Schützen von Konstruktionskonzepten und geistigem Eigentum

Geistiges Eigentum ist der wichtigste Unternehmenswert eines herstellenden Betriebs. Gelangt es in die Hände der Konkurrenz, kann dies den Verlust der Alleinstellung am Markt und des damit verbundenen Wettbewerbsvorteils bedeuten. Das in Produktkonzeptentwürfen enthaltene geistige Eigentum ist immer stärker gefährdet – zusammen mit den Erträgen und dem unternehmensinternen Ingenieurswissen, das es repräsentiert. Die Bedrohung des geistigen Eigentums ist höher geworden, weil die Konstruktionsteams, die die Produkte gemeinsam gestalten, über die ganze Welt verteilt sind. Ironischerweise leisten gerade auch die Vorgehensweisen, die die Voraussetzung für echte dezentrale Konstruktions- und Fertigungsnetze schaffen, ihren Beitrag zu dieser wachsenden Bedrohung.

Fehlende Prozesse und Verfahren zum Schutz von geistigem Eigentum und Konstruktionskonzepten während der Entwicklung können den Verlust von geistigem Eigentum zur Folge haben. Die Konsequenzen sind entgangene Umsätze, eine Überflutung der Märkte mit dem Produkt und kleinere Gewinnmargen. Unternehmen müssen Organisationsstrukturen, Geschäftsprozesse und Technologien implementieren, die eine Zusammenarbeit unterstützen, bei der geistiges Eigentum geschützt, dokumentiert und rechtlich abgesichert wird sowie die Produktdaten geschützt werden. Hierzu gehören ein Ausbau der IT-Sicherheitsmaßnahmen und digitales Rechtemanagement.

Schützen von Produktkonzepten

Konzeptentwürfe werden in jedem Unternehmen anders erfasst und verwaltet. In einer kürzlich von PTC durchgeführten Umfrage zu den Trends bei der Konzeptentwicklung gaben nur 37 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen ein zentrales Managementsystem für die Erfassung und Verwaltung von Konstruktionskonzepten einsetze. Weitere 34 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen alle Konzeptentwürfe sowie sämtliche Revisionen mit einem zentralen Prozess verwaltete. Bei 22 Prozent der Teilnehmer speicherte jedes Mitglied des Entwicklungsteams Konzeptentwürfe auf dem eigenen Computer, was bedeutet, dass kein zentrales Managementsystem vorhanden ist.

Konstruktionsvorschläge werden während der Konzeptphase der Entwicklung häufig in Notizbüchern festgehalten. Bei der PTC Umfrage gab die große Mehrheit der Befragten (66 %) an, dass manche Teammitglieder in der Konzeptphase Notizbücher verwendeten. Wem gehören die Informationen in diesen Notizbüchern? Über 59 Prozent waren der Ansicht, dass die Notizbücher und die darin enthaltenen Informationen dem Unternehmen gehörten. 41 Prozent wussten entweder nicht, wem die Notizbücher gehörten (22 %), oder glaubten, dass die darin enthaltenen Daten dem jeweiligen Mitarbeiter gehörten (19 %).

Trotz der Fortschritte beim Produktlebenszyklus-Management (PLM) und der zunehmenden Verbreitung von PLM- und Wissensmanagementsystemen setzen viele Hersteller immer noch informelle Tools und Prozesse wie Notizbücher ein, um wichtige Produktdaten zu kommunizieren und zu verwalten. Dies kann die Zusammenarbeit beeinträchtigen und das geistige Eigentum unnötig gefährden.

Ohne festgelegte Verfahren zum Schutz der in Notizbüchern enthaltenen Informationen können Mitarbeiter, die ein Unternehmen verlassen, die wertvollen proprietären Daten in ihren Notizbüchern einfach mitnehmen. Zwar glaubten 67 Prozent der Befragten nicht, dass Mitarbeiter beim Verlassen des Unternehmens das Notizbuch mitnehmen würden, aber immerhin 33 Prozent wussten es entweder nicht oder glaubten, dass es mitgenommen werden würde.

Aber wie lassen sich diese Informationen schützen? Viele Unternehmen haben keine definierten Verfahren zum Schutz dieser wertvollen unternehmenseigenen Produktdaten. Bei der Umfrage gaben nur 16 Prozent der Teilnehmer an, dass die in Notizbüchern enthaltenen Daten zusätzlich elektronisch in den Systemen des Unternehmens erfasst würden. Bei fast 70 Prozent gab es kein entsprechendes Verfahren zur Erfassung dieser Daten in Unternehmenssystemen.

Ein sicheres strategisches Konzept für den Umgang mit geistigem Eigentum und mit der Konzeptentwicklung muss den gesamten Prozess von der Produktkonzeption bis zur Marktfreigabe abdecken. Unternehmen müssen eine systematische Vorgehensweise zum Schutz neu entstehender Konstruktionskonzepte und des u. U. darin enthaltenen potenziellen geistigen Eigentums implementieren, um die Gefahr des Diebstahls oder Verlusts von geistigem Eigentum zu reduzieren. Die Einbindung der Verwaltung von geistigem Eigentum in die Forschung und Entwicklung sowie die gesamte Produktentwicklung sorgt für nahtlose Möglichkeiten zum Schutz des geistigen Eigentums, durch die die Gefahren und auch die Kosten für den Hersteller sinken.

Bild: Roo Reynolds

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