Hinter den Kulissen: Creo, NC und Fertigung

Eines der heißesten Themen im Zusammenhang mit der Vision und Strategie für Creo war die Verfügbarkeit von Creo NC-Apps für die Fertigung. Es gab bereits eine Vorführung zu einem frühen Prototyp einer App für Fertigungsingenieure, bei der Mike Campbell demonstrierte, wie Werkzeugwege in einer Creo Umgebung erzeugt, optimiert und validiert werden.

Doch sogar nach dieser Vorführung erhielten wir noch eine wahre Flut von Twitter-Anfragen und Kommentaren zu diesem Blog. Deshalb habe ich Jose Coronado, den Product Manager für die Creo NC-Apps, gebeten, uns noch mehr darüber zu berichten. Coronado war 20 Jahre in der Fertigungsindustrie tätig und ist bekannt für sein Engagement, seinen Kunden speziell im CAM-Bereich den maximalen Nutzen aus dem technologischen Fortschritt zu ermöglichen.

GH: Welche Strategie verfolgt PTC bezüglich NC?
Coronado: PTC entwickelt und liefert weiterhin NC-Lösungen, die für vielfältige Anforderungen ausgelegt und mit unseren Konstruktionslösungen integriert sind. Bei der Creo NC-Strategie stehen vor allem die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit unserer Produkte, die Entwicklung von Funktionalitäten für die Produktionsbearbeitung und der Ausbau der Benutzerbasis im mittleren Marktsegment durch Lösungen für den Werkzeug- und Formenbau im Mittelpunkt. Zudem bieten wir über unser PTC Partnerprogramm Zugang zu einer Vielzahl von Drittanbieteranwendungen für den Fertigungsbereich. Und schließlich verfolgen wir eine spannende neue Strategie hinsichtlich der NC-Apps für Creo.

GH: Und was ist das für eine Strategie?
Coronado: Es handelt sich um eine dreiteilige Strategie: Erstens entwickeln wir moderne NC-Lösungen, die besser auf die Creo Apps-Strategie abgestimmt sind. Wir schneiden die Lösungen also besser auf die Bedürfnisse der Anwender zu. Hierzu holen wir das Feedback von unzähligen Experten und Benutzern unserer Produkte ein und definieren anhand der gewonnenen Erkenntnisse die nächste Generation der Creo NC-Apps. Zweitens arbeiten wir kontinuierlich weiter daran, die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Drittens nutzen wir die für Creo entwickelte Technologie, um die NC-Apps noch weiter zu optimieren.

GH: Wie können die heutigen NC-Lösungen besser auf die Creo Apps-Strategie abgestimmt werden?
Coronado: Indem wir umfangreiche Lösungen in kleinere Apps aufgliedern und sie damit besser auf die Bedürfnisse der heutigen Nutzer von NC-Software zuschneiden. Beispielsweise können wir die heutigen NC-Produkte in kleinere NC-Apps speziell für eine spezifische Fertigungsaufgabe wie die serielle Produktionsbearbeitung, die Kern- und Kavitätsbearbeitung oder das Fräsen und Drehen untergliedern. Dadurch erhalten wir benutzerfreundlichere Apps, die nicht mit Funktionen überfrachtet sind, die der Anwender nie oder selten nutzt. Zweitens sorgen wir dafür, dass die NC-Apps sowohl mit den direkten als auch mit den parametrischen Apps funktionieren. Der parametrische Modus ist oft leistungsfähiger, aber auch komplexer. Er ist oft die ideale Lösung für NC-Experten, die zugleich auch 3D-CAD-Experten sind. Aber Sie können sich vorstellen, dass manche Anwender von NC-Software besser mit einer einfachen direkten Modellierungslösung zurecht kommen, mit der sie direkt Änderungen am Werkstück, den Werkzeugen, Einspannvorrichtungen und Spannmitteln vornehmen können. Indem wir es den Anwendern ermöglichen, den richtigen Modellierungsmodus für ihre NC-App auszuwählen, können wir unserer Überzeugung nach viel relevantere NC-Apps bereitstellen.

GH: Wie beabsichtigen Sie, die Benutzerfreundlichkeit der NC-Apps zu verbessern?
Coronado: Eine zentrale Verbesserung wird die neue, gestraffte Benutzeroberfläche für alle Creo Apps sein, die auch für die NC-Apps übernommen wird. Die Multifunktionsleisten-Benutzeroberfläche, die Symbolleiste für den Schnellzugriff, die grafischen Symbolleisten und andere neue Benutzeroberflächenelemente werden die Benutzerfreundlichkeit aller Apps, einschließlich der NC-Apps, deutlich verbessern. Die Multifunktionsleisten-Benutzeroberfläche setzt sich zunehmend als Standard für viele Windows-Anwendungen durch. Dadurch werden sich neue Anwender unserer Software schnell zurecht finden. Darüber hinaus wird die direkte Modellierungs-App, wie bereits erwähnt, den Aufwand in der Fertigungsumgebung deutlich reduzieren.

