Technische Mitarbeiter: Vorbereitung auf „Digital Natives“

Auf technische Entwicklungsorganisationen kommen viele Veränderungen zu. Erstens wird mit der bevorstehenden Pensionierungswelle der Generation „Baby-Boom“ ein ernst zu nehmender Verlust von Fachwissen an der Spitze der Entwicklungsabteilungen stattfinden.

In den kommenden 20 Jahren werden jeden Tag 10.000 Personen in dieser Altersgruppe in Rente gehen. Zurück bleibt eine riesige Lücke in den Führungsriegen der Entwicklungsabteilungen weltweit, wenn Executives, Direktoren und Manager ihren Posten verlassen und sich um dringendere Dinge kümmern, beispielsweise um die Verbesserung ihres Handicaps beim Golf.

Wenn diese erfahrenen Ingenieure das Unternehmen verlassen, nehmen sie eine enorme Menge an Wissen, Unternehmens-Knowhow und Erfahrungen von unschätzbarem Wert mit sich, die, wenn wir ehrlich sind, nahezu unersetzlich sind. Bis es so weit ist, müssen Fertigungsunternehmen zukünftige Generationen von Ingenieuren heranziehen, die diese wichtigen Posten eines Tages ausfüllen und hoffentlich die zukünftigen Geschicke der technischen Entwicklung leiten werden.

Tatsache ist allerdings, dass diese jüngeren Generationen sich von den vorherigen Generationen grundlegend unterscheiden. Sie arbeiten anders, denken anders und betrachten die Welt ganz anders als ihre Vorgänger. Diese oft als „Digital Natives“ bezeichnete Generation wurde erst nach Beginn des digitalen Zeitalters geboren. Diese jungen Menschen kennen keine Welt ohne Internet, Mobiltelefone und mobile Computer. Sehen wir uns einige der Merkmale dieser „Digital Natives“ einmal genauer an, um zu verstehen, wie sich das Arbeitsumfeld weiterentwickeln muss, um ihre Stärken optimal zu nutzen und zugleich die Gefahr, dass zwischen ihnen und älteren Ingenieuren, die oft als „Digital Immigrants“ bezeichnet werden, zwei Kulturen aufeinandertreffen und es zu Konflikten kommt.

Stark von Technologie beeinflusst. Diese Menschen haben Multitasking im Blut. Sie wechseln nahtlos zwischen ihrem sozialen und ihrem beruflichen Leben hin und her, benötigen sofortige, reibungslose Kommunikation, wünschen konstanten Zugang zum Internet und lernen schneller und intuitiver. Zudem sind sie äußerst anpassungsfähig bei Veränderungen.

Häufige Jobwechsel. Studien zeigen, dass diese Generation bis zur Rente fünf bis sieben Stellen haben wird. Digital Natives arbeiten oft lieber als Freiberufler als in einem Angestelltenverhältnis und betrachten einen stabilen Arbeitsplatz als weniger wichtig als Anregung und Zufriedenheit.

Zwanglos. Diese Generation verabscheut Bürokratie, Papierkram und Formalitäten. Sie betrachtet Unternehmenshierarchien und Autoritäten ganz anders und erkennt die Regeln des Anstands zwischen unterschiedlichen Altersklassen, sozialen Gruppen und Einflusspositionen nicht an. Sie arbeitet lieber zeitlich flexibel und mobil (in Cafés, zu Hause…) statt in Großraumbüros.

Überzeugt, dass Transparenz Vertrauen schafft. Digital Natives leben ein öffentliches Leben in den sozialen Medien und schätzen die Weitergabe von Wissen. Dasselbe erwarten sie von Kollegen, sowohl als Mitarbeiter als auch als Kunde.

Der Google-Effekt. Auch wenn sie hervorragende Leistungen bei der Recherche, Verwaltung und Assimilierung enormer Datenmengen zeigen, führt die bereits erwähnte kognitive Verzerrung (Google-Effekt) dazu, dass sie sich weniger bemühen, Informationen zu behalten, weil sie ja jederzeit danach „googeln“ können.

Sozial. Sie nutzen die sozialen Medien (Facebook, Twitter, YouTube) und verschiedene andere digitale Technologien (Smartphones, Tablets usw.) täglich. Sie sind äußerst kollegial und haben ein stärkeres soziales Gewissen. Sie reagieren infolge des Austauschs mit sozialen Netzwerken eher auf intrinsische Motivationen.

E-Mail als Hauptkommunikationsmittel. Dies Gruppe zieht die Kommunikation per E-Mail dem Telefon vor, da sie einerseits das Multitasking unterstützt und andererseits jede Mitteilung dauerhaft erfasst wird. Eine mögliche Folge davon ist, dass diese Generation weniger gut dazu in der Lage ist, professionell zu schreiben. Nächste Woche sprechen wir darüber, wie Organisationen das Arbeitsumfeld so anpassen können, dass die einzigartigen Fähigkeiten von Digital Natives optimal genutzt und Konflikte zwischen dieser Gruppe und der älteren Generation, die sie auf zukünftige Führungspositionen vorbereiten soll, nach Möglichkeit vermieden werden.

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