Best Practices für die Arbeit in Multi-CAD-Umgebungen

Trotz der langjährigen Bemühungen von CAD-Anbietern, eine einzige CAD-Standardplattform zu erreichen, werden die meisten neuen Produkte auch heute noch mit einer Vielzahl von CAD-Tools entwickelt. Eine Studie der Aberdeen Group soll Unternehmen eine Lösung aufzeigen und ihnen Tipps liefern, wie sie Multi-CAD-Umgebungen optimal nutzen können, um die Effizienz zu verbessern, die Entwicklungskosten zu senken und die Qualität zu erhöhen.

Die Studie mit dem Titel „Working with Multi-CAD? Overcome the Engineering Collaboration Bottleneck“ ergab, dass 82 Prozent der führenden Produktentwicklungsunternehmen in der Konstruktion drei oder mehr CAD-Formate einsetzen, während es bei 42 Prozent sogar fünf oder mehr CAD-Formate sind. Als Grund gaben 52 Prozent an, dass Lieferanten/Partner oder Kunden verschiedene CAD-Tools einsetzten, während 45 Prozent meinten, dass für die Wiederverwendung von Altdaten in neuen Konstruktionen verschiedene CAD-Tools notwendig seien.

Als Ergebnis dieser heterogenen CAD-Umgebungen ergaben sich die folgenden Probleme: Unfähigkeit, mit den heterogenen CAD-Umgebungen zu arbeiten, Konvertierungsprobleme und Schwierigkeiten beim Datenmanagement. All diese Probleme haben Zeitverschwendung und Qualitätsprobleme zur Folge.

Die Unternehmen in der Gruppe der Best-in-Class (die besten 20 Prozent der befragten Unternehmen) konnten bereits vorhandene Arbeitsergebnisse von Lieferanten und Partnern weiterverwenden oder Kundenspezifikationen als Arbeitsgrundlage nutzen, um Zeit beim Entwicklungsprozess einzusparen. Auf diese Weise konnten sie die Zusammenarbeit verbessern und effizienter arbeiten. Die Entwicklungszeit ist dadurch um 32 Prozent kürzer. Diese Unternehmen konnten außerdem so gut mit ihren Multi-CAD-Daten arbeiten, dass ihr Prozess viel besser vorhersehbar war und sie 90 Prozent ihrer Konstruktionen pünktlich freigeben und die Entwicklungskosten um 31 Prozent senken konnten.

Zu den Strategien dieser Unternehmen zählte unter anderem der Einsatz einer einzigen internen CAD-Standardanwendung mit der Möglichkeit, CAD-Daten in mehreren Formaten zu liefern und zu empfangen. Durch die Möglichkeit der Arbeit mit vielen unterschiedlichen Formaten erhöhen diese Best-in-Class-Unternehmen ihre Flexibilität bei der Lieferantenauswahl und können sich ganz auf die Teilequalität und die Teilekosten konzentrieren, statt sich mit der CAD-Plattform auseinandersetzen zu müssen. Der Rückgang bei der Verwendung neutraler Dateiformate (IGES, STEP) für den Austausch von CAD-Daten – sie sind nur noch bei 38 Prozent der erfolgreichsten Unternehmen im Einsatz – zeigt, wie sich die Interessen seit einer früheren Aberdeen-Umfrage im Jahr 2006 verschoben haben.

Welche Maßnahmen treffen also die Best-in-Class-Unternehmen, um die Arbeit mit mehreren CAD-Formaten zu erleichtern? Zunächst einmal arbeiten sie mit 28 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit als ihre Mitbewerber über geometrielose Visualisierungsdateien mit externen Partnern zusammen, sodass diese unabhängig vom nativen CAD-Format Messungen vornehmen und CAD-Modelle mit Anmerkungen und Markierungen versehen können. Außerdem speichern sie ihre CAD-Daten mit 31 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an einem zentralen Speicherort, sodass jeder leichter auf die Daten zugreifen kann.

Das fördert die Wiederverwendung. Die Unternehmen sorgen außerdem dafür, dass ihre Ingenieure – ob neue oder schon länger im Unternehmen beschäftigte – bestens in dem CAD-Produkt geschult sind, wodurch die Effizienz insgesamt verbessert wird. Die Erfassung und Verwaltung des in CAD-Dateien enthaltenen Wissens wurde ebenfalls als wesentlicher Erfolgsfaktor identifiziert. Wenn Best-in-Class-Unternehmen CAD-Daten von Dritten importieren, bleibt die Baugruppenstruktur erhalten.

Dies erleichtert die Verwaltung der Stückliste und die Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen den Komponenten. Eine weitere Herausforderung in Multi-CAD-Umgebungen stellt der Umgang mit Fehlern infolge von Problemen mit der Versionskontrolle dar. Aus der Studie geht hervor, dass die erfolgreichsten Unternehmen diesem Problem mit der standortübergreifenden Synchronisierung der Daten aus allen CAD-Systemen begegnen. Außerdem implementieren diese Unternehmen CAD-Tools, die den Import nativer CAD-Formate unterstützen. So können sie sich das Exportieren von IGES- oder STEP-Dateien und das anschließende Importieren und Konvertieren in das neue CAD-Format sparen.

Möchten Sie mehr darüber lesen, wie die Produktentwicklung in Ihrem Unternehmen trotz der Arbeit mit Daten in mehreren CAD-Formaten erfolgreicher werden kann? Fordern Sie online eine kostenlose Kopie des Aberdeen Reports Working with Multi-CAD? Overcome the Engineering Collaboration Bottleneck an. (PDF)

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