltige Produkte muss deren Lebenszyklus berücksichtigt werden

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Beim Bau nachhaltiger Produkte ist es nicht mit der sorgfältigen Auswahl umweltverträglicher Materialien getan, denn es müssen alle Phasen des Lebenszyklus berücksichtigt werden. Diese ganzheitliche Ansicht umfasst nicht nur das Design eines Produkts, sondern auch seine Herstellung, den Transport, die Verwendung und am Ende auch seine Entsorgung. Unternehmen müssen die Auswirkungen von Herstellungsprozessen, den sicheren Transport sowie die Demontage und Wiederverwertung am Ende der Lebensdauer berücksichtigen.

Die meisten Umweltprobleme werden durch unbeabsichtigte Nebeneffekte bei der Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Produkten verursacht. Beispielsweise fallen pro Tonne eigentlichem Produkt, das den Verbraucher erreicht, 30 Tonnen Müll an. Von den Produkten, die den Endverbraucher erreichen, werden 98 % innerhalb von sechs Monaten entsorgt. Die Energieeffizienz des gesamten Prozesses liegt bei etwa 2 %.

Die Auswirkungen bewerten

Zunächst müssen Unternehmen eine Möglichkeit finden, Nachhaltigkeit in Zahlen auszudrücken. Manche Unternehmen fertigen ausführliche Ökobilanzen an, um die Umweltauswirkungen der Konstruktion, Herstellung, des Transports und der Entsorgung am Ende der Lebensdauer ihrer Produkte bemessen zu können. Eine Ökobilanz ist ein guter Nachhaltigkeitsindikator und dient während des gesamten Lebenszyklus eines Produkts als Messgröße. 

Es gibt mehrere Softwaretools, die die Auswirkungen automatisch anhand der Einzelauswirkungen der Materialien, Fertigungsprozesse, Transportverfahren und -wege, des Stromverbrauchs, der Energiequelle und der Entsorgungsverfahren für das Produkt bewerten.

Montage

Designer und Ingenieure sind dafür ausgebildet, Form und Funktion eines Produkts zu verbessern, nicht seine Herstellung. Doch gerade die Montage hat große Umwelt- und auch soziale Auswirkungen. Schäden werden durch die Gewinnung der Rohstoffe sowie durch Umweltverschmutzung durch Fertigungsprozesse verursacht.

Bei der nachhaltigen Fertigung geht es um den Einsatz von Prozessen, die keine Umweltverschmutzung verursachen, wenig Energie verbrauchen und für Mitarbeiter, Verbraucher und Anwohner sicher sind. Maßnahmen wie der Einsatz von Präzisionsmaschinen zur Vermeidung von Ausschuss, das Ausschalten von Maschinen, die nicht gebraucht werden und das Austauschen von Elektromotoren mit fester Drehzahl gegen solche mit verstellbarem Antrieb zur Senkung des Energieverbrauchs tragen dazu bei, Fertigungsprozesse nachhaltiger zu gestalten.

Design ist der Schlüssel

Auch wenn Ingenieure und Umweltverantwortliche an Fertigungsstandorten Emissionen und das Abfallaufkommen reduzieren können, gibt es doch Grenzen für die Menge der Verbesserungen, die auf diese Weise möglich sind. Die Verbesserung der Nachhaltigkeit von Produkten beginnt mit dem Design, da dies der wichtigste Punkt ist, an dem radikale Verbesserungen an der Umweltleistung von Produkten und deren Nebenprodukten möglich sind.

Da ein Großteil der Produktkosten noch vor Beginn der Detailkonstruktion festgelegt werden, haben Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der Konzeptentwurfsphase die größte Wirkung. Beispielsweise könnte man schon während der Konzeptentwicklung darüber nachdenken, wie stabil die Verpackung des Produkts sein muss, um einen sicheren Transport zu gewährleisten.

Um den Verpackungsmüll zu reduzieren, können Materialien verwendet werden wie zum Beispiel Aluminium, das zu 60 % aus Recyclingmaterial besteht und die Kohlendioxidbilanz des Produkts um bis zu 90 % reduzieren kann. Bei der Konstruktion im Hinblick auf die Recyclingfähigkeit ist von vornherein darauf zu achten, dass möglichst wenig Werkstoffe verwendet werden.

Ende der Lebensdauer.

Einmal verkaufte Produkte lösen sich nicht einfach in Luft auf. Irgendwann erreicht jedes Produkt einmal das Ende seiner Nutzungsdauer. Die Frage ist nur: Was passiert dann damit? Hersteller von Mobiltelefonen beispielsweise wissen anhand des Nutzungsverhaltens, dass ein Gerät etwa 12 bis 18 Monate genutzt wird, ehe es ersetzt wird.

Eine der größten möglichen Umweltauswirkungen wäre also die Entsorgung. Durch genaue Untersuchung der Menge und Mischung der beim Bau verwendeten Materialien können die Auswirkungen bei der Demontage und Entsorgung minimiert werden. Indem möglichst wenig verschiedene Materialien verwendet werden, können die Auswirkungen reduziert und die Recyclingfähigkeit des Produkts verbessert werden.

Fazit

Wie man es auch nenne mag (Ökodesign, nachhaltige Konstruktion, umweltverträgliches Design oder Kohlendioxidbilanz), es läuft alles auf eine Sache hinaus: Dass Unternehmen bei Konzeption, Design, Fertigung, Transport und Entsorgung ihrer Produkte geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren und den Verbrauch an nicht erneuerbaren Ressourcen zu minimieren.

Zu diesem Zweck müssen die Unternehmen den kompletten Lebenszyklus des Produkts untersuchen und Möglichkeiten finden, die Nachhaltigkeit zu verbessern. Jedes Produkt ist anders. Entsprechend unterscheiden sich auch die Bereiche, in denen Verbesserungsbedarf besteht. Mit den richtigen Tools und Prozessen können Unternehmen die Kosten für das Abfallmanagement senken, den Energieverbrauch reduzieren und das Risiko teurer Rückrufaktionen und Rechtsstreitigkeiten minimieren.

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