Wachsende CAD-Mobilität

Heutzutage ist fast niemand jemals komplett von den modernen Kommunikationsmitteln abgeschnitten. Dank einer Unmenge von kostenlosen und kostengünstigen Apps für mobile Geräte und der Zunahme von Smartphones und Tablets sind den Möglichkeiten, überall alles zu erledigen, keine Grenzen mehr gesetzt. Dieser Trend greift zunehmend auch auf die Arbeitswelt über. Fast alle größeren CAD-Anbieter haben im vergangenen Jahr ihre Produkte auf mobile Plattformen portiert. Was bedeutet das für die Benutzer? Und für deren Arbeitgeber?

Lassen Sie sich nicht täuschen: Mobiles CAD ist nicht mit einem traditionellen CAD-System mit vollem Leistungsumfang zu verwechseln. Es gibt viele Gründe, warum traditionelle Arbeitsplatzrechner niemals ganz durch mobile Minigeräte ersetzt werden. Kleine Bildschirme, eine langsame Dateneingabe und fehlende Betriebssystemunterstützung bedeuten, dass echte CAD-Arbeit auch in Zukunft im Büro stattfinden wird und nicht unterwegs. Und dennoch bieten alle Anbieter mobile Lösungen an, denn aufgrund der verteilten Entwicklungsteams von heute hat die Stunde der CAD-Mobilität geschlagen.

Was ist mobiles CAD?

Zum Zweck dieser Diskussion definieren wir mobile CAD-Apps als Apps, die entweder auf einem tragbaren Gerät (Smartphone oder Tablet) oder auf einer webbasierten Plattform mit iOS, Android oder betriebssystemneutralen Browsern ausgeführt werden. Sie sind entweder extrem billig oder sogar gratis und nutzen Mobilfunk- oder WLAN-Verbindungen. Es handelt sich nicht um vollwertige CAD-Lösungen, sondern in der Regel um eine kleine Untermenge von Funktionen, beispielsweise zum Visualisieren und Markieren.

Die mobile Nutzung von CAD geht mit einer Unmenge von Chancen, aber auch Herausforderungen einher. Zu den wichtigsten Herausforderungen gehört wahrscheinlich die IT-Sicherheit. Für Unternehmen, deren Mitarbeiter oft im Außendienst unterwegs sind, kann es mehrere Vorteile haben, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, wenigstens einen Teil ihrer Arbeit mitzunehmen. Für Organisationen, die kostengünstige, einfache CAD-Visualisierungsfunktionen für ihre Mitarbeiter benötigen, sind mobile CAD-Apps ebenfalls eine sinnvolle Alternative.

Mobile CAD-Apps ermöglichen es Remote-Benutzern, CAD-Modelle oder Zeichnungen beliebig auf ihren Tablets oder Smartphones zu öffnen, zu vergrößern, zu schwenken, zu drehen, zu explodieren, durchzublättern und zu erkunden. Mit Creo View Mobile lassen sich durch Schütteln Baugruppenansichten im Handumdrehen explodieren, durch Auswählen von Teilen der Name anzeigen und vordefinierte Ansichten eines Modells durchblättern.

Konstrukteure, die Creo Parametric verwenden, veröffentlichen ihre Entwürfe einfach im Creo View Format und können daraufhin 3D-Modelle per E-Mail, Dropbox oder iTunes an andere weitergeben. Die Möglichkeit, CAD-Informationen auch unterwegs oder an einem entfernten Standort zu öffnen und anzuzeigen, kann Konstruktionsprüfungen beschleunigen und die Zusammenarbeit mit standortfernen Beteiligten ermöglichen. Da nicht die gesamte CAD-Datei verwendet wird, sondern lediglich eine webbasierte Kopie der CAD-Datei oder Zeichnung, ist der Schutz des geistigen Eigentums gewährleistet.

Die ursprüngliche CAD-Datei verlässt niemals die Sicherheitsinfrastruktur des unternehmenseigenen Netzwerks. Änderungen oder Bearbeitungen an der mobilen CAD-Datei werden anschließend synchronisiert und von internen CAD-Anwendern geprüft. Unternehmen, die mobiles CAD einführen, müssen sicherlich ihre Protokolle für die Verfolgung und Freigabe von CAD-Dateien an Mitarbeiter unterwegs und auch für die Verwaltung von Markierungen und Änderungen an diesen Dateien überdenken und neu definieren. Die manuelle Synchronisierung dieser mobilen Markierungen mit den CAD-Dateien am Standort mag in Zeiten von CAD-Assoziativität und Datenverwaltung vielleicht archaisch anmuten, doch ein Verzicht darauf hätte verheerende Folgen.

Fazit: Wahrscheinlich werden mobile CAD-Apps traditionelle CAD-Programme niemals komplett ersetzen können, doch sie werden in Unternehmen, die Ingenieure im Außendienst beschäftigen, durchaus Abnehmer finden, da sie eine kostengünstige Möglichkeit sind, CAD-Dateien zu betrachten, um Entwurfsgenehmigungen schneller zu erhalten und die standortferne Konstruktionszusammenarbeit zu ermöglichen.

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