Fortschritte bei der CAD-Interoperabilität

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CAD-Modelle müssen, unabhängig davon, mit welchem System sie erstellt wurden, irgendwann einmal an andere weitergegeben werden. Wenn CAD-Daten extern mit Kunden, Zulieferern oder Partnern gemeinsam genutzt werden müssen, sind oft Konvertierungen zwischen verschiedenen CAD-Formaten erforderlich. Dabei geht leider die wertvolle Konstruktionsabsicht häufig verloren. Modelle müssen auch an nicht-technische Abteilungen weitergegeben werden. Die Herausforderungen rund um die gemeinsame Verwendung von CAD-Daten haben lange Jahre lang Ingenieuren Kopfschmerzen bereitet und Produktentwicklungsprozesse behindert.

Zwar wurde die Verbesserung der CAD-Interoperabilität viel diskutiert und mit großem Hype vermarktet, aber wo stehen wir wirklich? Diese und viele andere Fragen werden im Report „Stand der 3D-Zusammenarbeit und -Interoperabilität 2013“ von Chad Jackson, President und Principal Analyst von Lifecycle Insights, erörtert. Natürlich werden wir keinesfalls versuchen, diesem ausführlichen Report hier vorzugreifen. Wir möchten Ihnen lediglich einige der Highlights vorstellen.

Mehr CAD-Modelle werden außerhalb der technischen Entwicklung genutzt. In der Studie wird diese Verwendung von CAD-Modellen zur Erzeugung von Lieferbestandteilen wie Service-, Qualitäts-, Schulungsunterlagen sowie technischer Dokumentation, Marketing- und Vertriebsmaterialien usw. als „3D-Modelle abseits des kritischen Pfads“ bezeichnet. Laut der Untersuchung verwenden 69 % aller Unternehmen 3D-Modelle abseits des kritischen Pfads.

Mehr Unternehmen definieren formelle Strategien für den Datenaustausch. Um den Austausch von Konstruktionsdaten mit Zulieferern und Kunden zu erleichtern, haben 41 % der an der Untersuchung teilnehmenden Entwicklungsorganisationen Verfahren für den Datenaustausch dokumentiert und formalisiert.

Ingenieure verbringen viel Zeit mit der Korrektur von Konstruktionsdaten. Fast die Hälfte (49 %) der Ingenieure verbringt mehr als vier Stunden pro Woche mit der Korrektur von Konstruktionsdaten. Weitere 14 % wenden sogar über 24 Stunden pro Woche dafür auf. All diese verlorene Zeit könnte viel sinnvoller für Innovation und Konstruktion genutzt werden.

Unzureichende Interoperabilität verursacht hohe Kosten. Über ein Drittel der Ingenieure (32 %) gibt an, ihr Unternehmen habe bereits Projekttermine verpasst. 29 % sagen, ihr Unternehmen habe aufgrund von Problemen mit Konstruktionsdaten bereits falsche Teile bestellt. Die Hälfte der Ingenieure musste darüber hinaus bereits Überstunden oder Wochenendarbeit einlegen, um Konstruktionsdaten zu korrigieren.

Neutral oder nativ. Beim Austausch von Konstruktionsdaten nutzt fast die Hälfte (47 %) der Entwicklungsorganisationen native CAD-Modellformate für den Austausch mit Kunden und etwas über die Hälfte (51 %) für den Datenaustausch mit Zulieferern. Mehr Unternehmen nutzen allerdings neutrale Formate wie STEP und IGES für den Datenaustausch mit Kunden (62 %) und Zulieferern (66 %).

STEP ist anderen neutralen Formaten einen Schritt voraus. Wenn Ingenieure neutrale Formate für den Austausch von Konstruktionsdaten nutzen, wählt die Mehrzahl (79 %) das STEP-Format, gefolgt von IGES (58 %), 3D-PDF (41 %), Parasolid (36 %) und JT (22 %). Der Nachteil: In den resultierenden Dateien fehlt die Konstruktionsabsicht der Originalmodelle bzw. ist nicht so vorhanden, dass sie in einem anderen CAD-System sinnvoll genutzt werden könnte. Interessanterweise werden diese Dateien in der Regel per E-Mail weitergegeben – keine besonders sichere Methode.

Verwendung von CAD-Modellen in nachgeordneten Bereichen. Wenn CAD-Modelle an nachgeordnete Abteilungen weitergegeben werden, werden sie für folgende Aufgaben eingesetzt: Erstellen von technischen Zeichnungen (72 %), Entwerfen von Werkzeugen und Spannelementen (52 %), Generieren von NC-Werkzeugwegen (50 %), Anfertigen der Fertigungsdokumentation (53 %), Generieren von CMM-Pfaden (42 %) und Verfassen von hochwertiger Dokumentation (38 %).

In dieser Übersicht haben wir nur an der Oberfläche dieser komplexen Zusammenhänge gekratzt. Wenn Sie mehr über die aktuelle Lage der CAD-Interoperabilität erfahren möchten, lesen Sie den kompletten Report. Dieser enthält auch Kommentare und Analysen von Sachgebietsexperten, Softwareanbietern und Benutzern.

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