CIOs: Den Gürtel enger schnallen, investieren und was wir von Google lernen können

Auch wenn die Rezession noch nicht ganz ausgestanden ist, so macht sich doch das Gefühl breit, 2011 könnte zum Rekordjahr für Hersteller werden. Viele CIOs reagieren darauf, indem sie sich nicht mehr nur auf das bloße Überleben konzentrieren, sondern darauf, wie sie ihrem Unternehmen einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen können. In diesem zweiteiligen Interview sprechen wir mit Roberto Dolci, CIO bei System Logistics. System Logistics ist Teil der System Group, einem internationalen Marktführer im Bereich industrielle Automatisierung.


System Logistics entwickelt und produziert Maschinen und Komplettsysteme für automatische Lagersysteme, von einfachen, konfigurierbaren Maschinen bis hin zu großen Anlagen, in denen jedes Jahr mehr als 800 LKW-Ladungen an Gütern verarbeitet werden.

GH: Welche Trends behalten Sie als CIO bei System Logistics besonders im Auge?
Dolci:
Ich interessiere mich für jeden Trend, der mir hilft, mich auf die drei Bereiche zu konzentrieren, die mich in meiner Funktion erfolgreich machen:

  • Die Steigerung der Produktivität unserer Mitarbeiter. Sie hat höchste Priorität. Darum haben wir 2010 unsere Konstruktionstools auch ganz genau unter die Lupe genommen.
  • Die Maximierung der Wiederverwendung von Bestandsdaten und vorhandenem Ingenieurswissen. Darum achte ich auf Virtualisierungsmöglichkeiten und offene Anwendungen.
  • Die Beschleunigung der Produktentwicklung. Hier suche ich nach Möglichkeiten, die Konfigurationen unserer Maschinen besser zu verwalten und bereits vorhandene Konstruktionsdaten wiederzuverwenden.

GH: In der Fertigung wurde in den letzten Jahren der Gürtel enger geschnallt. Wirkt sich dies auf Ihre Rolle als CIO aus?
Dolci:
Erfolgreiche CIOs stellen ihre Strategien zunehmend um, von der reinen Kostensenkung hin zur besseren Ausrichtung ihrer Ziele an den betriebswirtschaftlichen Vorgaben. In unserem Unternehmen sind beispielsweise Innovation und ein Technologievorsprung extrem wichtig und ein zentrales Alleinstellungsmerkmal. Damit wir die Erwartungen an uns erfüllen, ist unsere Philosophie äußerst kundenorientiert: Wir tauschen uns kontinuierlich mit unseren Kunden aus und entwickeln die Produkte gemeinsam mit ihnen.

GH: Wie richten Sie Ihre Ziele an den betriebswirtschaftlichen Vorgaben aus?
Dolci:
Ich sehe meine Rolle und mein Ziel darin, Technologien zu empfehlen und zu implementieren, die die Prozesse unterstützen, mit denen Innovation und die Entwicklung neuer Technologien für unsere Produkte möglich werden. Wichtiger als eine anfängliche Idee – ich sage es ganz offen: diese sind oft äußerst billig und wenig durchdacht – ist mir bei einer Lösung, dass sie uns dabei hilft, die Konzepte auszuwählen, die die großen Investitionen in Form von Zeit, Geld und Ideen wert sind, durch die sie zu Produkten werden. Anschließend suche ich nach Lösungen, die die schnelle Weiterentwicklung dieser Ideen zu Lösungen unterstützen können.

GH: Wie kann der CIO helfen, die Innovation und Kreativität im Unternehmen zu steigern?
Dolci:
Nun, zunächst einmal muss sich im Unternehmen eine Kultur der Innovation und Kreativität durchsetzen. Nehmen Sie Google: Alle Google-Mitarbeiter dürfen 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Entwicklung eigener Ideen aufwenden. Viele von ihnen arbeiten gemeinsam an Ideen, die oft in keinster Weise mit ihren aktuellen Projekten oder Aufgaben zusammenhängen. Aus vielen dieser Ideen erwachsen echte Lösungen und 50 Prozent der neuen Produkte und Funktionalitäten von Google gehen auf diese Art der Ideengewinnung zurück. Stellen Sie sich nur vor, wir könnten einen derartigen freien Ideenaustausch fördern und aus unseren Ideen frische Produkte und Funktionalitäten für unseren jeweiligen Markt entwickeln.

GH: Wie lässt sich diese Idee in einem normalen Fertigungsunternehmen umsetzen?
Dolci:
Wir müssen uns bewusst machen, dass die besten Ideen oft der Zusammenarbeit mehrerer Menschen entspringen und dass diese Idee dann im Team zu einer Lösung weiterentwickelt werden muss. Außerdem müssen wir uns darüber im klaren sein, dass jeder im Unternehmen zu einer Idee beisteuern kann. Bei Google werden Ideen in Form von Softwareprogrammen dargestellt, bei uns im Unternehmen eben mithilfe von Konstruktionsdaten.

GH: Welche Bereiche der Technologie kommen für Sie zur Verbesserung der Innovation und Kreativität in Ihrem Unternehmen in Frage?
Dolci:
Wir suchen Lösungen, die uns helfen, die Innovation im gesamten Unternehmen zu fördern und die es den Mitarbeitern erlauben, ihre Ideen festzuhalten, zu teilen und darauf aufzubauen. Wir suchen Lösungen, die die verschiedensten Anwender unterstützen, unabhängig davon, ob sie Erfahrung mit Konstruktionstools haben, diese gelegentlich oder täglich nutzen.

GH: Wie messen Sie die Rendite solcher Technologien?
Dolci: Wir messen die Produktivität und Geschwindigkeit der Benutzer beim Entwerfen, Entwickeln und Herstellen neuer Produkte für unsere Märkte. Im zweiten Teil des Interviews teilt Roberto Dolci uns seine Gedanken zu Creo und darüber mit, wie die System Group mithilfe von Creo die Innovation und die Entwicklung neuer Technologien in der Produktentwicklung vorantreiben kann.

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