Creo 1.0: Bitte nur die Apps: Creo Sketch

Ihnen wurde ein neues Projekt, eine neue Produktidee zugewiesen. Sie kennen und verstehen alle technischen Voraussetzungen. Was kommt als Nächstes? Sie starten Ihr 3D-CAD-Tool und modellieren die Lösung? Wahrscheinlich nicht.

Zunächst einmal werden Konzepte in der Regel nicht im 3D-CAD-System erstellt, weil die Software die Komponenten, Modelle usw. kennen muss und es noch viel zu früh ist, um diese Informationen festzulegen. Selbst in der hochtechnisierten Welt von heute werden Sie vermutlich zunächst Skizzen anfertigen, da dies die schnellste Möglichkeit ist, Ideen festzuhalten, bevor sie verschwinden. Sie machen eine Skizze in Ihrem Notizbuch, auf einer Serviette oder auf einem Whiteboard. Das ist vollkommen in Ordnung. Die ersten Ideen befinden sich im Fluss, sind vielleicht noch etwas unscharf. Skizzen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Konzepte, Ideen und Alternativen zu erkunden.

Und genau da ist der Haken. Diese ersten Ideen und Alternativen sind extrem wertvoll. Nehmen Sie die Skizze eines Helikopters von Da Vinci, die er im Jahr 1490 anfertigte und als „Flugspirale“ bezeichnete. Diese Idee wurde erst 1924, als der französische Erfinder Etienne Oehmichen einen Helikopter baute und damit einen Kilometer weit flog, als Produkt realisiert. Die Skizze des Helikopters gab es 400 Jahre lang, bevor ein funktionstüchtiges Produkt gebaut wurde.

Ich sage nicht, dass alle Skizzen echte Da Vincis sind, aber die meisten sind doch sehr wertvoll. In ihnen werden frische, neue Ideen erfasst, die zu brandneuen Produkten und sogar Märkten führen können. Darüber hinaus werden sie zunehmend auch zur Unterstützung von Patentanträgen genutzt, sozusagen als Aufzeichnung darüber, von wem und wann die Idee erstmals ausgearbeitet wurde.

In vielen Unternehmen werden neue Ideen zunächst in den Notizbüchern einzelner Ingenieure, auf Servietten oder Whiteboards erfasst. Was aber, wenn diese Skizzen nicht elektronisch festgehalten und mit dem ihnen eigenen Wert behandelt werden?

Sandy Joung, Senior Director für Creo Product Marketing bei PTC, spricht darüber, wie Creo Sketch – eine der neuen Apps, die mit Creo 1.0 eingeführt werden, genau das tut.

GH: Was ist Creo Sketch?
Joung: Creo Sketch ist ein spezielles, benutzerfreundliches und schnelles 2D-Freihand-Zeichentool, das traditionelle Zeichnungen auf Servietten, Whiteboards und in Notizbüchern ersetzt. Die Anwender können in wenigen Minuten die ersten Skizzen und Konstruktionen erstellen.

GH: Für welche Unternehmen kommt Creo Sketch infrage?
Joung: Wie Sie bereits in der Einleitung gesagt haben, beginnen die meisten Leute damit, ihre Ideen schnell in Konzeptentwürfen festzuhalten. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um Skizzen in Notizbüchern, auf Servietten und Whiteboards. Das ist nicht die effizienteste Art der Erfassung, gemeinsamen Nutzung oder auch Verwaltung dieser Produktentwicklungsphase.

GH: Welche Einsatzarten sehen Sie für Creo Sketch vor?
Joung:
Es ist dafür vorgesehen, schnell Konzepte zu erstellen, zu erkunden und zu entwickeln. Es soll zum Austausch von Ideen und Sammeln von Feedback von Kollegen, Marketing, Kunden, Vertriebsmitarbeitern, Zulieferern usw. eingesetzt werden. Digitale Skizzen haben den Vorteil, dass sie leicht gemeinsam genutzt werden können, ohne dass Detailinformationen verloren gehen. Es ist so einfach in der Handhabung, dass sogar Personen außerhalb der technischen Entwicklung damit Skizzen anfertigen und somit mehr Ideen zur Produktentwicklung beitragen können. Creo Sketch stellt Funktionen für schnelle und grobe Skizzen bis hin zu fertigen Grafiken während der Konzeptentwicklung zur Verfügung. Das reicht von einfachen Skizzen, über Produktkonzepte und Illustrationen bis hin zum Industriedesign und zu Konstruktionsprüfungen.

GH: Welche Funktionen sind denn enthalten?
Joung:
 Zum Skizzieren stehen digitale Stifte, Marker und Airbrushes zur Verfügung. Sie können von der Standardpalette wählen oder eine eigene erstellen. Sie können vorhandene Quellen wie Bilder oder Fotos in einer Skizze nutzen. Creo Sketch enthält erweiterte Effektpinsel für Effekte wie Unschärfe, Schärfe, Aufhellen und Texturen.

GH: Wie hilft Creo Sketch bei der Erfassung und Verwaltung von Konzepten im Unternehmen?
Joung:
Die digitalen Skizzen werden für alle Projekte und von allen Teams eingesetzt und werden so zur Standardmethode zur Erfassung erster Konzepte in einem leicht weiterzugebenden und zu archivierenden Format. Das bedeutet eine enorme Verbesserung gegenüber der heutigen Vorgehensweise mit ihren unzähligen manuellen Verfahren und Werkzeugen. Außerdem ist Creo Sketch Teil der Creo Produktfamilie von Konstruktions-Apps. Deshalb können die Skizzen in anderen Apps wie Creo Direct und Creo Parametric genutzt werden. Die Daten können dann in Windchill verwaltet werden, der Content- und Prozessmanagementlösung von PTC.

GH: Ist es wirklich sinnvoll, eine Freihandskizze direkt für die Erstellung eines 3D-Modells zu verwenden?
Joung: Eher nicht. Es bietet sich aber an, auf Teile der Skizze zu verweisen oder diese nachzuspuren, um die präzise 2D-Geometrie zu erstellen, deren Ergebnis dann das 3D-Modell ist.

GH: Creo Sketch bietet also eine echte Chance, alle von sämtlichen Projektteams ausgewerteten ersten Konzepte zu standardisieren, zu zentralisieren und zu verwalten?
Joung:
Ganz genau. Es ist benutzerfreundlich, bietet einen hervorragenden Funktionsumfang und dient als Standardtool, dessen Daten in anderen Creo Apps übernommen werden können. Kommt dann noch das Datenmanagement mit Windchill hinzu, so können alle Konzept- und Skizzendaten zentral gespeichert und verwaltet werden.

Ich denke, Da Vinci wäre mit einem solchen Werkzeug äußerst glücklich gewesen. Seine unzähligen technischen Skizzen und Illustrationen gelten heute als Grundlage für die Erfindung der Rahmenbrücke, des Tauchanzugs, des automatischen Spulers, des Geräts zum Testen der Zugfestigkeit von Draht, der Brillenglas-Schleifmaschine, des Fallschirms und des Schwungrads.

Auf creo.ptc.com finden Sie noch viele weitere Interviews zu den Apps, die für Creo 1.0 geplant sind.

Bild: Leonardo da Vinci.

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