Läutet die 3D-Drucktechnologie die nächste industrielle Revolution ein?

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Keine andere neue Technologie hat in der Produktentwicklung in den letzten Jahren für so viel Aufruhr gesorgt wie der kostengünstige 3D-Druck. Diese Technologie, die einst so unglaublich teuer war, dass kein Unternehmen sie intern nutzen konnte, blieb daher lange speziellen Druckservicebüros überlassen. Aufgrund des Preisverfalls und der zunehmenden Verfügbarkeit neuer Materialien kann heute jeder Teile und Produkte selbst zu Hause oder am Arbeitsplatz entwerfen und anfertigen lassen. Damit erhält die Innovation vollkommen neue Impulse.

Die Auswirkungen dieser Technologie auf den Entwicklungszyklus sind beachtlich. Statt monatelang auf Werkzeuge und Teile zu warten, die in externen Fertigungsanlagen oder bei Spritzgussanbietern hergestellt wurden, können Produktentwickler nun in wenigen Tagen funktionsfähige Prototypen intern mithilfe von Desktop-3D-Druckern anfertigen. Aufgrund dieser Schnelligkeit können mehr Prototypversionen getestet und aktualisiert werden. Die Zahl der Produktiterationen kann oft das Dreifache betragen. Dadurch verbessert sich die Qualität deutlich, und die Innovation neuer Produkte vor der Fertigung wird stark erhöht.

Die Teile für das neue Hybridgetriebe im neuen Automodell von Ford wurden nahezu vollständig auf einem 3D-Drucker im Wert von 300.000 US-Dollar erstellt. Das Gerät kann in ein bis zwei Tagen aus einem Haufen Aluminiumpulver einen funktionsfähigen Prototypen erzeugen, der getestet werden kann. Die anspruchsvolleren 3D-Druckermodelle werden natürlich ausschließlich von größeren Unternehmen genutzt, die Autos, Elektronik und medizinische Geräte herstellen. Kleinere Unternehmen sind nun aber ebenfalls in der Lage, diese neue Technologie zu nutzen.

Führende Hersteller von 3D-Druckern, z. B. Stratasys, bieten Desktop-Modelle mittlerweile bereits im mittleren Preissegment von 30.000 bis 50.000 US-Dollar an, was sie auch für mittelständische und kleine Unternehmen bezahlbar macht. Darüber hinaus haben Startups wie MakerBot und Type A Modelle für den Massenmarkt vorgestellt, die für weniger als 2.500 US-Dollar zu haben und somit erstmals auch für Endverbraucher bezahlbar sind.

Die Revolution der „Maker“

Die Einführung von 3D-Drucktechnologie auf dem Massenmarkt von Endverbrauchern bedeutet, dass die Zukunft der Produktentwicklung nur noch durch die Grenzen der menschlichen Phantasie begrenzt sein wird. Durch die zunehmende Verbreitung dieser Technologie ist eine eigene Industrie entstanden, die vom kleinen Vertragshersteller von Prototypen bis hin zum Hightech-Existenzgründer reicht, der 3D-Druckschulungen für Privatpersonen anbietet.

Erst diesen Monat eröffnete Makerbot in Brooklyn eine über 6.000 Quadratmeter große Anlage, in der die Desktop-3D-Drucker des Unternehmens hergestellt werden sollen. Diese richten sich an Ingenieure, Industriedesigner und Architekten ebenso wie an Eltern, Lehrer und alle, die gerne Dinge herstellen.

Auf der Website Thingiverse.com von MakerBot werden digitale Entwürfe für über 100.000 Objekte vorgestellt, die Benutzer entwickelt und für andere Benutzer zum Download zur Verfügung gestellt haben. So können Entwürfe für Schmuck, Kunstobjekte, Rahmen, Küchengeräte, Computerteile und -ausrüstung, Kameras, Smartphone-Zubehör, Spielsachen, Spiele und Tausende anderer Dinge heruntergeladen werden.

Nach dieser öffentlichen Einführung des digitalen Fertigungsmodells können nun Privatleute und kleine Unternehmen mit begrenzten Ressourcen Produkte in kleinen Stückzahlen herstellen, die in Qualität und Funktionen mit jenen vergleichbar sind, die von Großunternehmen angefertigt werden. Für die Bedienung dieser Desktop-3D-Drucker ist darüber hinaus keine spezielle Ausbildung erforderlich. Nun kann also jeder, der etwas erfunden und konstruiert hat, dieses Produkt auch herstellen.

Die Bereitstellung des 3D-Drucks für Endverbraucher hat das Potenzial, die Produktentwicklung zu revolutionieren, da der Innovationsprozess damit für die Massen zugänglich wird. Bre Pettis, CEO von MarketBot, ist überzeugt, dass der Markterfolg von Unternehmen wie dem seinen den Anfang der, wie er es ausdrückt, „nächsten industriellen Revolution“ markiert. Pettis weiter: „Bei der ersten industriellen Revolution ging es darum, Maschinen und Fabriken zu bauen, in denen die Menschen arbeiten konnten.“ „Nun haben wir quasi eine Fabrik auf dem Desktop-PC entwickelt.“

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