Übergabe: Für eine problemfreie Konstruktionsübergabe sorgen

Die heutigen komplexen Produkte erfordern die sorgfältige Koordination mehrerer Fachbereiche. Maschinenbauingenieure sind für die Produktkonstruktion insgesamt verantwortlich, während Elektroingenieure das elektronische Innenleben entwickeln und gestalten müssen, das viele Produkte erst funktionsfähig macht. Sobald diese Subsysteme fertig sind und der Entwurf der Hülle bzw. des Gehäuses steht, muss das Produktmodell für die endgültige Produktion an die nachgelagerten Fertigungsingenieure übergeben werden.

Bei jedem Schritt im Produktentwicklungsprozess müssen die Produktdaten – ob nun in Form von 3D-CAD-Modellen, 2D-Zeichnungen, Schaltbildern oder Fertigungszeichnungen – korrekt umgesetzt werden, um Kommunikationsfehler zwischen den verschiedenen Fachbereichen sowie teure Verspätungen zu vermeiden.

Die reibungslose und effektive Übertragung oder Kommunikation von Produktdaten zwischen zwei Bereichen vermindert die Notwendigkeit, Daten rekonstruieren zu müssen, und fördert die Wiederverwendung von Konstruktionen, die die Entwicklungsdauer deutlich verkürzt. Kommt es bezüglich der Konstruktionsabsicht zu Missverständnissen zwischen den verschiedenen Fachbereichen, geht wertvolle Entwicklungszeit verloren und es besteht die Gefahr von späteren Problemen.

Flexible Tools helfen

Wenn Entwürfe mit KE-basierten Konstruktionstools erstellt werden, sind das Manipulieren, Ändern und gemeinsame Verwalten von Modellen mit anderen schwierig. Mechanik-Ingenieure beherrschen diese anspruchsvollen Konstruktionswerkzeuge zwar perfekt, die Kollegen in den anderen Bereichen allerdings nicht.

Für den kollaborativen Konstruktionsprozess von heute ist die Mitarbeit von zahlreichen Beteiligten erforderlich, die sich mit CAD nicht auskennen. Ein weiterer Engpass tritt auf, wenn CAD-Konstrukteure mit Anfragen aus anderen Abteilungen überhäuft werden, die Hilfe mit dem CAD-System benötigen, beispielsweise Analytiker beim Vorbereiten eines Modells für die Simulation oder Fertigungsingenieure beim Versuch, ein Produktionsproblem zu lösen.

Dadurch verlieren die Konstruktionsingenieure wertvolle Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: die Produktentwicklung. Durch die Verwendung von direkten Modellierungstools werden die Wiederverwendung von Konstruktionen und die Konstruktionszusammenarbeit vereinfacht, da auch Nichtexperten die CAD-Geometrie manipulieren und ändern können, ohne befürchten zu müssen, aufgrund der Abhängigkeiten im Modell eine Kettenreaktion von Fehlern auszulösen.

Dadurch wird die Wiederverwendung von Konstruktionen stark intensiviert, und andere an der Konstruktion Beteiligte können selbstständig und ohne Unterstützung durch die CAD-Ingenieure arbeiten. Flexible Tools für direktes Modellieren sowie 2D-Skizzen unterstützen darüber hinaus die Erfassung und Kommunikation von Konzeptentwürfen. Konzeptmodelle in digitaler Form sind – anders als Zeichnungen oder Skizzen – mit Tools mit KE-Verlauf und direkter Modellierung kompatibel. CAD-Spezialisten können die Daten also als Grundlage für neue Entwürfe nutzen und müssen nicht von vorne beginnen.

Nach gründlicher Analyse…

Detaillierte CAD-Modelle, die zur Simulation und Analyse an Analytiker weitergegeben werden, erfordern oft eine aufwändige Vorbereitung, bei der das Modell vereinfacht oder im Simulationstool rekonstruiert werden muss. Damit die Simulation zuverlässig ausgeführt wird, müssen nicht benötigte Geometrieteile entfernt werden.

Dadurch können aufgrund der Abhängigkeiten, die bei der Modellerstellung mit KE-basierten Konstruktionstools definiert werden, Probleme mit dem übrigen Modell auftreten. Mithilfe von direkten Modellierungstools können Analytiker Geometrie entfernen, ohne Fehler im übrigen Modell auszulösen.

Dadurch wird das Rekonstruieren des Modells im Analysetool überflüssig. Die Geschwindigkeit, mit der Modelle getestet werden können, wird dadurch deutlich höher, und der Aufwand für die Rekonstruktion der Modelle für die Simulation entfällt.

Übergabe von Entwürfen an die Produktion

Nachdem ein Entwurf erarbeitet, entwickelt und getestet worden ist, muss er gebaut werden. Fertigungsingenieure planen den gesamten Produktionsprozess und entwerfen die notwendigen Werkzeuge und Anlagen für die Herstellung des Produkts. Die Konstruktion der Fertigungsmittel ist oft relativ unkompliziert und einfach. In der Regel ist dafür der Funktionsumfang von verlaufsbasierten CAD-Tools überdimensioniert.

Fertigungsingenieure können Produktmodelle in benutzerfreundliche Spezialsoftwareanwendungen importieren. Dadurch geht allerdings die assoziative Verknüpfung zwischen Produkt- und Werkzeugmodell verloren. Daher sind Tools für 2D-Skizzen und direktes Modellen für die Erstellung der Werkzeuggeometrie besser geeignet. Die Lernkurve für das Erlernen komplexer, verlaufsbasierter CAD-Tools entfällt, und es ist gewährleistet, dass Produktänderungen assoziativ übertragen werden.

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