Ästhetik und Konzeptentwicklung

Letzte Woche unterhielt ich mich mit Al Dean von Develop3D über das Freistil-Tool in Creo Parametric, als er mich plötzlich fragte, ob ich lieber einen Tesla oder einen Ferrari fahre… Nun, vielleicht muss ich etwas weiter ausholen. Eigentlich sprachen wir über die Bedeutung der Ästhetik im Produkt-Design und über den Zusammenhang zwischen Form und Funktion.

Ich meinte, dass ein großer Hype um „revolutionäres“ Produkt-Design werde  – das erste Smartphone, die erste Spielekonsole ohne Controller, das erste alltagstaugliche Hybridfahrzeug… Seien wir ehrlich: Der Hype ist in den meisten Fällen auch gerechtfertigt. Revolutionäres Design verändert ganze Branchen – und das Leben. Doch ein solches Innovationsniveau ist statistisch gesehen äußerst selten und erfordert häufig beträchtliche Investitionen von Zeit und Ressourcen in Ideen, die vielleicht nie in die Regale gelangen.

Meiner Ansicht nach wird der wahre Kampf um die Verbraucherbedeutung in der „evolutionären“ Konstruktion ausgetragen – inkrementelle, kleine oder große, Verbesserungen an vorhandenen Produkten. Wie hängt dies mit dem Aussehen unserer Produkte zusammen?

Kommen wir zurück zum Smartphone in unserem Beispiel. Die ersten Smartphones waren eine Revolution, und die Funktionalität stand dabei im Vordergrund. Verbraucher nehmen eher Einschränkungen bei der Ästhetik in Kauf, wenn das Design revolutionär ist. (Möchten Sie ein prägnanteres Beispiel? Denken Sie zurück an die ersten „Mobil“-Telefone… und ihre Taschen.) Doch was als Revolution beginnt, wird schnell zur Evolution – Hersteller nutzen ihren anfänglichen Entwicklungsaufwand für neue Versionen und Iterationen eines bestehenden Produkttyps weiter.

Denken Sie einmal daran, wie viele Smartphone-Optionen es heute gibt. Der durchschnittliche Verbraucher wäre kaum in der Lage, die Funktionsunterschiede zwischen den unzähligen Optionen im Handyladen zu erklären. Sie werden vielleicht argumentieren, dass es SEHR WOHL Funktionsunterschiede gibt. Doch ich halte dagegen, dass diese nicht bedeutend genug sind, um die Mehrzahl der Auswahlmöglichkeiten anzutreiben.

Geben Sie es zu: Sie haben das Handy gekauft, weil es so toll aussieht. Ich räume ein, dass „tolles Aussehen“ nicht nur mit Ästhetik zu tun hat, sondern auch mit der Marke und dem, was es bedeutet, ein bestimmtes Produkt zu verwenden. In diesem Moment unseres Gesprächs fing Al an, über „Anzugträger“ herzuziehen, die „riesige Trucks fahren, aber jemanden bezahlen, um eine Glühbirne zu wechseln“ (vielleicht hat er sich auch anders ausgedrückt)…

Da wurde mir klar, dass wir ewig weit vom Thema abgekommen waren. Was ich sagen will, ist, dass das Äußere einen Teil der Markenassoziation ausmacht, auch wenn noch andere Faktoren hineinspielen. Wie etwas aussieht, hat auch einen großen Einfluss darauf, welches Gefühl es Ihnen vermittelt – das wird in dieser Ausgabe der Product Design Show sehr schön verdeutlicht.

Und wenn Sie in puncto Funktionalität mit dem Wettbewerb gleichauf sind, gewinnt das Aussehen enorm an Bedeutung. Gehen wir also davon aus, dass das Äußere im Verbrauchermarkt ein wichtiger Aspekt der Konstruktion ist, insbesondere der evolutionären Konstruktion – wie verhält sich dies dann im Nicht-Verbrauchermarkt? Al schickte mir dieses Bild eines Design-Gabelstaplers.

Hat das Aussehen Ihres Lagers einen Einfluss darauf, wie Ihre Kunden Sie wahrnehmen? Oder die von Ihnen hergestellten Produkte? Es gibt einen Grund, warum ich bei der Digital Factory der Hannover Messe von glatten, orangefarbenen Industrierobotern umgeben bin, die sich zu deutschen Techno-Beats bewegen. Es gibt einen Grund, warum Sie sich bei zwei vergleichbaren Optionen für den schöneren Gabelstapler entscheiden, insbesondere dann, wenn er alles kann, was ein Gabelstapler können sollte. Es gibt einen Grund, warum in einer Maserati-Werkstatt der Boden sauberer ist als mein Küchentisch (hier ungefähr begann unsere Diskussion über unsere Vorlieben bei Sportwagen).

Die Moral dieser Geschichte ist, dass die Ästhetik wichtiger für die Konstruktion ist als je zuvor, ob Sie nun Smartphones oder Gabelstapler entwickeln. Wie ein Produkt aussieht, sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Als Ingenieur müssen Sie schon bei der Konzeptentwicklung mehr Wert auf die Ästhetik legen als früher, selbst wenn Sie keinen Industriedesigner im Team haben.

Darum sind schnelle, flexible Tools für die Freiform-Flächengestaltung, z. B. die Freistil-Funktion in Creo Parametric, für die Konzeptentwicklung so wichtig. Wenn Sie mehr über die Konzeptentwicklung lesen möchten, besuchen Sie das neue Ressourcencenter für die Konzeptentwicklung unter http://www.ptc.com/solutions/concept-design/.

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