Creo und der Umstieg von 2D zu 3D

In den letzten Monaten haben wir in diesem Blog die verschiedenen Prozesse in der Produktentwicklung erörtert und darüber gesprochen, was Sie bei diesen Prozessen von der direkten Modellierung mit Creo erwarten können.

Von der Konzeptentwicklung bis hin zur Angebotserstellung und zu Änderungen in späten Entwicklungsphasen sind sich die Prozesse in den verschiedenen Produktentwicklungszyklen eigentlich recht ähnlich. Allerdings gibt es einen Prozess, an dem sich deutlich weniger beteiligen: den Übergang von 2D zu 3D.

Vor einigen Jahren gab die Aberdeen Group diese ernüchternde Statistik für Softwareanbieter heraus: Trotz der Tatsache, dass es seit 23 Jahren 3D-CAD-Systeme gibt, arbeiten 85 Prozent aller Produktkonstrukteure vorwiegend mit 2D-Konstruktionen oder ausschließlich mit Zeichnungen.

Warum ist das so? Weil die 2D-Konstruktion noch immer funktioniert. Die Unternehmen wissen, dass sie mit der 2D-Konstruktion über ein funktionierendes, bewährtes und zuverlässiges System verfügen. Zugleich ist die Umwandlung in 3D mit einigen Herausforderungen und Risiken verbunden. Beispielsweise schrecken die Migration von Altdaten und der Zeitverlust für die Schulung der Teams im Umgang mit der neuen Software viele Konstrukteure und deren Vorgesetzte ab.

Die Vorteile von 3D

Wenn das erste 3D-CAD-System vor 23 Jahren allgemein verfügbar war, können Sie davon ausgehen, dass die erste Liste seiner Vorteile seit 23 1/2 Jahren existiert. Ich fasse die Vorteile deshalb hier nur kurz zusammen:

  • Mehr virtuelle Prototypen und weniger physische Prototypen führen zu niedrigeren Kosten, weniger Änderungsaufträgen und mehr Freiheit, um mit neuen Ideen zu experimentieren.
  • Wiederverwendung spart Zeit bei der Konstruktion. Insbesondere in einer direkten Modellierungsumgebung lässt sich die Konstruktion durch die Wiederverwendung von Teilen oder Baugruppen in vollkommen neuen Produkten stark beschleunigen. Konstrukteure, die mit der direkten Modellierung mit Creo arbeiten, können die Entwicklungszeit durch die Wiederverwendung von früher entwickelten Teilen in der Regel um bis zu 50 Prozent verkürzen.
  • Erweiterte Zusatzfunktionen ermöglichen Jahr für Jahr eine leistungsstärkere Analyse der Konstruktionen, eine schnellere Modellierung, die automatische Aktualisierung der Entwürfe für Nutzer in nachgeordneten Schritten und noch viel mehr.
  • Bessere Visualisierung verbessert die interne und externe Kommunikation. Zum Lesen komplexer 2D-Zeichnungen ist eine Spezialausbildung erforderlich. Bei 3D-Modellen können sich hingegen auch Laien den Entwurf problemlos vorstellen.

Die direkte Modellierung mit Creo schafft Abhilfe gegen die Nachteile

Natürlich sind die ewig gleichen Listen der Vorteile in den 23 1/2 Jahren ihres Bestehens bei Produktkonstrukteuren oft auf taube Ohren gestoßen. Das liegt daran, dass viele von uns die 3D-Konvertierung fälschlicherweise als Ereignis betrachtet haben und nicht als Prozess.

Viele erfolgreiche Creo Kunden haben den Umstieg aber nicht plötzlich oder in einem Schwung vollzogen. Stattdessen begannen sie mit einem kleinen Projekt oder einer kleineren Abteilung, arbeiteten zunächst in einer gemischten 2D-/3D-Umgebung und setzten Creo dann im Lauf der Zeit immer stärker ein.

  • Schulungen. Bei der direkten Modellierung mit Creo werden bestimmte 2D-Techniken auf die 3D-Konstruktion übertragen. Beispielsweise kann 2D-Geometrie verschoben und gedehnt werden. Es ist sogar möglich, Konstruktionsaufgaben innerhalb eines 2D-Querschnitts in einem 3D-Modell durchzuführen. Darüber hinaus ist die Software dadurch, dass direkt mit der Geometrie gearbeitet wird, insgesamt leichter zu erlernen als parametrische Software. Kunden, die mit direkter Modellierung arbeiten, insbesondere jene, die aus der 2D-Konstruktion kommen, können die Software in der Regel in wenigen Stunden, spätestens aber nach zwei Tagen produktiv nutzen.
  • Unterstützung der gemischten Umgebung. Selbst wenn Sie Ihr Unternehmen morgen ausschließlich auf 3D umstellen würden, würden Ihre Zulieferer, Partner und Kunden höchstwahrscheinlich noch 2D-Daten verwenden. Tatsache ist: Nur wenige Unternehmen arbeiten in einer homogenen Umgebung. Ihre Dateien kommen aus verschiedenen CAD-Systemen, darunter auch 2D-CAD-Systemen. Creo unterstützt Ihre Umgebung und die Ihrer Lieferkette beim Import oder Export von 2D- oder 3D-Daten.

Der Creo Prozess

Denken Sie daran: Wenn Sie erst einmal begonnen haben, Creo Apps zu verwenden, können Sie Ihre Möglichkeiten jederzeit mit verschiedenen 2D- oder 3D-Optionen erweitern. Creo Sketch reicht für manche Teammitglieder durchaus aus, um Ideen in 2D zu vermitteln. Creo Schematics ermöglicht die grafische Darstellung der Verkabelungs- und Rohrleitungsverlegung. Creo Layout hilft Ihnen, die ersten Konzeptlayouts in 2D auszuarbeiten, und zwar in einer Weise, die die spätere Weiterentwicklung des Entwurfs in 3D ermöglicht.

Und dann haben Sie noch mehrere Möglichkeiten, die parametrische Konstruktion, MCAD- und ECAD-Visualisierung, Apps für Analytiker usw. einzubinden und sogar technische Illustrationen direkt anhand der 3D-Daten zu generieren. Angesichts der unzähligen Richtungen, die Sie in einer gemischten 2D-/3D-Umgebung einschlagen können, wird klar, warum die Umwandlung von 2D nach 3D als Prozess und nicht als einmaliges Ereignis betrachtet werden sollte.

Bild: duzern

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