Das neue Gesicht des CAD

Der Konsumgütermarkt wird geradezu überschwemmt mit billigen, einfachen „Apps“ für die Remote-Programmierung des Fernsehers, Kontostandabfrage, Routenplanung, Bestellung von Konzertkarten, Anzeige des örtlichen Kinoprogramms, Spiele und Tausende von anderen Dingen. Diese Unmenge von leicht zugänglichen und billigen Apps für Smartphones und andere mobile Geräte hat die Nachfrage für vergleichbare grafische und benutzerfreundliche Funktionalitäten im professionellen Bereich geweckt.

Traditionelle CAD-Programme sind alles, nur nicht einfach zu bedienen. In der Vergangenheit waren sie textbasiert, schwer zu navigieren und zu erlernen und mit archaischen Menüstrukturen überfrachtet. Derzeit mehren sich jedoch die Anzeichen, dass CAD-Benutzeroberflächen eine gründliche Neugestaltung bevorsteht, was ein besseres Benutzererlebnis für Ingenieure und Konstrukteure verspricht.

Benutzerfreundlichkeitsprobleme geben neue Impulse.

Bei den meisten neuen Versionen von CAD-Programmen stehen erweiterte Funktionalitäten und neue leistungsfähige Merkmale im Mittelpunkt. Oft handelt es sich um Kundenwünsche. Webbasierte und mobile Apps für Smartphones und Tablets haben schon lange das Interesse von Ingenieuren und Konstrukteuren geweckt, die sich benutzerfreundlichere Schnittstellen, mehr Grafiken und Animationen erhoffen.

Infolgedessen behandeln viele Anbieter die Benutzerfreundlichkeit beim Entwurf neuer Programme mittlerweile als wichtigen Aspekt. Dank der höheren Verarbeitungsleistung moderner Workstations, die zum Teil mit Multi-Core-Prozessoren, reichlich kostengünstigem Arbeitsspeicher, ausgefeilten Eingabegeräten und hochauflösenden Bildschirmen bzw. Touchscreens ausgestattet sind, die vollkommen neue Arten der Interaktion mit den Systemen ermöglichen, ist für die Anbieter die Zeit nun reif, eine umfangreichere Benutzerführung für Konstruktionstools in einer grafischen, benutzerfreundlichen CAD-Umgebung zu bieten.

Die schrittweise Anzeige (Progressive Disclosure) ist ein lange bewährtes Benutzeroberflächenkonzept, bei dem nur die minimalen für eine bestimmte Aufgabe erforderlichen Daten angezeigt werden, um den Bildschirm übersichtlicher zu gestalten. Den Benutzern stehen immer genau die Leistungsmerkmale und Funktionen zur Verfügung, die sie gerade benötigen.

Wenn sie mehr Daten oder weiterführende Funktionalitäten brauchen, müssen sie tiefer in die Programmstruktur vordringen. Die aufgabenorientierte Darstellung von Funktionalitäten ist eine der Möglichkeiten, wie CAD- und PLM-Anbieter die Einführung von komplexeren Funktionalitäten für die Benutzer erleichtern.

Übersichtlichere, einfachere Benutzeroberflächen mit mehr Grafik und weniger Text erleichtern den Benutzern die Navigation durch die Programme, sodass sie einfach auf die benötigten Funktionen zur Erledigung der vorliegenden Aufgabe zugreifen können. Anstelle von Produkttabellen bietet die neue Version von Windchill PLM beispielsweise visuelle Darstellungen von Produkten und Teilen. Das sorgt für mehr Klarheit und Einfachheit.

Optimierung durch Anpassung

Bei einer weiteren Verbesserung der Benutzeroberfläche geht es darum, den Benutzern die Möglichkeit zu geben, die Startseite des Programms so anzupassen, dass ihnen nur die Informationen und Funktionen angezeigt werden, die sie für ihre Tätigkeit benötigen. Nicht benötigte Daten werden entfernt.

Mithilfe von „Predictive Computing“-Technologien werden in manchen Lösungen die Menüs und Symbolleisten dem Arbeitsverhalten des jeweiligen Benutzers angepasst. Die modulare Architektur der PTC Creo Suite von Konstruktions-Apps beruht auf demselben Konzept. Die Benutzer können gezielt Funktionen in Form unterschiedlicher Programme auswählen und individuell zusammenstellen.

Der Realität nachempfundene virtuelle Tools

Unter Einfluss der PC-Spielewelt versuchen die Anbieter, Echtzeit-Rendering und neue Navigationskonzepte zu realisieren, die realistischen Interaktionen nachempfunden sind und die Bedienung von Konstruktionswerkzeugen verbessert. Hierzu studieren die Anbieter die tatsächlichen Verhaltensweisen und übertragen ihre Erkenntnisse auf den Benutzeroberflächenentwurf.

Neue Benutzeroberflächenentwürfe und die Übertragung von immer mehr Konstruktionsfunktionen auf mobile Geräte könnten die Art und Weise, wie Anbieter und Benutzer Konstruktionstools betrachten, radikal verändern. Langfristig ist das Ziel, Ingenieuren und Konstrukteuren Tools zur Verfügung zu stellen, mit denen sie Produkte auf vertraute, komfortable und intuitive Weise entwickeln können.

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