GH: Werden auch Kundenwünsche erfüllt und in Form von wichtigen Funktionen und Verbesserungen umgesetzt?
Coronado: Wir werten das Feedback unserer Kunden konsequent aus. In der letzten Version unserer NC-Lösungen, die zusammen mit Pro/ENGINEER Wildfire 5.0 (jetzt Creo Elements/Pro 5.0) erschienen ist, haben wir eine Reihe von wichtigen Verbesserungen und Neuerungen vorgenommen. Wir haben den Menü-Manager in Eintrittspunkte auf oberster Ebene umgewandelt, den Workflow zum Definieren eines Werkzeugwegs für das Planen vereinfacht, die Werkzeugwegduplizierung auf Basis von Mustern, moderne Drehwerkzeuge für Mehrzweckmaschinen, Drehsequenzen im Prozess-Manager, Familientabellen, CMM-Schritte innerhalb einer NC-Sitzung, den Sichtmodus (Kamera oder Faseroptik) in CMM und noch viele weitere Verbesserungen implementiert. Neben den Verbesserungen bei der Benutzeroberfläche beabsichtigen wir, auch weiterhin flexibel auf die Umgebung unserer Kunden zu reagieren. Viele unserer Kunden nutzen unsere NC-Lösungen beispielsweise für die Volumenfertigung. Sie profitieren von der hohen Anpassungsfähigkeit von Creo NC und wünschen sich noch mehr Kontrolle über die Werkzeugwege, Schnittgeschwindigkeiten usw., um zuverlässig eine hohe Präzision aufrechtzuerhalten.

GH: Wo kann man sich über die heutigen NC-Lösungen informieren?
Coronado: Es gibt Aufzeichnungen von ausführlichen Vorführungen, Tutorien und Einführungen für viele der zentralen Funktionen der heutigen NC-Lösungen, die einen hervorragenden Überblick über die Leistungsmerkmale bieten. Es ist allerdings zu beachten, dass sich die NC-Software aufgrund unserer vorhin beschriebenen Strategien verändern wird. Die Benutzeroberfläche und die Arbeitsweise werden einfacher werden. Besuchen Sie unsere Seite auf ptc.com, um eine Übersicht über unsere Funktionen für das Fräsen, Drehen, die 3- und 5-Achsen-Bearbeitung, die Blechkonstruktion und viele weitere CAM-Bereiche zu erhalten.

GH: Was geschieht, wenn ich bereits mit diesen Lösungen arbeite, bei einem Wechsel zu Creo?
Coronado: Ihre Investition ist in jedem Fall geschützt. Möglicherweise verändert sich die Produktzusammenstellung leicht, aber Sie verlieren keine Funktionen. Ganz im Gegenteil, Sie können sich auf einen erweiterten Funktionsumfang freuen, wenn wir unsere NC-Strategie umsetzen.

GH: Wie wird die Creo NC-Strategie in den kommenden Versionen implementiert?
Coronado: In Creo 1.0 und 2.0 erwartet die Anwender zunächst einmal eine neue Benutzeroberfläche in allen NC-Apps. Außerdem beabsichtigen wir, einen Teil der Technologie aus Pro/TOOLMAKER in die Apps zu übernehmen. Für Creo 3.0 planen wir unter anderem zusätzliche Verbesserungen beim Fräsen und Drehen, beispielsweise die Synchronisierung von Werkzeugwegen, bessere Möglichkeiten zum Definieren und Steuern der Achse für erweiterte 5-Achsen-Frässequenzen, die Integration weiterer Pro/TOOLMAKER Werkzeugwege usw.

GH: Wie steht es um die Gewinnung von Drittanbietern zur Vervollständigung der PTC Fertigungslösungen?
Coronado: Das Partner Advantage Program von PTC ermöglicht es vielen unabhängigen Softwareunternehmen, ergänzende Lösungen zu unserem Produktentwicklungssystem anzubieten. Unsere Software-Partner erhalten Zugang zu Produkt-APIs, Unterstützung bei der Entwicklung sowie eine Partnerprogrammstruktur, mit der sie leistungsstarke, vollständig interoperable Integrationen erstellen können.

Eine aktuelle Liste der Softwarepartner finden Sie auf ptc.com. Bild: ttstam

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