Richtlinieneinhaltung – eine Frage des Überlebens

Um im Wettbewerb bestehen und rechtliche Probleme sowie teure Rückrufe zu vermeiden, müssen Hersteller auf allen Ebenen die Qualitätsvorgaben, Normen und Vorschriften verstehen, akzeptieren und realisieren – nicht nur, um ihre Kunden zufrieden zu stellen, sondern auch Regierungs- und Aufsichtsbehörden.

Die strenge Einhaltung von Branchen- und Behördenauflagen kommt den Unternehmen zugute, da durch die intensiven Auditierungsprozesse Umsätze, Gewinne und auch die Kundenzufriedenheit steigen können.

Zwar wird durch die wachsende Zahl von Behörden- und Branchenauflagen und Anforderungen die Konstruktion, Herstellung und der Verkauf neuer Produkte komplizierter, andererseits sorgt Compliance aber auch für Verbrauchersicherheit und Umweltschutz.

Viele Hersteller betrachten die Einhaltung von Normen und Vorschriften als notwendiges Übel, doch die Implementierung von effektiven Compliance- und Qualitätsmanagementprozessen kann auch zu höheren Umsätzen sowie besseren Fertigungs- und Servicestrategien führen. Laut einer Studie des Small Business Administration’s Office of Advocacy kosten Behördenauflagen auf Bundesebene in den USA jedes Jahr mehr als 1 Trillion US-Dollar. US-Hersteller müssen mit 162 Milliarden US-Dollar einen großen Teil der Gesamtkosten von 648 Milliarden US-Dollar für Umwelt-, Wirtschafts-, Arbeitsschutz- und Steuergesetze stemmen.

Im letzten Jahr setzte die National Association of Manufacturers im US-Kongress ihre Lobbyaktivitäten fort, die Belastungen von US-Herstellern abzubauen, was nach Aussage des Herstellerverbandes für die wirtschaftliche Erholung des Landes unabdingbar ist. Auch wenn Compliance für Organisationen oft teuer und zeitaufwändig ist, so kann die Nichteinhaltung von Branchennormen wie ISO 9100 oder den FDA-Richtlinien doch noch viel schwerwiegendere und teurere Folgen haben.

Konformitätsverstöße können schlimmstenfalls zu Produktrückrufen oder teuren Gerichtsverfahren führen, die einen Hersteller finanziell ruinieren und das Vertrauen der Konsumenten massiv schädigen können. Automatisierte Lösungen unterstützen Compliance-Bemühungen Eine Vielzahl von automatisierten Software-Tools hilft Organisationen, Qualitätsstandards einfacher einzuhalten als je zuvor.

Sehen wir uns einige Best Practices zur Verbesserung der Compliance-Bemühungen Ihres Unternehmens sowie die Möglichkeiten automatisierter Tools für das Qualitätsmanagement einmal genauer an.

Überdenken Sie Ihre Prozesse. Der Anfang eines neuen Jahres ist ein hervorragender Zeitpunkt, um Lieferketten, Produktionsprozesse und Qualitätssicherungsverfahren neu zu bewerten oder zu definieren, um Probleme zu identifizieren und Engpässe in den bestehenden Prozessen zu beseitigen. Durch interne Audits und neue Messverfahren für Qualität und Compliance können sich Herstellungsteams eine bessere Übersicht darüber verschaffen, welche Prozesse unzureichend sind und warum.

Nehmen Sie Ihre Lieferanten unter die Lupe. Halten Sie in der Lieferkette einen hohen Qualitätsstandard aufrecht, um sicherzustellen, dass Ihre Zulieferer konsequent Ihre und damit letztendlich auch die Bedürfnisse Ihrer Kunden erfüllen. Automatisierte Tools ermöglichen die Verknüpfung von Inspektions- und Prüfdaten mit den Ergebnissen der Zuliefererbewertung. Indem Sie Prozesse definieren, die Inspektion und Prüfung mit Zuliefererbewertungen verknüpfen, fördern Sie die Implementierung spezifischer Verbesserungsstrategien bei den einzelnen Zulieferern.

Seien Sie proaktiv, nicht reaktiv. Fehlersuche und Vorbeugung sind oft der Schlüssel zur Vermeidung zukünftiger Schwierigkeiten durch Konformitätsverstöße. Um das erneute Auftreten von Defekten zu vermeiden, müssen präzise Unterlagen über die getroffenen Korrekturmaßnahmen zusammengestellt werden. Automatisierte Tools liefern einen geschlossenen Mechanismus zur Initiierung und Implementierung von Änderungen, die sich aus dem Konformitätsverstoßprozess ergeben, sowie zur Verifizierung ihrer Effektivität.

Integrieren Sie Qualitäts- und Compliance-Daten. Wenn Hersteller auf manuelle Prozesse zur Kontrolle der Qualitäts- und Compliance-Aktivitäten setzen, liegen die Informationen oft fragmentiert vor und sind für das Unternehmen nutzlos. Die Automatisierung des Prozesses ermöglicht die Integration fragmentierter Datenbanken, Datensätze, historischer Leistungsdaten, der Ergebnisse von Zuliefererprüfungen, der Konformitätsverstoßhistorie sowie von Korrekturmaßnahmenberichten. Ist erst einmal ein einzelnes, maßgebliches Compliance-System definiert, können Hersteller effektiv Qualitätsmanagementstrategien ausarbeiten und umsetzen.

Denken Sie von vornherein an die Compliance, nicht erst hinterher. Weil eine schnelle Markteinführung heute in den meisten Märkten notwendig ist, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern, ist es wichtig, die Compliance-Verantwortlichen schon in den Frühphasen der Strategie- und Konzeptentwicklung mit der Produktentwicklung in Verbindung zu setzen. Auf diese Weise können regulatorischen Anforderungen für neue Märkte frühzeitig identifiziert und in der Produktentwicklungsplanung berücksichtigt werden. Hektische Konstruktionsänderungen, die auftreten, wenn landesspezifische Anforderungen erst nach Fertigstellung des ersten Entwurfs identifiziert werden, werden dadurch vermieden.

Nutzen Sie Compliance als Wettbewerbsvorteil. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, die nächste regulatorische Hürde zu bewältigen, sollten Sie die Einhaltung von Normen und Vorschriften als Chance sehen, um klarer zu definieren, wie Sie Ihre Strategien für Produktqualität und Produktkonformität enger auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden abstimmen können. Wenn Compliance-Anforderungen im Kontext von markt- und kundenorientierten Qualitätsinitiativen erfüllt werden, profitieren davon sowohl der Hersteller als auch der Kunde.

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