Creo 1.0 und Konstruktionsänderungen in letzter Minute

Als regelmäßiger Leser dieses oder ähnlicher Blogs wissen Sie, dass viele Hersteller die CAD-Welt in zwei Lager trennen: die parametrische und die direkte Modellierung. In einem meiner letzten Artikel ging es darum, wie Creo 1.0 diese beiden Lager miteinander verbindet, um eine umfassendere Produktkonstruktionssuite und einen umfassenderen Prozess zu schaffen. Konstruktionsänderungen in letzter Minute sind ein perfektes Beispiel.  

Traditionelle parametrische Konstruktion

Änderungen in letzter Minute sind bei der Produktkonstruktion nicht zu vermeiden. CAD-Nutzer mit parametrischen Modellierungssystemen versuchen, diese Änderungen bereits bei der Konstruktionsplanung vorherzusehen. Bei parametrischen Modellierungssystemen wird die Geometrie auf Grundlage von parametrischen Features generiert, die in sequenzieller Reihenfolge platziert werden. Es geht dabei nur um die Struktur. Jedes Konstruktionselement ist Teil eines komplexen Netzes von gegenseitigen Abhängigkeiten. Ist das Modell durchdacht bzw. gut verständlich, kann ein Ingenieur Änderungen in letzter Minute sehr effizient einarbeiten. Mithilfe der parametrischen Abhängigkeiten werden leistungsfähige, intelligente und automatisierte Änderungen im gesamten Modell vorgenommen. Es gibt aber unzählige Situationen, in denen das einfach nicht möglich ist. Wenn der für die Änderung zuständige Ingenieur die ursprüngliche Modellstruktur nicht genau kennt oder die Änderung außerhalb der tolerierbaren parametrischen Bereiche liegt, könnten Schwierigkeiten auftreten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Designer und Ingenieure bei Konstruktionsänderungen in letzter Minute das Modell vollkommen neu erstellen.

Traditionelle direkte Modellierung

Die Anbieter von direkten Modellierungslösungen betonen natürlich ihre Flexibilität bei Konstruktionsänderungen in letzter Minute. Bei der direkten Modellierung können problemlos jederzeit Änderungen am Modell vorgenommen werden, genauso wie bei einem Stück Ton.  Die Änderung kann jeder durchführen, es sind keine CAD-Kenntnisse erforderlich. Die direkte Modellierung ist bei ungeplanten Konstruktionsänderungen in letzter Minute oder bei der Integration eines besseren oder gerade gekauften Teils unmittelbar vor der Fertigung unübertroffen. Leider gehen dabei normalerweise die Konstruktionsinformationen und die Konstruktionsabsicht der parametrischen Modellierung verloren.  Aufgaben wie das Erstellen von Varianten werden dadurch sehr schwierig. All die Flexibilität geht auf Kosten der Leistungsfähigkeit.

Die Arbeit mit Creo 1.0

Mit Creo 1.0 können Sie anhand des vollständig entwickelten parametrischen Modells Konstruktionsänderungen in letzter Minute durchführen, ohne von vorne beginnen zu müssen. Sie können das Modell in der Creo Direct App öffnen und jede beliebige Änderung vornehmen, ohne sich Gedanken über Abhängigkeiten machen zu müssen. Im Hintergrund übernimmt Creo 1.0 die Änderungen mithilfe eines allgemeinen Datenmodells, das in einer parametrischen oder direkten Umgebung funktioniert . Wenn Sie die parametrische Konstruktion beherrschen, müssen Sie dazu nicht einmal die App für direktes Modellieren verwenden. Für Creo 1.0 gibt es die Erweiterung Creo Flexible Modeling Extension (FMX), die in Creo Parametric Funktionen wie bei der direkten Modellierung zur Verfügung stellt. Die Reaktion auf späte Änderungen ist nur ein Prozess, der durch die Möglichkeit des Wechsels zwischen parametrischer und direkter Modellierung viel einfacher wird. In den kommenden Wochen werde ich noch über einige andere berichten.

Bild: jez s

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