Bessere Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette

Die effektive Verwaltung der Lieferkette ist inzwischen ein zentraler Geschäftsbereich moderner Hersteller geworden. Organisationen übertragen zunehmend wichtige Funktionen an Zulieferer und Partner, die sich u. U. auf der anderen Seite der Erde befinden. Es sind also Prozesse und Tools notwendig, die die Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen. Organisationen müssen Daten zwischen mehreren Systemen austauschen und Einblick in Geschäftsprozesse erhalten können, um Entscheidungsprozesse zu verbessern und auf jeder Ebene der Lieferkette maximale Kontrolle zu erlangen. Hören Sie, was Vertreter der Automobilindustrie über einen bestimmten Aspekt sagen: die Zusammenarbeit an den eingebetteten Softwaresystemen in modernen Fahrzeugen.

Definitionsgemäß bedeutet Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette, dass alle Unternehmen in der Lieferkette aktiv an der Erreichung gemeinsamer Ziele arbeiten. Sie ist gekennzeichnet von der gemeinsamen Nutzung von Informationen, Wissen, Risiken und Gewinnen. Die gemeinsame Nutzung erfordert ein gewisses Wissen über die Abläufe und Entscheidungsprozesse der einzelnen Unternehmen. Das hat zur Folge, dass eine effiziente und effektive Kommunikation zwischen einer Organisation und ihren Lieferkettenpartnern eine wichtige Voraussetzung für das Supply Chain Management (SCM) ist.

Partnerschaften müssen auf gegenseitigem Vertrauen beruhen

Im Wesentlichen basiert jede Zusammenarbeit auf Vertrauen. Deshalb müssen sich alle Parteien als Partner betrachten, die einen Mehrwert zum Prozess beisteuern. Bei erfolgreichen Partnern gibt es die Denkweise „wir gegen die anderen“ nicht. Es gibt zwar unzählige Software-Tools für Bedarfsplanung und Supply Chain Management, doch eine starke Führung, Änderungsmanagement und eine enge Kommunikation sowie gegenseitiges Vertrauen sind ebenfalls zentrale Komponenten einer erfolgreichen Lieferkettenpartnerschaft.

Zur Vertrauensbildung und zum Aufbau zuverlässiger Kommunikationswege zwischen den Zulieferern sind oft Änderungen an der Organisationsstruktur, Unternehmenskultur und den organisatorischen Abläufen und Messgrößen erforderlich. Grundvoraussetzung für diese Veränderungen ist eine starke Führung. Angesichts von Misstrauen und Hürden gegenüber organisatorischen Veränderungen hätte die umfassende globale Zusammenarbeit kaum Zukunftsperspektiven, wenn es keinen allgemeinen Prozess gäbe, den die unterschiedlichsten Unternehmen implementieren und in mehreren Beziehungen replizieren können.

Tools schließen Kommunikationslücken

Technologische Tools machen die Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette oft erst möglich. Diese Tools ermöglichen einem Unternehmen auf allen Ebenen die Kommunikation mit seinen Zulieferern und können dazu beitragen, Barrieren zwischen Unternehmen niederzureißen, den Informationsfluss zu beschleunigen und Daten in nützliche, kollaborative Informationen umzuwandeln. Es gibt auch vielfältige Systeme, die unterschiedliche Komponenten der Lieferkette (Inventar, technische Entwicklung, Produktion, Einkauf und Verkauf) miteinander integrieren, sodass das Unternehmen über eine genaue Echtzeitansicht der erweiterten Lieferkette verfügt.

Zudem stehen unzählige technologische Tools zur Verfügung, mit denen Lieferkettenpartner remote miteinander kommunizieren und Informationen gemeinsam nutzen können. Kommunikationslösungen erlauben Individuen und Teams die persönliche Interaktion sowie den simultanen Austausch von Dokumenten, Zeichnungen und Modellen über das Web. Die visuelle Kommunikation fördert das Verständnis und die Zusammenarbeit und ermöglicht die standortübergreifende gemeinsame Nutzung von Best Practices. Die Möglichkeit, zur gleichen Zeit Ideen zu sehen und zu hören, baut das Gemeinschaftsgefühl und Vertrauen auf.

Die Vorteile überwiegen

Auch wenn der Aufbau einer effizienten Lieferkette beträchtliche Veränderungen erforderlich machen kann, sowohl hinsichtlich der Tools als auch im Hinblick auf die organisatorischen Abläufe, so sind die Vorteile für die Organisation doch beträchtlich. Zu den Vorteilen gehören geringere Bestände, ein besserer Kundenservice, ein effizienterer Personaleinsatz und eine verbesserte Lieferung dank verkürzter Zykluszeiten. Neben diesen finanziellen Vorteilen kann auch die Time-to-Market für neue Märkte beschleunigt, die Konzentration auf Kernkompetenzen gefördert, der Informations-, Ideen- und Technologieaustausch erhöht, die Lieferkette insgesamt gestärkt und der Shareholder Value verbessert werden. Es gibt viele Studien, die diese Prognosen bestätigen.

Laut einer unabhängigen Marktforschung von AMR kann die effiziente Zusammenarbeit in der Lieferkette Herstellern helfen, die folgenden Vorteile zu realisieren: Reduzierung der Bestände um durchschnittlich 30 Prozent, Senkung der Transportkosten um durchschnittlich 10 Prozent, Verkürzung der Vorlaufzeiten um durchschnittlich 50 Prozent und Verbesserung des Kundenservice um durchschnittlich 10 Prozent. Technologische und datenbezogene Hürden wurden in der Studie mit überwältigender Mehrheit als größte Barriere für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Lieferkettenpartnern genannt.

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