Das sollten Absolventen technischer Hochschulen wissen: Alister Fraser, PTC

In den letzten Wochen haben wir darüber gesprochen, worauf Unternehmen bei der Auswahl neuer Ingenieure für die technische Entwicklung achten. Dazu haben wir Tipps von Santa Cruz Bicycles, Stryker Medical und Whirlpool veröffentlicht.

Diese Woche verraten wir Ihnen, was PTC von den 27.000 Unternehmen in aller Welt gelernt hat, die wir betreuen. Das ist eine enorme Informationsfülle, aber unser Senior Education Program Manager für Nordamerika, Alister Fraser, meint, dass Sie sich besser auf Ihre zukünftige Karriere vorbereiten können, wenn Sie wissen, welche Veränderungen und Herausforderungen Unternehmen heutzutage (er bezeichnet diese Zeit als die „dritte industrielle Revolution“) bewältigen müssen.

Laut Fraser müssen Unternehmen ständig mit den folgenden sieben Herausforderungen kämpfen:

1.      Digitalisierung. Dies ist nicht überraschend. Wie wir alle wissen, verwenden die wenigsten von uns noch Zeichnungen auf Papier. Darüber hinaus führen wir auch Analysen, Prototypenerstellung und das Datenmanagement heute auf unseren Computern aus. Für einige Produktentwicklungsunternehmen sind diese Veränderungen neu. Andere haben sie schon lange hinter sich. Doch die Auswirkungen auf das Unternehmen sind in jedem Fall bedeutend. Zum Beispiel …

2.      Globalisierung. Durch die Digitalisierung ist die globale Produktentwicklung einfacher geworden. Nun können Sie Konstruktion und Bau an beliebige Orte verlagern („Design Anywhere, Build Anywhere“) und rund um die Uhr an Ihren Projekten arbeiten, indem Sie die Daten einfach von einer Zeitzone in die nächste weitergeben. Beispielsweise verfügt der PTC Kunde John Deere laut Fraser über mehr als 30 Entwicklungszentren rund um den Erdball. Für Ingenieure bedeutet dass, dass sie mit Menschen aus den verschiedensten Kulturen kommunizieren können sollten, für die Englisch meist nicht die Muttersprache ist.

3.      Normen und Vorschriften. In bestimmten Branchen werden Konstruktionsentscheidungen aufgrund von Normen und Vorschriften getroffen. Doch Globalisierung bedeutet auch mehr Komplexität. Sie müssen bei der Entwicklung mehrere Märkte berücksichtigen. Beispielsweise könnte ein Werkstoff, den Sie für ein Produkt verwenden möchten, in einem anderen Markt verboten sein.

4.      Personalisierung. Doch nicht nur Normen und Vorschriften sind von Land zu Land unterschiedlich. Auch die Vorlieben sind anders. Tatsächlich können sie sogar von Mensch zu Mensch verschieden sein. Der aktuelle Trend ist, genügend Varianten anzubieten, um möglichst viele Kunden anzusprechen. Doch bei der Fertigung steht die Wirtschaftlichkeit durch Skaleneffekte im Vordergrund. Unternehmen müssen rentabel bleiben und dennoch ihren Kunden die Ausstattungsmerkmale und Farbvarianten bieten, die diese wünschen.

5.      Softwareintensive Produkte. In eine Vielzahl von Produkten ist mittlerweile Softwarecode eingebettet. Fraser weist darauf hin, dass bei der diesjährigen Unterhaltungselektronikmesse in Las Vegas erstmals auch Autos vorgestellt wurden – weil sie mittlerweile so viele Computerbauteile enthalten. „Diese Systeme mit eingebetteter Software steuern die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, können sich selbst analysieren und sind auf dem besten Weg, irgendwann vollkommen autonom zu werden“, so Fraser.

6.      Konnektivität. Und alle diese Computer kommunizieren miteinander.

7.      Serviceorientierung. Wie erfolgt in einer globalen Wirtschaft, die von OEMs geprägt ist, die Produktwartung und -service bei Markenherstellern? Laut Fraser werden sie immer kreativer und flexibler. Als Beispiel nennt er Rolls-Royce, ein Unternehmen, das nicht nur Limousinen, sondern auch Flugzeugtriebwerke herstellt. Das Unternehmen ist weder an der Herstellung noch an der Wartung des Flugzeugs beteiligt, trägt aber die volle Verantwortung für die Triebwerke.

Eine Herausforderungen für Unternehmen von heute und Ingenieure von morgen

Diese Änderungen am Fertigungsumfeld bedeuten für Unternehmen ein großes Problem. Doch auch der Fachkräftemangel stellt sie vor Schwierigkeiten. Werden sich die Ingenieure von morgen in dieser globalen, personalisierten, verbundenen und serviceorientierten Welt von morgen mit all der eingebetteten Software zurechtfinden?

Argumente für PLM

Eine weitere Beobachtung von Fraser könnte technische Hochschulen und deren Absolventen ebenfalls interessieren: Von PTC Creo sind aktuell Zehntausende Lizenzen in der Industrie im Einsatz, und bei den meisten technischen Hochschulen steht die parametrische Modellierung auf dem Lehrplan.

Von unserer PLM-Software PTC Windchill unterstützen wir hingegen 1,6 Millionen Arbeitsplätze. Doch an nur drei Hochschulen wird sie unterrichtet. Für die meisten Unternehmen, ungeachtet der Größe, ist PLM-Software unverzichtbar für Dinge wie Concurrent Engineering, Variantenmanagement und Versionsverfolgung.

PLM deckt den kompletten digitalen Lebenszyklus ab, vom Konzept, über die Produktion bis zur Außerbetriebsnahme. Darum gaben alle im Rahmen dieser Serie befragten Unternehmen an, dass sie sich von neuen Mitarbeitern in der technischen Entwicklung Grundkenntnisse der Funktionen und der Bedeutung von PLM wünschten.

Mehr von Fraser und seinen Ansichten erfahren Sie im 45-minütigen Webinar „Bridging the Skills Gap“ – unter anderem geht es darum, wie eine Universität ihre Studenten mit einem integrativen Ansatz fit für die Zukunft machte.

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