Innovation als Überlebensfaktor für Hersteller in einer globalisierten Welt

Nach der Rezession zeichnet sich Innovation als Schlüssel für eine erfolgreiche Positionierung im Wettbewerb ab. Bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter Herstellern in Georgia (USA) stellte sich heraus, dass Hersteller, die mit innovativen neuen oder technologisch verbesserten Produkten, Prozessen, Organisationsstrukturen oder Marketingabläufen antreten, mehr als doppelt so profitabel sind wie solche, die sich ausschließlich durch einen niedrigen Preis hervorheben.

Die 2010 durchgeführte Umfrage von Georgia Manufacturing ergab, dass Unternehmen sich im Anschluss an die Rezession auf Wachstum vorbereiten, ihre Exportfähigkeit ausbauen, sich mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinandersetzen und sich auch weiterhin mit Outsourcing und Insourcing beschäftigen. Die Umfrage bei fast 500 Unternehmen wurde vom Enterprise Innovation Institute von Georgia Tech, von der Georgia Tech School of Public Policy und von der Kennesaw State University mit Unterstützung des Georgia Department of Labor und der Buchhaltungsgesellschaft Habif, Arogeti & Wynne, LLP durchgeführt.

Die Umfrage zeigte, dass sich die Rentabilitätslücke zwischen Herstellern, die sich durch Innovation im Wettbewerb behaupten, und solchen, die andere Wettbewerbsstrategien einsetzen, seit dem Jahr 2002 weiter vergrößert hat. Die Unternehmen wurden gebeten, sechs Wettbewerbsstrategien nach ihrer Bedeutung für den Absatz zu bewerten. Mehr als die Hälfte nannte „hohe Qualität“, während etwa 20 Prozent einen „niedrigen Preis“ und die „Anpassung an Kundenanforderungen“ angaben. Weniger als 10 Prozent nannten „Innovation/neue Technologie“ als primäre Wettbewerbsstrategie.

Von allen sechs Strategien war Innovation diejenige mit der höchsten mittleren Umsatzrendite (14 Prozent gegenüber 6 Prozent bei der Niedrigpreisstrategie). „Unternehmen, die durch Innovation hervorstechen, sind viel rentabler, zahlen höhere Gehälter und profitieren eher von Insourcing-Chancen als Unternehmen mit einer Niedrigpreisstrategie“, erklärt Jan Youtie, Studienleiter und leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Georgia Tech Enterprise Innovation Institute.

Die fünf wichtigsten Innovationsstrategien: Zusammenarbeit mit Kunden bei Entwurf/Gestaltung von Produkten, Prozessen oder Innovationen, Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung vor dem Zugang zu einem neuen Produkt/Prozess, Zusammenarbeit mit Zulieferern bei Entwurf/Gestaltung von Produkten, Prozessen oder Innovationen, Anschaffung neuer Anlagen und interne F&E-Aktivitäten.

Obwohl mehr als zwei Drittel der Hersteller während der Rezession Stellen abbauen oder Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, planen viele von ihnen jetzt für die Zukunft, indem sie neue Kunden suchen (70 %), ihre Investitionen ausbauen (20 %), die F&E-Tätigkeit erweitern (15 %) und die Kosten weiter senken (60 %).

Ein weiterer Trend, der bei der Umfrage festgestellt wurde, war die Zunahme von Unternehmen, die ihre Produkte an internationalen Märkten vertreiben: Mehr als die Hälfte aller Hersteller bezeichnete sich selbst als Exporteur. Diese Hersteller waren um 50 Prozent rentabler als diejenigen ohne Exportgeschäft. Die Untersuchung stellte außerdem fest, dass sich das Outsourcing stabilisiert, während das Insourcing zunimmt. Der Anteil der Unternehmen, die die Vorteile von Insourcing – der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Georgia – nutzten, ist auf fast 15 Prozent gestiegen.

Auch das Problem der Nachhaltigkeit wurde untersucht. Man stellte fest, dass 60 Prozent der Unternehmen Recycling und Müllvermeidung betreiben, wobei allerdings nur 11 Prozent der Befragten ihre CO2-Bilanz oder ihre CO2-Emissionen erfassen und weniger als fünf Prozent erneuerbare Energien einsetzen.

Was also können Hersteller, die nach der mehrjährigen Flaute versuchen, wieder Fuß zu fassen, aus diesen Ergebnissen lernen? Um im Wettbewerb zu bestehen, ist Innovation gefragt. „Die Ergebnisse unserer Umfrage können Herstellern den Weg weisen, um sich für die nächste Phase bereit zu machen“, so Youtie. „Unternehmen können konsequent Innovationskraft aufbauen, sich an den Export wagen und verstärkt mit Zulieferern und Kunden zusammenarbeiten.“

Die vollständige Umfrage mit dem Titel Enabling Manufacturers to Compete in the Global Economy: the 2010 Georgia Manufacturing Survey ist kostenlos erhältlich.

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