Creo, AnyMode Modeling und das allgemeine Datenmodell

Ist der Ansatz, den PTC mit der AnyMode Modeling Technologie, mit Creo Parametric, Creo Direct und dem allgemeinen Datenmodell verfolgt, wirklich der beste?

Wir meinen: ja! In diesem Blog möchte ich noch einmal auf diese Strategie und unser Konzept eingehen und auch andere technische Ansätze vorstellen.

Traditionelle CAD-Systeme bieten Produktentwicklern viele leistungsstarke Funktionen. Zu viele, meinen einige unserer Kunden. Sie sind der Ansicht, dass ein einziges, monolithisches Tool die meisten Benutzer überfordert. Es ist in etwa so, als würden Sie ein ganzes Orchester buchen, obwohl Sie nur die kleine Trommel benötigen. Und natürlich braucht ein Orchester auch einen talentierten Experten: den Dirigenten!

PTC entwickelte daher eine Reihe von kleineren Apps, die einfacher in der Handhabung und speziell auf spezifische Funktionen in der Produktentwicklung zugeschnitten sind. Es gibt eine App für Analytiker, eine für Konstruktionsleiter usw. Dieser Teil der Creo Strategie führt erstmals die bahnbrechende AnyRole Apps Technologie ein, die verspricht, die richtige Anwendung mit speziell auf den jeweiligen Benutzer zugeschnittenen Funktionen bereitzustellen – keine monolithischen 3D-CAD-Systeme mehr, die nur von 3D-CAD-Experten bedient werden können.

Für Anwender, die die Vorteile der parametrischen Modellierung nutzen möchten, gibt es Creo Parametric. Für diejenigen, die sich mit der 3D-Modellierung nicht auskennen, bietet Creo Direct ein einfacheres und verständlicheres 3D-Konzept.

Aber wenn Teams mit all diesen Creo Apps arbeiten, wirft dies eine neue Frage auf: Was passiert wirklich, wenn Entwürfe von einer Creo App zur nächsten übertragen werden? Die CAD-Branche ist bekannt für ihre Schwerfälligkeit in puncto Interoperabilität. Was passiert, wenn ein Konzept, das von einem Anwender mit einem bestimmten Ansatz und einer App (wie Creo Direct) entwickelt wurde, in einer anderen App (wie Creo Parametric) geöffnet wird? AnyMode Modeling ist eine bahnbrechende Technologie, die einen reibungslosen Übergang von Konstruktionsdaten zwischen mehreren Apps und Bearbeitern ermöglicht, ohne dass dabei die Konstruktionsabsicht verloren geht.

Wie können alle diese Informationen synchronisiert werden? Sehen wir uns einmal an, wie dieses Problem in anderen Desktop-Anwendungen gelöst wurde. Nehmen wir Microsoft Word. Ein neuer Anwender kann ein vorhandenes Dokument beliebig verändern, Inhalte entfernen und ändern, neue Inhalte hinzufügen. Dabei muss er sich keine Gedanken darüber machen, die Änderungen zu verfolgen. Ein Hauptbenutzer kann die Änderungen in dem Dokument anhand der Überarbeitungsmarkierungen durchgehen und einzeln annehmen oder ablehnen. Ebenso kann er beispielsweise mehrere Änderungen zusammenfassen und dadurch verbessern. Diese Vorgehensweise ist einfach und zugleich leistungsstark: Einfach, weil neue oder unerfahrene Benutzer nicht eingeschränkt werden und das Dokument nach Belieben ändern können, und leistungsfähig, weil Experten jede Änderung verfolgen und als Eingaben nutzen können. Nun handelt es sich bei Microsoft Word zwar um eine einzelne Anwendung, das Konzept und die Vorgehensweise entsprechen jedoch ganz genau der Funktionsweise von AnyMode Modeling: Jede Änderung wird verfolgt, und zwar nicht nur für die verschiedenen Benutzer, sondern auch für die unterschiedlichen Creo Apps, die sie verwenden. Mike Campbell, DVP Creo Product Development, erklärte das Konzept im Dezember 2010:

Ein neuer oder gelegentlicher Nutzer von 3D-CAD kann mit Creo Direct Entwürfe ändern oder erstellen, Hauptbenutzer können Creo Parametric verwenden und damit alle vorgenommenen Änderungen anzeigen, annehmen, ablehnen oder verbessern.

Verwechseln Sie das nicht mit den Entwicklungen bei vielen traditionellen Anbietern. Diese entwickeln in der Regel auch heute noch monolithische 3D-CAD-Systeme speziell für CAD-Experten, die innerhalb einer Umgebung zwischen parametrischer und direkter Modellierung wechseln können, wofür aber langjährige Erfahrung notwendig ist. Die technologischen Ansätze teilen sich in zwei Felder:

  • Beim ersten Ansatz wird versucht, die Konstruktionsänderungen zu erfassen und sie intelligent automatisch der parametrischen Konstruktionsabsicht des Original-CAD-Modells zuzuordnen. Dabei gibt es zahlreiche Annahmen, die vom CAD-System in Echtzeit angewendet werden, sodass manche Änderungen übernommen werden und andere nicht. Dabei besteht die ernsthafte Gefahr, dass die wertvolle Konstruktionsabsicht verloren geht. Und schließlich gibt es für diese Technologie bislang nur erste Vorversionen.
  • Der zweite Ansatz steht und fällt mit dem Fachwissen des CAD-Anwenders. Dieser muss entscheiden, wann eine parametrische und wann eine direkte Änderung vorgenommen werden soll und welcher Modellierungsmodus der richtige ist. Der Wechsel zwischen den Modi während einer Reihe von Konstruktionsaufgaben kann dazu führen, dass die in einem Modus erfasste Konstruktionsabsicht im anderen nicht zur Verfügung steht.

Beide Vorgehensweisen haben ihre Nachteile: Zunächst einmal muss ein einzelnes, monolithisches 3D-CAD-System verwendet werden. Das hat zur Konsequenz, dass die Anwender echte Experten für das betreffende CAD-Werkzeug sein müssen, wodurch die Verwendung im Team oder Unternehmen stark eingeschränkt wird.Der zweite Nachteil sind die Annahmen, die entweder vom CAD-System oder vom Benutzer vorgegeben werden und die die freie Weiterentwicklung des Entwurfs einschränken können.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere Strategie die beste ist, und wir scheinen mit dieser Meinung nicht allein zu sein. Jedenfalls haben wir unsere Lösung so einfach wie möglich gehalten.

Es gibt ganz klar noch Verbesserungsbedarf beim derzeitigen Benutzererlebnis, und wir haben auch Pläne zur weiteren Optimierung des Workflows und der Darstellung von Änderungen für die verschiedenen Anwender der diversen Apps. Beispielsweise möchten wir die Möglichkeit einbinden, alle in Creo Direct vorgenommenen Änderungen auszublenden, sodass sie den KE-Baum in Creo Parametric nicht unnötig kompliziert machen.

Wie bei jeder guten Strategie gibt es viel zu tun, und das werden wir in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren auch tun.

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