Nachfrage nach verstärkter Produktanpassung steigt

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Auf Herstellern lasten heutzutage große Erwartungen. Sie müssen innovative, kostengünstige Produkte schneller als je zuvor entwickeln. Amerikanische und europäische Unternehmen müssen sich auf einem ziemlich ungleichen Spielfeld mit Konkurrenten aus Niedrigpreisländern messen, die auf billige Arbeitskräfte und Fertigungsressourcen im Übermaß zurückgreifen können. Und dabei müssen sie, was vielleicht am wichtigsten ist, den Verbraucherwünschen nachkommend, die verstärkt auf ihre individuellen Spezifikationen zugeschnittene Produkte fordern.

Verbrauchergesteuerte Anpassung oder Massenanpassung ermöglicht es Kunden, sich sinnvoll am Entwurf der Produkte zu beteiligen, die sie kaufen werden. Untersuchungen zeigen, dass die Verbraucher dieses Konzept verinnerlicht haben. Laut einer Umfrage von Forrester Research interessieren sich 35 Prozent der Online-Kunden in den USA für die Anpassung von Produktmerkmalen oder den Kauf von Build-to-Order-Produkten nach ihren eigenen Spezifikationen.

Sehen wir uns einige der Trends, die zum Anstieg der Produktanpassungen geführt haben, einmal genauer an.

Die digitale Welt formt das Kundenerlebnis

Das Verhalten von Konsumenten hat sich in den vergangenen zehn Jahren aufgrund des Anstiegs von digitalen Angeboten massiv verändert. Anpassung spielt heute eine viel wichtigere Rolle im Leben der Menschen. Dies ist Online-Angeboten wie Facebook, Internet-Radio und sogar mobilen GPS-Anwendungen wie Google Maps zu verdanken, die die Idee verbreiten, dass jeder einzelne Verbraucher integral in den Entwurf und die Erstellung von Produkten und Services involviert werden sollte.

Damit sie diesen Trend nutzen können, müssen sich Unternehmen ein besseres Bild davon machen, wer ihre Käufer im Einzelnen sind. Nur so können sie prognostizieren, welche Kombinationen von Leistungsmerkmalen diese Kunden ansprechen werden, und schließlich auch vorhersagen, welche neuen Funktionen diese Kunden in Zukunft sehen wollen.

Direktes Kunden-Input aus sozialen Medien und Online-Feedback auf der eigenen Unternehmens-Website sowie prädiktive statistische Modelle und ausgereifte Produktanalysen können den Unternehmen helfen, das Kundenerlebnis mit ihren Produkten zu verbessern und das zukünftige Kaufverhalten vorherzusagen.

Technologische Fortschritte erleichtern die Umsetzung

Zweifellos haben Technologien wie Lieferkettensoftware und kundenseitige Konfiguratoren eine wichtige Rolle beim Anstieg der Massenanpassung gespielt. Lieferkettensoftware vereinfacht die Produktionsseite der Gleichung enorm, da sie einen effizienteren Fluss Ablauf der gemeinsamen Entwicklungsbemühungen mit den Kunden und der Produktfertigstellung fördern.

Andere technologische Grundlagen waren die fallenden Preise und der geringere Zeitaufwand für die Entwicklung von kundenseitigen Konfiguratoren. Die Kosten für entsprechende Systeme sind von einer Million USD vor einigen Jahren bis heute auf unter 50.000 USD gefallen. Die Verbindung dieser Technologien mit sozialen Medien, beispielsweise durch Einbetten von Konfiguratoren in Facebook, hat das Tool sogar noch wirkungsvoller gemacht.

Ein neu gegründetes Unternehmen in Kanada, MyCustomizer, bietet einen Cloud-basierten Service, der sich genauso einfach wie ein Youtube-Video in die Website eines Unternehmens einbinden lässt. Das Unternehmen hat ein Dashboard entwickelt, mit dem Kunden einen eigenen Online-Customizer erstellen können. Und so funktioniert es: Die Kunden verwenden einen Produkt-Assistenten, laden ein Bild hoch, definieren die Bereiche, die angepasst werden können, und legen die verfügbaren Optionen fest.

Es dauert gerade einmal fünf Stunden, bis ein Online-Customizer für ein beliebiges Produkt oder eine beliebige Marke fertig ist. Und auch der Preis stimmt. MyCustomizer kostet zwischen 99 USD/Monat zzgl. einer geringen Provision pro Verkauf und 10.000 USD/Monat ohne Provision.

Fazit

Die Anfertigung von Produkten nach Kundenwünschen ist für Hersteller und Konsumenten von Vorteil. Unternehmen, die diesen Trend ignorieren, werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur Marktanteile verlieren, sondern auch die Chance verspielen, die Kundenbindung zu erhöhen.

Auch die Wirtschaft vor Ort profitiert, da die Massenanpassung eine Alternative zum asiatischen Modell ist, bei dem allein die Massenproduktion und der Preis zählen. Produktanpassungsstrategien erfordern eine ortsnahe Produktion und kurze Wege zu den Kunden. Ob die USA und die EU dadurch ihre Führungsposition in der Fertigung zurückerobern können, ist fraglich, doch die Massenanpassung wird mit Sicherheit zu einer geringen, aber bedeutenden Reindustrialisierung für die Build-to-Order-Produktion führen.

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