Nutzung von CAD-Daten zur Verbesserung der technischen Kommunikation

Hersteller weltweit investieren beträchtlichen Aufwand und finanzielle Mittel in die Verbesserung der Systeme und Prozesse, die zur Optimierung von Kundenservice, Produktsupport und After-Sales-Abläufen notwendig sind – in der Hoffnung, damit das Kundenerlebnis mit ihren Produkten aufzuwerten und ihre Kunden langfristig an sich zu binden.

Viele dieser Bemühungen betreffen die Bearbeitung kritischer Produktsupportprobleme wie niedrige Akzeptanzquoten, unangemessene Nutzung von Geräten, zu lange Reparaturen und niedrige Korrekturraten. Viele dieser Probleme sind das Ergebnis unzureichender oder veralteter Serviceinformationen, die über kurz oder lang zu höheren Supportkosten, Ressourcenausfällen, Ertrags- und Gewinneinbußen sowie unzufriedenen Kunden führen können.

Downstream-Dokumentation hängt ab von genauen Entwicklungsdaten

Konstrukteure und Ingenieure, die 3D-CAD-Modelle entwickeln und testen, denken oft nicht an die technische Kommunikation, und das, obwohl die besten Produkte zum Scheitern verurteilt sind, wenn sie von den Kunden nicht korrekt zusammengebaut, gewartet und verwendet werden. Zur technischen Kommunikation gehören u. a. Montageanweisungen, Teilekataloge, Betriebs- und Servicehandbücher sowie Schulungsunterlagen.

Da die Konstruktionsteams mittlerweile auch viele nicht-technische Fachbereiche umfassen, hat die Fähigkeit, 3D-Konstruktionen innerhalb des Produktentwicklungsprozesses effektiv gemeinsam nutzen und bearbeiten zu können, enorm an Bedeutung gewonnen. Die technische Kommunikation ist eine der zahlreichen nicht-technischen Fachbereiche.

Somit ist die Weitergabe von 3D-Modellen, die Expertenwissen im 3D-CAD erfordern, weder praktikabel noch notwendig. Was technische Illustratoren allerdings sehr wohl benötigen, sind genaue und aktuelle Konstruktionsdaten zum Produkt während der gesamten Entwicklung. Allzu oft sind Produktinformationen veraltet, was zu Servicefehlern und unzufriedenen Kunden führt.

Genaue, aktuelle Informationen verbessern die Produktivität von Servicemitarbeitern, unterstützen sie dabei, Produkte auf Anhieb zu reparieren, und reduzieren die Produktsupportkosten während des Lebenszyklus enorm. Technische Illustratoren sind oft frustriert, weil sie, um mit der Illustrationserstellung beginnen zu können, erst auf aktuelle Produktinformationen aus der technischen Entwicklung warten müssen.

Erst dann können sie die Informationen in dem Kontext rekonstruieren, der für nachgelagerte Prozesse notwendig ist. Infolge dessen ist der technische Kommunikationsprozess oft überhaupt nicht mit dem Konstruktionsprozess synchronisiert. Wenn von der technischen Entwicklung Änderungen am Produkt vorgenommen werden, sind oft manuelle Änderungen in den technischen Kommunikationsunterlagen notwendig.

Die Illustratoren werden oft erst dann über die Änderungen informiert, wenn es bereits zu spät ist. Nacharbeit, Qualitätsprobleme und Verspätungen sind die Folge. Werden kleinere Änderungen nicht gemeldet, können sie Ungenauigkeiten in den Servicehandbüchern verursachen.

Durch Software wird der Prozess automatisiert und werden manuelle Fehler ausgemerzt

Die meisten Unternehmen in der Fertigung haben viel Geld in ihre 3D-CAD-Systeme investiert. Dieselbe 3D-CAD-Software kann ihnen die Möglichkeit bieten, die Erzeugung der technischen Dokumentation ebenfalls zu automatisieren. Durch die Automatisierung dieses Prozesses mithilfe von Software werden die Ingenieure entlastet, die sonst ständig Screenshots, Explosionsdarstellungen und Zeichnungen für diejenigen erstellen müssten, die die technischen Dokumente anfertigen sollen, wodurch ihnen wertvolle Zeit für die eigentliche Konstruktion fehlen würde.

Diese Softwarepakete automatisieren die Erstellung dieser wichtigen Dokumente unter Verwendung von Daten aus den ursprünglichen 2D- oder 3D-CAD-Systemen. Diese Softwaresysteme ermöglichen es technischen Illustratoren und Serviceplanern, Konstruktions- und Entwicklungsdaten aus jedem beliebigen CAD-System in Serviceverfahren, Schulungsunterlagen, Teilekatalogen oder jeder anderen Form von technischer Kommunikation zu verwenden. Darüber hinaus sind viele dieser Programme vollkommen assoziativ mit dem CAD-System verknüpft.

Wenn also Änderungen an den CAD-Daten vorgenommen werden, werden die zugehörigen technischen Dokumente während des gesamten Lebenszyklus des Produkts automatisch aktualisiert. Diese Pakete erleichtern die Erstellung genauer, aktueller und multimedialer Serviceinformationen. Die Ausgabe kann in mehreren Formaten veröffentlicht werden, u. a. gedruckt, als interaktive Illustrationen oder im Web.

Technische Illustratoren können CAD-Daten auch zur Erstellung von 3D-Animationen für Schritt-für-Schritt-Arbeitsanweisungen verwenden, die Serviceanbietern, Zulieferern oder Kunden auf CD oder über das Web zur Verfügung gestellt werden. Außerdem können sie Notizen mit Warnungen oder Anweisungen zu der in der Animation beschriebenen Aufgabe hinzufügen. Diese Animationen machen es den Endanwendern – Service- und Montagemitarbeitern und auch den Nutzern selbst – leichter, die Informationen zu verstehen und die Montage- oder Serviceverfahren durchzuführen.

Best Practices halten die technische Kommunikation im Ruder

Für Hersteller ist es äußerst wichtig, Best Practices zu definieren, um aktuelle Produktinformationen zu liefern, die die Montage, Schulungen, den Betrieb, die Wartung und Reparatur ihrer Produkte während des gesamten Lebenszyklus verbessern. Durch die Verwendung von CAD-Daten können die Illustratoren konfigurationsspezifische Grafikinhalte liefern, die für den Betrieb, den Service und die Wartung von Produkten genutzt werden können und genau dem aktuellen Produkt entsprechen.

Studien und Statistiken zeigen, dass die Verbesserung der technischen Kommunikation unabdingbare Voraussetzung für die Erhöhung von Kundenzufriedenheit und Erträgen ist. Laut einer Untersuchung der Aberdeen Group konnten Best-in-Class-Unternehmen mit den richtigen Automatisierungsmechanismen und Praktiken für das Dynamic Publishing von technischen Dokumenten gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 23 Prozent bei der Kundenzufriedenheit, einen Rückgang der Zahl der Anfragen an den Kundensupport um 20 Prozent und einen Anstieg der Produkterträge um 18 Prozent verzeichnen.

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