Bitte nur die Apps: Creo Parametric oder Creo Direct?

Angenommen, ein Anwender der App Creo Parametric möchte die Modellgeometrie direkt bearbeiten. Muss er dazu die App Creo Direct verwenden?

„Nein“, meint Sandy Joung, Senior Marketing Director for Creo Solutions. „Experten bleiben in der Regel in der parametrischen App.“

In diesem Interview erklärt sie, wie CAD-Experten mit der direkten Modellierung Änderungen vornehmen können, ohne die Anwendung zu wechseln – und warum das System die Änderungen aus den verschiedenen Creo 1.0 Apps nicht miteinander verwechselt.

GH: Können Sie die verschiedenen Bearbeitungsmodi noch einmal kurz zusammenfassen?
Joung:
In Creo 1.0 gibt es zwei 3D-Modi – die direkte Modellierung mit Creo Direct und die parametrische Modellierung mit Creo Parametric. Wie bereits erwähnt schätzen erfahrene CAD-Anwender in der Regel die Leistung des parametrischen Ansatzes, während Laien oder Nicht-Ingenieure die größere Benutzerfreundlichkeit von Creo Direct bevorzugen.

GH: Aber dennoch muss auch ein erfahrener Ingenieur, der ein Modell direkt bearbeiten will, dazu Creo Direct verwenden?
Joung: Nein. Wir sind davon überzeugt, dass die erfahrenen Anwender der Creo Parametric App diese Umgebung nicht verlassen möchten, um ein Modell ähnlich wie bei der direkten Modellierung zu editieren. Deshalb gibt es in Creo 1.0 eine Erweiterung für Creo Parametric, nämlich Creo Flexible Modeling Extension (FMX). Damit können parametrische Modelle direkt und mit derselben Einfachheit und Flexibilität wie in Creo Direct bearbeitet werden. Bislang konnten Creo Elements/Pro Kunden direkte Flächenbearbeitungen und dynamische Bearbeitungen vornehmen, die aber im Grunde immer noch parametrische Modelländerungen waren. Nun haben sie noch mehr Flexibilität und können im Handumdrehen nicht-parametrische Änderungen an beliebiger Geometrie vornehmen. Erfahrene Anwender können Creo Direct verwenden. Wir rechnen jedoch damit, dass die Mehrheit die Erweiterung Creo FMX nutzen wird, da sie die Leistungsfähigkeit von Creo Parametric bietet und nahtlos in die Benutzeroberfläche eingebunden ist.

GH: Was meinen Sie damit, dass Creo FMX die Leistungsfähigkeit von Creo Parametric bietet?
Joung:
Sie müssen sich vorstellen, dass der Anwender beim Vornehmen von Konstruktionsänderungen in Creo FMX ja mit dem parametrischen Modell mit all seinen Konstruktionselementen, Mustern usw. arbeitet. Damit ist es natürlich sehr viel leistungsfähiger als die direkte Modellierung mit Creo Direct, wo die meisten Änderungen auf der Geometrie basieren. Gleichzeitig wird die vorhandene parametrische Konstruktionsabsicht des Modells bei der Arbeit mit Creo FMX niemals beeinträchtigt.

GH: Entsteht kein Chaos, wenn es eine direkte und eine parametrische Version eines 3D-Teils gibt?
Joung:
Nein. Das allgemeine Datenmodell und andere technologische Grundlagen sorgen dafür, dass all die verschiedenen Versionen immer synchron bleiben. Sie können sich das allgemeine Datenmodell als Buch mit mehreren Kapiteln vorstellen. Jedes Kapitel enthält relevante Informationen für eine bestimmte Anwendung. Für Visualisierungs-Apps kann dies beispielsweise ein geometrieloses Visualisierungsdatenformat sein, für Creo Direct sind es die Geometriedaten, und für Creo Parametric enthält das Kapitel zusätzliche Informationen über Features und komplexe Kurvenbezüge. Aber dennoch ist jedes Kapitel Teil desselben Buchs. Ganz unabhängig davon, in welchem Kapitel Sie auch arbeiten, werden Ihre Änderungen im gesamten Buch übernommen. Durch das Änderungsmanagement ist sichergestellt, dass die Daten immer und überall synchron sind.

GH: Aber dürfen unerfahrene CAD-Nutzer denn definierte Modelle ändern?
Joung:
Selbstverständlich sollten trotz allem sorgfältige Änderungsprozesse eingehalten werden. Auch wenn ein unerfahrener Anwender mit Creo Direct eine Änderung am direkten Modell vornehmen kann, lässt sich das System doch so konfigurieren, dass jede Änderung von einem erfahrenen Benutzer im parametrischen Modell bestätigt werden muss.

GH: Inwiefern unterscheidet sich Creo Direct von Creo Elements/Direct?
Joung
: Erstens ist Creo Elements/Direct sicherlich die bei weitem umfassendste direkte Modellierungslösung auf dem Markt. Über 5.000 Unternehmen nutzen es als ihr Haupttool für die Produktentwicklung nach dem Konzept der direkten Modellierung vom Entwurf bis zum Teil. Wir werden auch in Zukunft in die Entwicklung neuer Versionen für die beste Umgebung für direktes Modellieren investieren. Offen gesagt wird Creo Direct in dieser ersten Version lediglich einen Ausschnitt der Funktionalitäten von Creo Elements/Direct bieten. Kunden, die mit Creo Elements/Direct arbeiten, müssen daher genau für sich entscheiden, ob und wann es einen Sinn hat, sich mit Creo zu beschäftigen.

GH: Und was ist der Unterschied zwischen Creo Parametric und Creo Elements/Pro?
Joung:
Die App Creo Parametric und ihre Erweiterungen bieten sämtliche Funktionalitäten der Creo Elements/Pro Produktfamilie. Dazu kommen noch einige neue Funktionen wie das bereits erwähnte Creo FMX. Da die Daten vollständig kompatibel sind und die Migration recht unkompliziert ist, gehen wir davon aus, dass alle Kunden sich nach der Evaluierung recht schnell für Creo 1.0 entscheiden.

GH: Vielen Dank, Sandy. In unserem nächsten Artikel aus der Reihe „Bitte nur die Apps“ geht es um geometrielose Modelle und Visualisierung in Creo 1.0.

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