Aufdeckung von Mythen: Sechs häufige Halbwahrheiten über Creo 1.0

Die Veröffentlichung von Creo 1.0 Mitte Juni rückt näher, und es liegt jede Menge Spannung in der Luft. Vielleicht sogar zu viel Spannung. Alle sprechen darüber, welche Funktionen Creo bieten wird. Dabei haben sich auch einige Irrtümer über die neue Konstruktionssoftwarefamilie von PTC verbreitet. Ich möchte hier auf die sechs häufigsten Mythen eingehen:

1. Creo ist lediglich der neue Name für die derzeitigen Produkte Pro/ENGINEER, ProductView und CoCreate
Das stimmt nur zum Teil.  Wir haben Pro/ENGINEER, ProductView und CoCreate in Creo Elements/Pro, Creo Elements/View und Creo Elements/Direct umbenannt. Das ist aber noch nicht alles. Creo 1.0 ist die neueste Version einer ganzen Konstruktionssoftwarefamilie. Sie enthält neun vollkommen neue Apps, nutzt die beste Technologie unserer aktuellen Produkte, bietet zahlreiche neue Funktionen und eine einheitliche Benutzerführung und unterstützt die nahtlose Zusammenarbeit aller Apps. Es handelt sich also nicht nur um einen neuen Namen für alte Technologien, sondern um eine vollkommen neue Art der Produktentwicklung.

2. Für Creo ist Windchill erforderlich
Das ist zum derzeitigen Zeitpunkt falsch. Für die Implementierung von Creo ist Windchill nicht notwendig. Nur für die AnyBOM Assembly-Technologie, die voraussichtlich ab Creo 2.0 verfügbar sein wird, ist Windchill erforderlich.

3. Creo 1.0 ist ein zu junges Produkt. Das Risiko der Implementierung ist für mich zu groß.
Wir können verstehen, wenn Sie noch abwarten möchten. Einige von uns haben kaum verwendete HD-DVD-Player im Keller stehen. Und erste Versionen sind notorisch fehlerbehaftet. Der Unterschied bei Creo 1.0 ist der, dass es bislang kein auch nur annähernd vergleichbares Produkt gibt. Creo wird nicht das Schicksal dieser Produkte teilen und in Kürze vom Markt verschwinden. Was die Zuverlässigkeit anbelangt, so besteht Creo aus neun brandneuen Apps, die auf der besten Technologie unserer vielfach bewährten und umfassend geprüften Produkte aufsetzen. Wir bitten Sie lediglich, einen Blick zu wagen. Ich denke, Sie werden angenehm überrascht sein.

4. Die in Pro/ENGINEER enthaltenen Module sind jetzt eigenständige, separate Apps
Nein. Die Anwender von Creo Parametric müssen ihre Umgebung nicht verlassen, wenn es nicht notwendig ist. Jede separate App, die bislang als Modul in Pro/ENGINEER enthalten war, kann deshalb auch direkt in Creo Parametric ausgeführt werden. Ein Beispiel hierfür ist Creo Simulate, dessen Funktionen auch in Creo Parametric genutzt werden können. Tatsächlich haben Sie in Creo Parametric sogar noch mehr Möglichkeiten (siehe 6.).

5. Creo Elements/Direct entspricht Creo Direct in Creo 1.0
Das stimmt nicht ganz. Creo Elements/Direct und Creo Direct sind unterschiedliche Produkte für unterschiedliche Anwendungsbereiche.

  • Creo Elements/Direct ist bei weitem die umfangreichste direkte Modellierungslösung auf dem Markt und bei mehr als 5.000 Unternehmen als Haupttool für die Produktentwicklung im Einsatz. Mit Creo Elements/Direct werden komplette Produkte entwickelt, vom ersten Entwurf bis zum fertigen Teil. Wir werden auch in Zukunft in die Entwicklung neuer Versionen für die beste Umgebung für direktes Modellieren investieren.
  • Creo Direct ist eine direkte Modellierungs-App für Leute, die keine 3D-CAD-Experten oder Ingenieure sind. Creo Direct wird in dieser ersten Version lediglich einen Ausschnitt der Funktionalitäten von Creo Elements/Direct bieten. Kunden, die mit Creo Elements/Direct arbeiten, müssen daher genau für sich entscheiden, ob und wann es einen Sinn hat, sich mit Creo zu beschäftigen.

Beide Produkte nutzen zwar viele der Technologien der direkten Modellierung, richten sich jedoch an klar zu unterscheidende Zielgruppen und werden separat weiterentwickelt.

6. Creo Elements/Direct ist die einzige direkte Modellierungstechnologie in Creo
Auch das stimmt nicht. In Creo 1.0 gibt es zwei 3D-Modi: die direkte Modellierung und die parametrische Modellierung. Creo Parametric ist die App für die parametrische Modellierung. Da die direkte Modellierung verschiedene Einsatzmöglichkeiten bietet, steht sie in mehreren Ausprägungen zur Verfügung:

  • Einerseits gibt es eine Erweiterung für Creo Parametric namens Creo Flexible Modeling Extension (FMX). Sie ist ideal für Nutzer von Creo Parametric, die ein Modell ähnlich wie bei der direkten Modellierung ändern möchten, ohne ihre Umgebung zu verlassen. Die Anwender können parametrische Modelle direkt bearbeiten– und das mit der gleichen Einfachheit und Flexibilität wie in Creo Direct.
  • Creo Direct ist eine direkte Modellierungs-App für Leute, die keine 3D-CAD-Experten oder Ingenieure sind. Sie unterstützt das Erstellen und Bearbeiten von Modellen.
  • Creo Elements/Direct ist hingegen eine Komplettlösung für die direkte Modellierung. Es unterstützt als zentrales Produktentwicklungstool Konstruktionsteams bei der Entwicklung vollständiger Produkte – vom Entwurf bis zum fertigen Teil – mithilfe der direkten Modellierung.

Bild: andercismo

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