Soziale Medien verschaffen Kunden ein Mitspracherecht bei der Produktkonstruktion

Organisationen sind stets auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre vorhandenen Produkte zu verbessern oder innovative neue Produkte zu entwickeln, die die Aufmerksamkeit der immer wählerischer und anspruchsvoller werdenden Verbraucher fesseln können. Unternehmen in der Fertigung setzen soziale Medien als zusätzliches Sprachrohr für ihre Kunden ein, damit sich diese in die Innovations- und Produktentwicklungsprozesse einbringen können.

Soziale Medien sind virtuelle Orte, an denen Konsumenten sich über Dinge, die sie an den derzeitigen Produkten stören, oder über Produkte, die ihnen besonders gut gefallen, austauschen können. Unternehmen binden sich zunehmend an diese sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn, MySpace usw. an, um mithilfe der Öffentlichkeit Konstruktionsprobleme zu lösen oder die zukünftige Richtung neuer Produkte auszuloten.

Manche Manager der alten Schule schrecken zwar vielleicht vor der Idee zurück, dass ihre Kunden sich online in aller Öffentlichkeit negativ über die Produkte des Unternehmens auslassen könnten. Doch diese Denkweise ist kurzsichtig. Erstens gilt: Wenn ein Kunde ein Problem mit einem Produkt anspricht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Problem bei vielen anderen Kunden ebenfalls auftritt. Wenn sich die Kunden die Zeit nehmen, ihre Meinungen über Ihr Produkt auszutauschen, liegt ihnen der Erfolg Ihres Produkts und/oder Ihres Unternehmens wahrscheinlich am Herzen.

Bei sozialen Medien geht es im Zusammenhang mit Unternehmen darum, diese und ihr Publikum zusammen zu bringen. So werden sie schnell zu einem wahren Schatz von Einblicken, die die Identifizierung von Problemen in vorhandenen Produkten sowie von Leistungsmerkmalen und Funktionen, die Kunden in zukünftigen Produkten wünschen, erlauben.

Unternehmen sollten dabei keine Zeit mit der Bearbeitung einzelner Beschwerden verlieren, sondern ihren Kunden zeigen, dass sie ihnen Gehör schenken, indem sie ihr Feedback in die Planung neuer Produkte einfließen lassen.

Den Puls Ihrer Kunden fühlen

Mithilfe von Überwachungstools sozialer Medien können Produktmanager und Konstrukteure erfahren, welche Probleme Kunden mit den aktuellen Produkten und mit Konkurrenzprodukten haben. Diese Informationen werfen die Fragen auf, die letztendlich zu besseren Produktentwürfen führen. Wie lässt sich das Problem durch eine Konstruktionsänderung korrigieren? Oder wie können wir eine zukünftige Konstruktion so verbessern, dass unser Produkt nicht dasselbe Fehlverhalten aufweist wie das Produkt der Konkurrenz?

Sehen wir uns einige dieser Überwachungstools sozialer Medien einmal genauer an, um festzustellen, wie sie Organisationen helfen können, stets über – gute, schlechte oder auch bösartige – Kommentare über ihre Produkte auf dem Laufenden zu bleiben.

Google Alerts. Dieses kostenlose Tool ermöglicht die Überwachung des Internets nach bestimmten Suchbegriffen. Nach der Anmeldung werden Sie per E-Mail benachrichtigt, wenn Google Nennungen Ihres Firmennamens, Ihrer URL, Ihres Produktnamens usw. findet.

Topsy. Dieses kostenlose Web-Tool ermöglicht die Suche im Web nach Online-Kommentaren über Ihre Produkte. Topsy sendet Ihnen ebenfalls eine E-Mail-Benachrichtigung, um einen Mitbewerber zu überwachen oder zu verfolgen, welche Reaktionen eine zielgruppenspezifische Kampagne für ein bestimmtes Produkt auslöst.

Twilert. Twilert ist eine kostenlose, Twitter-spezifische Web-App, die Sie benachrichtigt, wenn ein Wort (z. B. ein Produkt- oder Firmenname) oder ein Link auf Twitter genannt wird. Außerdem erhalten Sie täglich eine Übersicht über alle Vorkommen Ihrer Suchbegriffe, sodass Sie Hashtags oder Trends, die für Ihr Unternehmen von Bedeutung sind, bequem verfolgen können.

Sprout Social. Dieses Web-Tool überwacht nicht nur Social Media-Websites, sondern bietet darüber hinaus Kontaktmanagement, Analysen von Wettbewerbsinformationen, Lead-Generierung und Analytik. Probieren Sie die 30-Tage-Testversion unbedingt aus. Hier können Sie sie herunterladen.

Sendible. Dieses Tool überwacht, ähnlich wie Sprout Social, alles, was in Blogs, auf Nachrichten-Websites und in sozialen Netzwerken über Ihre Marke gesagt wird. Darüber hinaus liefert es Analysen der Vorkommen, auf die Ihr Unternehmen reagieren sollte. Von diesem Tool ist ebenfalls eine 30-Tage-Testversion verfügbar, die Sie hier herunterladen können.

Information führt zu Innovation

Das internationale Innovations-Consultingunternehmen Kalypso befragte mehr als 90 Fertigungsunternehmen, um zu erfahren, wie diese von sozialer Produktinnovation, der Nutzung von Social Computing zur Unterstützung des Produktentwicklungsprozesses, der Innovation und der Geschäftsziele, profitieren. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im White Paper Social Media and Product Innovation dargelegt.

Die Untersuchung ergab, dass mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen soziale Medien in gewissem Umfang für die Produktinnovation nutzen, auch wenn diese Nutzung bei den meisten noch in der Pilotphase ist. Trotz fehlender Best Practices oder etablierter Strategien erzielen die meisten Unternehmen einen beträchtlichen Nutzen für ihr Unternehmen, unter anderem mehr (und bessere) Produktideen und -anforderungen (46 %), eine kürzere Time-to-Market (18 %), schnellere Produktakzeptanz (15 %), niedrigere Produktkosten (15 %) und geringere Produktentwicklungskosten (15 %).

Die Untersuchung zeigte außerdem, dass die soziale Produktinnovation zwar noch in den Kinderschuhen steckt, 90 Prozent der befragten Unternehmen aber beabsichtigen, im kommenden Jahr verstärkt soziale Medien für die Produktinnovation und -entwicklung sowie das Produktmanagement einzusetzen.

Unter dem Strich kann man sagen, dass soziale Produktinnovation eine weitere Methode ist, mit der Unternehmen Probleme mit vorhandenen Produkten besser angehen und innovative Ideen generieren können, die in Zukunft zu besseren Produkten führen. Denn: Wissen ist Macht, und wenn Konstrukteure über diese Macht verfügen, können sie ihre Produkte verbessern, innovativ sein und bessere Produkte schaffen.

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