Unterstützung der Migration von 2D-Zeichnungen in 3D

Die 3D-CAD-Konstruktion revolutionierte die Entwicklung neuer Produkte und verschaffte Unternehmen eine beträchtliche Rendite. Zugleich ermöglichte sie eine schnellere Konstruktion besserer Produkte als je zuvor. Darüber hinaus können 3D-CAD-Modelle mit ihren reichhaltigen Datenbeständen für nachgelagerte Anwendungen genutzt werden, um den unternehmensweiten Entwicklungsprozess zu unterstützen und zu beschleunigen.

Zwar findet heute die Entwicklung neuer Produkte größtenteils in 3D statt, es gibt aber immer noch große Konstruktionsdatenbestände in Form von 2D-Zeichnungen. Viele Unternehmen haben nämlich ihre bestehenden 2D-Konstruktionen und ihr entsprechendes Knowhow und Fachwissen, das sie im Lauf der Zeit aufgebaut haben, bewusst beibehalten. Fast drei Viertel der Hersteller nutzen auch heute noch 2D für bestimmte Anwendungen wie Fertigungszeichnungen oder die Zusammenarbeit mit externen Zulieferern und Kunden. Es gibt jedoch auch für diese Hersteller viele überzeugende Gründe, endlich auf 3D umzustellen. Die Arbeit in 3D ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, um im heutigen Marktumfeld bestehen zu können.

Die wirkliche Frage ist also eher, was mit dem Schatz der 2D-Legacy-Zeichnungen geschehen soll. Wie viele dieser Altdaten sollen in 3D konvertiert werden? Wann soll die Konvertierung stattfinden? Sollen Konvertierungstools angeschafft werden, um die Umwandlung intern durchzuführen, oder ist es besser, ein Spezialunternehmen damit zu beauftragen? Dies sind nur einige der unzähligen Fragen, die Hersteller im Bezug auf ihre Altdaten beantworten müssen.

Wiederverwendung von 2D-Daten

Die Wiederverwendung von Konstruktionskomponenten ist eine wichtige Möglichkeit, den Produktentwicklungsprozess zu straffen und kostengünstiger zu machen. Die Migration von 2D-Zeichnungen in 3D-CAD-Systeme ist jedoch oft ein äußerst fehlerbehafteter Prozess, der mehr Zeit in Anspruch nimmt, als wenn die Ingenieure direkt in 3D von vorne beginnen würden. Obwohl Legacy-Zeichnungen oft wichtige Konstruktionsinformationen enthalten, ist die Extraktion dieser Daten in einem nutzbaren Format oft problematisch, weil die Systeme (Hardware, CAD-Software oder Betriebssysteme), mit denen sie erstellt wurden, mittlerweile nicht mehr existieren. Außerdem fehlt in vielen Unternehmen inzwischen das Knowhow im Umgang mit diesen älteren Konstruktionssystemen.

Laut einer Untersuchung der Aberdeen Group verfügen nur wenige Hersteller über eine klare Strategie für die Migration ihrer 2D-Zeichnungen in ihr 3D-CAD-System. Bei der Studie mit dem Titel „Best Practices for Migrating from 2D to 3D CAD“ migrierten von den als „Best-in-Class“ eingestuften Teilnehmern immerhin 21 Prozent ihre 2D-Altdaten nur für eine bestimmte Produkt- oder Projektlinie nach 3D, weitere 50 Prozent migrierten ihre Daten nur bei Bedarf. In derselben Gruppe tendierten 64 Prozent dazu, Konvertierungstools für die Arbeit mit CAD-Daten anderer Anbieter zu implementieren oder vorhandene 2D-Altdaten zu nutzen.

Vor der Migration müssen einige Fragen beantwortet werden. Handelt es sich um ein umsatzstarkes Produkt? Ist es eng mit anderen erfolgreichen Produkten verwandt? Gibt es Potenzial für zukünftiges Marktwachstum? Lautet die Antwort auf diese Fragen „ja“, dann lohnt sich die Konvertierung der 2D-Daten in 3D höchstwahrscheinlich.

Ein erfolgreiches Konvertierungsprogramm erfordert eine sorgfältige Planung, Vorbereitung und Logistik. Die Migrationsabläufe werden von unzähligen Faktoren beeinflusst. Manche Hersteller entscheiden sich ganz gegen die Konvertierung von 2D-Zeichnungen und konstruieren alle neuen Produkte in 3D. Dieser Weg wird oft dann eingeschlagen, wenn alte Produktlinien nur selten geändert werden oder wenn neue Produkte keine Ableger früherer Produkte sind.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, 2D-Zeichnungen nur bei Bedarf zu konvertieren oder nur für die Produktlinien, die die höchste Renditechance bieten. Natürlich ist auch die Migration sämtlicher 2D-Zeichnungen in das 3D-CAD-System möglich. Dieser Ansatz ist jedoch wahrscheinlich aufgrund der hohen Kosten und des großen Aufwands für Planung und Ressourcenmanagement derjenige, der am seltensten verwendet wird.

Manche Anbieter bieten 2D- und 3D-Tools im Bündel, was die Migration von 2D nach 3D erleichtern kann. Die Anwender können ihre langjährige Erfahrung mit 2D-Konstruktionsdaten weiter nutzen und die 3D-Software in ihrem eigenen Tempo einbinden und erlernen. Idealerweise sollte das 3D-Tool das direkte Lesen und Schreiben von nativen 2D-Dateien unterstützen und dabei volle Assoziativität mit dem 3D-Modell bieten. Diese Interoperabilität ermöglicht die sichere Wiederverwendung von 2D-Dateien für die Erstellung präziser 3D-Modelle. Anschließend kann das Feedback zu den digitalen Prototypen an die Partner in der 2D-Umgebung zurück kommuniziert werden.

 

Bild: florsignol

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