Die neuen Herausforderungen in der Produktentwicklung

In der Produktentwicklung gibt es einige unangenehme Fakten. In allen Branchensektoren tobt ein harter Konkurrenzkampf mit Mitbewerbern aus aller Welt. Schnelle Innovation wird vorausgesetzt. Time-to-Market ist ein entscheidender Faktor zur Erhaltung von Marktanteilen, und die Kunden sind immer schwieriger zufrieden zu stellen und fordern immer mehr Funktionen und bessere Anpassbarkeit der Produkte. Darüber hinaus müssen die Entwicklungsteams immer mehr Projekte bewältigen, ohne mehr Ressourcen zur Verfügung zu haben.

Zwar bleibt die Produktentwicklung die treibende Kraft für den Erfolg aller Unternehmen in der Fertigungsindustrie. Doch die wachsende Liste der Herausforderungen macht es immer schwieriger, sich vor der Unmenge von Konkurrenten aus aller Welt einen Wettbewerbsvorteil zu sichern und die Erträge zu fördern. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, stellen Unternehmen ihren Produktentwicklungsprozess auf den Prüfstand und suchen nach Möglichkeiten, ihn zu straffen und die Kapitalrendite und die Rentabilität ihres gesamten Produktportfolios zu maximieren.

Sehen wir uns einige dieser Herausforderungen und Möglichkeiten, sie zu bewältigen, einmal genauer an.

Mehr leisten mit weniger Ressourcen. Ein weltweiter Mangel an ausgebildeten Ingenieuren und Budgetkürzungen infolge der Rezession verhindern in vielen Unternehmen die Vergrößerung der Entwicklungsteams. Dies hat zur Folge, dass die vorhandenen Teams nun mehr Entwicklungsprojekte bewältigen müssen, ohne dass ihnen die benötigten zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung stehen.

Laut einer Untersuchung in Harvard Business Review ist eine Überlastung von Produktentwicklungsteams betriebswirtschaftlich absolut nicht vertretbar. Da viele Aspekte der Produktentwicklung nicht vorhersehbar sind – anders als bei sich wiederholenden Prozessen wie der Fertigung –, führt eine zunehmende Auslastung zu dramatischen Verzögerungen.

Laut der Untersuchung kann Mehrarbeit von 5 % die Dauer bis zum Abschluss um bis zu 100 % erhöhen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei variablen Prozessen die Wartezeiten, bis Projekte bearbeitet werden können, mit zunehmender Ressourcenauslastung steil ansteigen. Trotzdem geht aus der Untersuchung klar hervor, dass die meisten Produktentwicklungsteams signifikant überlastet sind.

Um Abhilfe zu schaffen, lagern Unternehmen technische Entwicklungsaufgaben zunehmend aus. Dies zahlt sich doppelt aus: Entwicklungsteams können bei der Ideengenerierung für ein potenzielles Produkt auf das in langjähriger Entwicklungsarbeit erworbene Wissen externer Experten zurückgreifen, ohne langfristig die entsprechenden Gehälter aufbringen zu müssen.

Kürzere Entwicklungspläne. Die Verkürzung der Time-to-Market hat für die meisten Unternehmen heute höchste Priorität – denn das Unternehmen, das ein Produkt als Erstes einführt, positioniert sich oft automatisch als Marktführer. Tatsache ist, dass in vielen Märkten eine zu langsame oder sogar verspätete Markteinführung zu einem Verlust von Marktanteilen führen kann.

Ein Hilfsmittel, das Unternehmen helfen soll, die Markteinführung zu beschleunigen, ist Simulationssoftware. Durch die Implementierung von Simulationstools können Produktentwickler zeitintensive und teure physische Tests auf ein Minimum reduzieren. Indem sie mehrere Entwurfskonzepte im Handumdrehen in einer Vielzahl von Szenarien virtuell testen, können Unternehmen exponentiell mehr Prototypen prüfen als mit dem traditionellen Bauen und Testen physischer Prototypen.

Die Plattformentwicklung, eine Produktentwicklungsmethode, bei der unterschiedliche Produkte identische grundlegende Komponenten gemeinsam nutzen, kann die Entwicklung neuer Produkte ebenfalls beschleunigen. Durch die produktlinienübergreifende gemeinsame Verwendung von Komponenten und Produktionsprozessen lassen sich differenzierte Produkte schneller und kostengünstiger entwickeln.

Produkte werden immer komplexer. Ingenieure müssen heute immer komplexere Produkte entwickeln, in denen Software sowie elektrische und mechanische Komponenten eng miteinander verknüpft sind. Software wird verstärkt in Produkte eingebettet, um erweiterte Funktionen zu ermöglichen.

Ein Großteil der zusätzlichen Komplexität bei der Entwicklung dieser Produkte ist darauf zurückzuführen, dass mehrere Fachbereiche involviert werden müssen, damit elektrische Systeme und mechanische Komponenten parallel funktionieren können. Das Änderungsmanagement ist ebenfalls ein Sorgenkind. Je komplexer ein Entwurf, umso schwieriger wird es, alle Aspekte der Systeme zu identifizieren, die von einer Änderung betroffen sind.

Unternehmen brauchen daher Strategien und Best Practices, um die Komplexität beim Systemdesign zu beherrschen. Hierzu gehören die Unterstützung von Änderungsmanagement, die Verfolgbarkeit zwischen Systemkomponenten und die korrekte Definition und Verwaltung von Konstruktionsanforderungen.

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