Value Engineering: Die richtige Balance zwischen Kostensenkung und Qualitätssicherung

9110389004_5d50c20166

Produktentwickler stehen heutzutage zunehmend unter Druck, Produkte schneller und zu möglichst geringen Kosten zu entwickeln. Oftmals stehen diese Ziele im Widerspruch zueinander. Eine Lösung bieten VE-Initiativen (Value Engineering). Hierbei handelt es sich um Ansätze, die es den Konstrukteuren ermöglichen, die richtige Balance zwischen Kosten, Spezifikation und Qualität zu finden. VE kommt zwar oftmals bei der Konstruktion im Bereich Architektur zum Einsatz, bietet jedoch auch enorme Vorteile für die Produktentwicklung.

Der Begriff Value Engineering wurde während des zweiten Weltkriegs von General Electric geprägt und beschreibt eine Methode zur Senkung der Kosten, Erhöhung der Produktivität und Verbesserung der Qualität. Mittels VE werden die Funktionen eines Produkts analysiert, um auf diese Weise den „optimalen Wert“ oder die optimale Balance zwischen Wert und Kosten zu ermitteln. Einfach ausgedrückt: Fachwissen im Bereich der Konstruktion wird angewendet, um die ursprünglichen Ziele bei geringeren Kosten oder größerem Wert zu erreichen.

Der früheste und günstigste Zeitpunkt für die VE-Einführung ist natürlich zu Beginn der Entwurfsphase im Rahmen der Produktentwicklung. Jedoch kann das Verfahren auch in beliebigen anderen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen. Selbst gegen Ende eines Design-Projekts, wenn das Projekt geprüft wird und die Teammitglieder erörtern, welche Bereiche sie gern genauer erforscht hätten, können Best Practices gemäß VE implementiert werden.

Aspekte wie die Gesamtkosten für ein Produkt, einschließlich Materialkosten, Fertigungs- und Betriebskosten, werden erstmals früh im Entwicklungszyklus analysiert. Entwicklungsteams müssen diese Kosten gegen die Produktleistung und die Erfüllung der Produktspezifikationen abwägen. VE-Verfahren erleichtern die Ermittlung der optimalen Balance all dieser Kriterien enorm.

Value Engineering ist nicht zu verwechseln mit Kostensenkungen

Das Konzept von Value Engineering wird oft mit Kostensenkungsinitiativen verwechseln. Kostensenkungen ohne Rücksicht auf potenzielle Einschnitte bei Qualität, erwarteter Lebensdauer und Wartungskosten können allerdings zur Katastrophe führen. Durch die korrekte Anwendung von VE-Verfahren werden die ursprünglichen Produktanforderungen ohne Qualitätseinbußen erreicht.

Ein häufig zur Erreichung von VE-Zielen eingesetztes Tool sind Simulationen. Die verstärkte Verwendung von digitalen Simulationstools kann nicht nur den Produktentwurf verbessern, sondern auch nach Fertigstellung des Produkts noch Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen. Ingenieure führen mithilfe von Simulationssoftware „Was-wäre-wenn“-Analysen durch, um die potenziellen Auswirkungen von Konstruktionsentscheidungen auf das Produkt sowie auf die Fertigungs- und Montageabläufe zu ermitteln.

Simulationen sind aber nicht die einzige Spezialanwendung, die bei VE-Verfahren zum Einsatz kommt. Zu den VE-Zielen gehört es auch, den Produktnutzen (Wert) systematisch mit den Produktkosten zu verknüpfen. Hier könnten PLM-Tools ins Spiel kommen, da diese System diese beiden Aspekte äußerst systematisch verbinden.

PLM-Systeme stellen Tools für das zentrale Management von Produktdaten, die Standardisierung von Geschäftsabläufen und einen schnelleren Austausch von Produktdaten zwischen Entwicklungsteams zur Verfügung. Mithilfe von PLM-Software werden Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg verwaltet, vom Konzept, über das Design und die Fertigung, bis hin zur Wartung und zur Außerbetriebnahme. In all diesen Phasen können VE-Verfahren eingesetzt werden.

PLM-Anbieter preisen ihre PLM-Systeme zwar noch nicht für VE-Initiativen an, doch richtig implementierte PLM-Systeme enthalten viele der Informationen, die für VE-Entscheidungen benötigt werden. Wenn Ihr PLM-System auch das Anforderungsmanagement abdeckt, verfügen Sie über eine Aufschlüsselung der Funktionen. Wenn Ihr PLM-System mit dem Fertigungssystem verknüpft ist, stehen Ihnen Kosteninformationen direkt zur Verfügung. Fazit: PLM kann genau die Informationen liefern, die zur Umsetzung von VE-Zielen benötigt werden: So können die Benutzer bessere Produkte entwerfen, die die Konstruktionsspezifikationen erfüllen und dabei kostengünstiger sind.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Die Konstruktion neu erfunden und getagged , , , , . Bookmarken: Permanent-Link. Trackbacks sind geschlossen, aber sie können Kommentieren.

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <pre> <q cite=""> <s> <strike> <strong>